Freie Universität Berlin
Klinischer Verlauf von Patientinnen mit malignem Pleuraerguss bzw. Pleurakarzinose beim Ovarialkarzinom
Abstract
dc:description.abstractEinleitung: Das Ovarialkarzinom ist das dritthäufigste Genitalkarzinom der Frau und stellt unter den gynäkologischen Tumoren die häufigste Todesursache dar. Das Auftreten eines malignen Pleuraergusses bzw. einer Pleurakarzinose im Rahmen eines EOC (epitheliales Ovarialkarzinom, Peritonealkarzinom oder Tubenkarzinom) ist Ausdruck einer fortgeschrittenen Tumorerkrankung und geht mit einem reduzierten Überleben ab der Erstdiagnose des malignen Pleuraergusses bzw. der Pleurakarzinose einher. Dennoch existieren in der Literatur dazu wenige Studien. Methodik: 141 Patientinnen der Charité mit einem EOC und malignen Pleuraergüssen bzw. einer Pleurakarzinose wurden retrospektiv analysiert. Ergebnisse: Die Inzidenz von malignen Pleuraergüssen bzw. einer Pleurakarzinose beim EOC insgesamt lag in der Charité bei 7,2%, bei den Primärfällen bei 9,4%. 90,7% wiesen eine seröse Histologie auf, der Anteil an G3-Karzinomen lag bei 73%, die Fernmetastasierungsrate bei 51,1% und die Gesamtüberlebenszeit ab Erstdiagnose des EOC bei nur 31,4 Monaten. 82,3% der Patientinnen waren zum Zeitpunkt des ersten Auftretens eines malignen Pleuraergusses bzw. einer Pleurakarzinose symptomatisch. Dies zeigt sich im deutlich schlechteren ECOG unserer Patientinnen zum Zeitpunkt des Auftretens (23% mit ECOG 2-3). In der Subgruppe der Patientinnen mit einem malignen Pleuraerguss bzw. einer Pleurakarzinose bei Primärdiagnose des EOC zeigte sich ein Vorteil für die Patientinnen, bei denen eine makroskopische Tumorfreiheit erreicht wurde (25,3 Monate vs. 14 Monate). Die Prognose nach dem Auftreten eines malignen Pleuraergusses bzw. einer Pleurakarzinose ist äußerst schlecht (9,9 Monate). Unsere Daten zeigen, dass für die Prognose der Zeitpunkt des Auftretens (Primärsituation 21,4 Monate vs. im Rezidv 7,3 Monate), die Platinsensitivität (im platinsensiblen Intervall 16,4 Monate, vs. im platinresistenten Intervall 5,7 Monate) und der ECOG (ECOG 0-1 15,8 Monate vs ECOG 2-3 7,7 Monate) zu diesem Zeitpunkt relevant sind. Ein weiterer Prognoseparameter ist die Effektivität der palliativen Therapie des malignen Pleuraergusses bzw. der Pleurakarzinose. Patientinnen, die nach einer ersten Pleurodese oder Pleurapunktion, 5 Monate keinen Rezidiverguss bekamen, überlebten im Mittel noch 16,4 Monate, respektive 4,5 Monate die Patientinnen, bei denen der Rezidiverguss früher auftrat. Schlussfolgerung: Insgesamt spricht die vorwiegend schlecht differenzierte seröse Histologie mit hoher Fernmetastasierungsrate und schlechter Gesamtüberlebenszeit für einen aggressiveren zu Grunde liegenden Tumortyp. Des Weiteren haben Platinsensitivität, ein guter Allgemeinzustand und die Effektivität der durchgeführten palliativen Therapie des malignen Pleuraergusses bzw. der Pleurakarzinose einen positiven Einfluss auf die grundsätzlich schlechte Prognose.
Author and committee
dc:creator, dc:contributor.*- Author dc:creator
-
- Opalka, Jana, geb. Kaulich
Subjects
dc:subject × 3Rights
- Licence dc:rights.uri
- Language dc:language
- ger
Identifiers
dc:identifier.*- Identifier URI
- http://dx.doi.org/10.17169/refubium-13917