Georg-August-Universität Göttingen
Explizite Prozesskoordination von Entscheidungsfindungsgruppen
Abstract
dc:descriptionIm Fokus der vorliegenden Arbeit steht die Koordination von Entscheidungsprozessen in Gruppen. Vor dem Hintergrund einschlägiger theoretischer Konzepte der Gruppenkoordination und empirischer Befunde zur Entscheidungsfindung wird davon ausgegangen, dass Gruppenentscheidungsprozesse sehr komplex und mit hohen Koordinationsanforderungen an die Gruppenmitglieder verbunden sind. Ausgehend von dem Modell der Koordinationsmodi (Wittenbaum, Vaughan & Stasser, 1998) wird die Bedeutung expliziter Koordination während des Interaktionsprozesses für das Entscheiden von Gruppen untersucht. In Studie 1 und 2 werden subjektive Koordinationstheorien von Experten/-innen und Nicht-Experten/-innen erhoben. Die Ergebnisse zeigen, dass eine Vielzahl einfacher und komplexer Mechanismen zur Koordination von Gruppen bekannt sind, die mit unterschiedlichen Intentionen eingesetzt werden. Um der Frage nachzugehen, zu welchen Konsequenzen der Einsatz dieser Mechanismen führt, wird in Studie 3 der Einfluss expliziter Prozesskoordination auf die Entscheidungsgüte experimentell überprüft. Die Koordinationsmechanismen Informationen erfragen und Informationen wiederholen werden von einem/r inhaltlich neutralen, geschulten Moderator/-in ausgeführt. Es zeigt sich, dass das Erfragen von Informationen weder den Informationsaustausch noch die Entscheidung verbessert. Durch das Wiederholen von Informationen kann hingegen eine Optimierung des Informationsaustauschs und dadurch eine bessere Gruppenentscheidung erreicht werden. Es wird diskutiert, dass neben der Erhebung der subjektiven Perspektive auf die Koordination und der Überprüfung der Wirksamkeit einzelner Koordinationsmechanismen die Untersuchung von Koordination im Interaktionsprozess wesentlich ist, um Aussagen über die situative Effektivität einzelner Koordinationsmechanismen zu treffen. Dazu wird eine Methode entwickelt, die eine mikroanalytische Erfassung der Koordination von Gruppendiskussionen erlaubt. Ausgehend von dem bisher uneinheitlichen Vorgehen in der Aufbereitung von transkribierten Gruppendiskussionen, und den fehlenden Methoden zur Definition von Kodiereinheiten, wird zusätzlich ein Verfahren entwickelt, das eine regelgeleitete und reliable Bildung von Kodiereinheiten ermöglicht. Auf Grundlage der entwickelten Verfahren wird abschließend ein Design entwickelt, welches einen systematischen Vergleich der Koordinationsmechanismen erfolgreicher und nicht erfolgreicher Entscheidungsfindungsgruppen erlaubt.
Author and committee
dc:creator, dc:contributor.*- Author dc:creator
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- Kolbe, Michaela
- Contributors dc:contributor
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- Boos, Margarete Prof. Dr.
- Strack, Micha PD Dr.
Subjects
dc:subject × 11Rights
dc:rights- Language dc:language
- ger
Identifiers
dc:identifier.*- Identifier
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https://dx.doi.org/10.53846/goediss-195
urn:nbn:de:gbv:7-webdoc-1431-2
webdoc-1431
526174587 - OAI identifier oai:identifier
- oai:ediss.uni-goettingen.de:11858/00-1735-0000-0006-AC4B-E