Georg-August-Universität Göttingen
The access to causal relations in semantic memory
Abstract
dc:descriptionIn dieser Dissertation wurde die Dissoziation zwischen der Causal Model Theorie und der Assoziationistischen Ansicht über die Repräsentation von Kausalrelationen im semantischen Gedächtnis untersucht. Die Assoziationistische Ansicht postuliert, dass kausale Relationen und andere Relationen als Assoziationen im semantischen Gedächtnis repräsentiert sind. Die Ansicht der Causal Model Theorie jedoch behauptet, dass Kausalität und andere Relationen getrennt repräsentiert werden, inklusive aller ihrer spezifischen Eigenschaften, v.a. kausaler Gerichtetheit. Diese zwei unterschiedlichen Ansichten wurden empirisch in sechs Experimenten getestet, in denen der Abrufprozess manipuliert worden ist. In den ersten drei Experimenten wurde die Abrufasymmetrie von Kausalrelationen untersucht. Die Versuchspersonen sahen Wortpaare, wobei ein Wort nach dem anderen präsentiert wurde. Die Worte beschrieben Ereignisse, die entweder auf eine Ursache ( z. B. Funken) oder auf einen Effekt ( z. B. Feuer) Bezug nahmen. Die zeitliche Abfolge, in der die Wörter präsentiert wurden, und die Frage, welche die Versuchsperson beantworten sollte, wurden manipuliert. Zusätzlich hatten die kausalen Wortpaare eine symmetrische Assoziationsstärke in die prädiktive (Ursache-Effekt) und in die diagnostische (Effekt-Ursache) Richtung, damit sollte vermieden werden, dass eine Abrufasymmetrie durch eine assoziative Asymmetrie hervorgerufen wird. Die Ergebnisse zeigten, dass die Beantwortung einer Frage nach der Existenz eines Kausalzusammenhangs schneller gegeben wurde, wenn das erste Wort auf die Ursache verwies und das zweite Wort auf den Effekt als in die entgegengesetzte Richtung. Im Anschluss wurde die Untersuchung der Abrufasymmetrie durch einen aufgabenspezifischen Zugriff weiter differenziert: auf Kausalrelationen mussten entweder kausal oder assoziativ zugegriffen werden. Wenn eine Assoziation zwischen den Wörtern determiniert werden musste, zeigte sich keine Abrufasymmetrie, aber bei kausalem Abruf zeigte sich die Asymmetrie wie in den Untersuchungen zuvor. Diese Ergebnisse weisen darauf hin, dass die Versuchsteilnehmer in der Lage waren, verschiedene Wissensinhalte über Relationen aufgabenspezifisch abzurufen. Der Unterschied zwischen der Causal Model Theorie und dem Assoziationistische Ansatz wurde zusätzlich in einer explorativen funktionalen Kernspin Studie untersucht. In dieser Studie konnten erste Hinweise gefunden werden, dass der aufgabenspezifische Zugriff auf Kausalrelationen nicht nur Verhaltensunterschiede verursacht, sondern sich auch in unterschiedlichen zerebralen Aktivierungsmustern wiederspiegelt. Die Ergebnisse aller Experimente deuten darauf hin, dass Kausalrelationen als separate Relationen im semantischen Gedächtnis inklusive ihrer Gerichtetheit repräsentiert sind und als solche auch spezifisch abgerufen werden können. Diese Ansicht wird von der Causal Model Theorie vertreten.
Author and committee
dc:creator, dc:contributor.*- Author dc:creator
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- Sellner, Daniela
- Contributors dc:contributor
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- Waldmann, Michael R. Prof. Dr.
- Lüer, Gerd Prof. Dr.
Subjects
dc:subject × 17Rights
dc:rights- Language dc:language
- eng
Identifiers
dc:identifier.*- Identifier
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https://dx.doi.org/10.53846/goediss-134
urn:nbn:de:gbv:7-webdoc-1232-7
webdoc-1232
359789102 - OAI identifier oai:identifier
- oai:ediss.uni-goettingen.de:11858/00-1735-0000-0006-AC10-0