Georg-August-Universität Göttingen
Ethologische und morphologische Untersuchung von Hybriden der Feldheuschreckenarten Stenobothrus clavatus und Stenobothrus rubicundus
Abstract
dc:descriptionDie Feldheuschrecken Stenobothrus clavatus und St. rubicundus, die sich morphologisch und ethologisch stark voneinander unterscheiden, besiedeln mehrere Areale auf dem Nord und Südmassiv des in Nordwestgriechenland nahe Ioannina gelegenen TomarosGebirges. Es gibt Hinweise darauf, dass die beiden Arten während der letzten Eiszeiten durch allopatrische Speziation getrennt worden sind. Sie treffen nunmehr einzig auf dem Tomaros wieder aufeinander. Zwei St. clavatusPopulationen, eine auf dem Nordmassiv und eine auf dem Südhang des Südtomaros umrahmen die St. rubicundusPopulation. Diese Populationen grenzen an drei Stellen aneinander und bilden eine MosaikHybridzone Die vorliegende Dissertation hatte das Ziel, diese beiden Arten und deren Hybriden hinsichtlich ihrer Morphologie und ihres Verhaltens quantitativ miteinander zu vergleichen sowie ihre Verbreitungsgebiete auf dem Tomaros faunistisch zu erfassen. Damit soll ein Beitrag zur Evolutionsbiologie der Feldheuschrecken geleistet werden. Für diesen Vergleich standen allopatrische Populationen, die ohne Kontakt zur jeweils anderen Art sind, auf anderen griechischen Bergen sowie, im Falle von St. rubicundus, auch in Slowenien und der Schweiz zur Verfügung. Die einzige Vergleichpopulation von St. clavatus, einer endemischen Art, wurde im Zuge der vorliegenden Arbeit auf dem ca. 20 km südöstlich des Tomaros gelegenen XerovouniGebirge entdeckt. Die morphologischen und ethologischen Vergleiche ergaben nicht nur signifikante Unterschiede zwischen den allopatrischen Populationen von St. rubicundus und St. clavatus, sondern auch Unterschiede zwischen den alpindalmatinischen und den griechischen St. rubicundusPopulationen. Es zeigte sich, dass bei vielen TomarosIndividuen der Art St. rubicundus die Antennen gegenüber denen der allopatrischen Populationen leicht verbreitert sind und somit, wenn auch nur in schwacher Form, Merkmale von St. clavatus aufweisen. Umgekehrt haben Individuen von St. clavatus des Tomaros gegenüber denen des Xerovouni größere und in der Form veränderte Vorderflügel, die leichte Ähnlichkeiten mit den Flügeln von St. rubicundus aufweisen. In die gleiche Richtung weisen kleinere Änderungen der Werbegesänge beider Arten. Die Gesänge der Hybriden zeichnen sich durch eine große intra und interindividuelle Kompklexität aus. Einige der Feldhybriden, aber auch Laborhybride, zeigen neue Gesangselemente die sich aus einzelnen Parametern der elterlichen Gesänge zusammensetzen. Die morphologischen und ethologischen Merkmalsveränderungen bei den TomarosIndividuen der beiden Arten sind Hinweise für Genaustausch und Introgression zwischen den Populationen.
Author and committee
dc:creator, dc:contributor.*- Author dc:creator
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- Sradnick, Jan Eberhard
- Contributors dc:contributor
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- Elsner, Norbert Prof. Dr.
- Stumpner, Andreas Prof. Dr.
- Bergmeier, Erwin Prof. Dr.
Subjects
dc:subject × 6Rights
dc:rights- Language dc:language
- ger
Identifiers
dc:identifier.*- Identifier
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https://dx.doi.org/10.53846/goediss-403
urn:nbn:de:gbv:7-webdoc-2717-7
webdoc-2717
644766395 - OAI identifier oai:identifier
- oai:ediss.uni-goettingen.de:11858/00-1735-0000-0006-ADD1-5