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Georg-August-Universität Göttingen

Zur Rekonstruktion historischer Biodiversität aus archivalischen Quellen: Das Beispiel des Oderbruchs (Brandenburg) im 18. Jahrhundert

Abstract

dc:description

Die vorliegende Arbeit demonstriert die Nutzbarkeit und Leistungsfähigkeit, wie auch die Grenzen archivalischer Quellen und Sammlungsbestände für die Rekonstruktion historischer Biodiversität. Der Untersuchungsrahmen umfasst das Oderbruch, eine im Nordosten Brandenburgs (Deutschland) gelegene Flussaue, welche im Verlauf des 18. Jh. großflächig eingedeicht, melioriert und kolonisiert wurde. Die im Rahmen dieser Großprojekte erstellte große Menge archivalischen Materials liefert die Basis zur Untersuchung der mit Archivquellen fassbaren Ebenen historischer Biodiversität sowie des Potentials verschiedener archivalischer Quellengattungen. Darüber hinaus werden Methoden der Interpretation der häufig ausschnitthaften oder indirekten Archivinformationen entwickelt. Im Mittelpunkt der Untersuchung steht die Rekonstruktion der historischen Diversität der Arten und Artgemeinschaften des Oderbruchs. Hierbei wird zunächst der gesamte Artenreichtum der Tier- und Pflanzenwelt mit dem Schwerpunkt auf Wirbeltieren und Gefäßpflanzen skizziert. Es folgen zwei Fallstudien, welche die seinerzeit im Oderbruch wirtschaftlich bedeutsamsten und somit archivalisch und literarisch am besten dokumentierten Aspekte historischer Biodiversität analysieren: die Fischartengemeinschaft und die Grünlandgesellschaften. Die Rekonstruktion der historischen Fischartengemeinschaft basiert hierbei auf Artenlisten, Registern von Naturalabgaben, Fangstatistiken und insbesondere auf der überragenden Stellung des Hechtes (Esox lucius) in den Überlieferungen des unmeliorierten Oderbruchs (darunter u. a. Verkaufsstatistiken der Hechtreißer , einer auf die Vermarktung von Hechten spezialisierten Fischerinnung). Da der Hecht in Süßgewässern sowohl Top-Predator als auch Indikatorart repräsentiert, lassen Angaben zu seiner Häufigkeit Rückschlüsse auf die Zusammensetzung und Biomasse der Fischartengemeinschaft, als auch auf hiermit verknüpfte Parameter der Biodiversität (z. B. Habitatdiversität) zu. Die Rekonstruktion der historischen Grünlandgesellschaften stützt sich daneben auf vielfältige Überlieferungen zu Charakterarten, Standort, Bewirtschaftungsregime, Heuertrag, Besatzdichte und Art des Weideviehs. Dem historischen Oderbruch ökologisch ähnliche Referenzgebiete in Deutschland, Ost- und Südosteuropa bilden den Hintergrund der Diskussion der Ergebnisse beider Fallstudien. Abschließend wird die Übertragbarkeit der in der vorliegenden Studie angewandten Methodik auf andere Zeiträume, Regionen sowie andere Aspekte historischer Biodiversität diskutiert, sowie ein Ausblick auf praktische Anwendungsmöglichkeiten der Rekonstruktionen (z. B. in der Überprüfung und Anpassung aktueller Naturschutzstrategien) gegeben.

Author and committee

dc:creator, dc:contributor.*
Author dc:creator
  • Jakupi, Antje
Contributors dc:contributor
  • Herrmann, Bernd Prof. Dr.
  • Bergmeier, Erwin Prof. Dr.

Subjects

dc:subject × 69

Rights

dc:rights
Language dc:language
ger

Identifiers

dc:identifier.*
Identifier
https://dx.doi.org/10.53846/goediss-271
urn:nbn:de:gbv:7-webdoc-1843-1
webdoc-1843
600974405
OAI identifier oai:identifier
oai:ediss.uni-goettingen.de:11858/00-1735-0000-0006-AD00-C

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source
Harvested from
Georg-August-Universität Göttingen
Base URL
ediss.uni-goettingen.de/oai/request
Last updated
2026-07-24
Source record
OAI-PMH GetRecord
citation

Jakupi, Antje. Zur Rekonstruktion historischer Biodiversität aus archivalischen Quellen: Das Beispiel des Oderbruchs (Brandenburg) im 18. Jahrhundert. 2012. https://hdl.handle.net/11858/00-1735-0000-0006-AD00-C