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Freie Universität Berlin

Validierung eines Algorithmus für die initiale Zuweisung von Notfallpatienten mit Leitsymptom Schwindel zur Hals-Nasen-Ohrenheilkunde oder Neurologie

Abstract

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Einleitung: Akuter Schwindel ist einer der häufigsten Gründe, dass Patienten eine Notaufnahme aufsuchen. Die Ursachen von Schwindel sind vielfältig und erfordern teilweise umfangreiche Diagnostik. Die verschiedenen ursächlichen Erkrankungen umfassen beispielsweise gutartigen Lagerungsschwindel bis lebensbedrohlichen Schlaganfall und werden von unterschiedlichen Fachdisziplinen behandelt. Verzögerte Zuordnungen zur entsprechenden Fachdisziplin können die Behandlungsqualität in der Notfallversorgung gefährden und knappe Ressourcen zusätzlich belasten. Für die intendierte initiale Zuordnung von Schwindelpatienten zur Fachdisziplin wurde daher ein Algorithmus etabliert und seine Anwendbarkeit und Verlässlichkeit überprüft. Methodik: Geschulte Pflegekräfte ordneten mit Hilfe des o.g. Algorithmus bereits in der Erstsichtung der Notaufnahme noch vor dem ärztlichen Erstkontakt die Patienten mit Leitsymptom Schwindel der Fachdisziplin Hals-Nasen-Ohrenheilkunde (HNO), Innere Medizin oder Neurologie zu. Die im Zeitraum 2018 bis 2019 erhobenen Daten analysierten wir retrospektiv. Zur Überprüfung des Algorithmus wurden dabei zwei Kohorten mit jeweils 500 Patienten vor und nach Etablierung des Algorithmus verglichen. In der Analyse berücksichtigten wir unter anderem Schwindelcharakteristika, Behandlungsdauer und finale Diagnosen. Zusätzlich wurden potenzielle Zusammenhänge zwischen den einzelnen untersuchten Merkmalen der Schwindelpatienten überprüft. Das Signifikanzniveau wurde bei p ≤ 0,05 festgelegt. Ergebnisse: Für die insgesamt 1 000 untersuchten Notfallpatienten mit dem Leitsymptom Schwindel konnte mithilfe des Algorithmus die initiale intendierte Zuordnung zur Fachdisziplin nicht verbessert werden (p = 0,507). Die meisten Patienten (67,5 %) wurden initial der Fachdisziplin Neurologie zugeordnet. Die häufigste Diagnose war bei jedem vierten Patienten (25,9 %) ein benigner paroxysmaler Lagerungsschwindel. Bei jedem fünften Patienten (22,0 %) blieb die Schwindelursache unklar. Jeder neunte Patient (11,3 %) bot eine transitorische ischämische Attacke oder einen Schlaganfall. Bei fast einem Drittel der Patienten (29,2 %) wurde der Algorithmus nicht wie intendiert angewendet. Schlussfolgerungen: Der Algorithmus für Notfallpatienten mit dem Leitsymptom Schwindel konnte im Rahmen der Erstsichtung durch Pflegekräfte vor dem ärztlichen Erstkontakt zu einem großen Anteil verlässlich eingesetzt werden. Insgesamt kam es durch die Anwendung des Algorithmus zu keiner Verbesserung der initial intendierten Zuordnung zur Fachdisziplin. Vor allem für die zeitkritischen Patienten mit Schlaganfall ergaben sich durch die Anwendung des Algorithmus im Sinne einer früheren Erkennung keine zeitlichen Behandlungsvor-, aber auch keine -nachteile. Die Warte- und Behandlungszeiten der verschiedenen Fachdisziplinen unterschieden sich vor und nach Etablierung des Algorithmus nicht signifikant.

Author and committee

dc:creator, dc:contributor.*
Author dc:creator
  • Wolfowski, Alina

Subjects

dc:subject × 7

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Language dc:language
ger

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Freie Universität Berlin
Base URL
refubium.fu-berlin.de/oai/request
Last updated
2026-08-21
Source record
OAI-PMH GetRecord
citation

Wolfowski, Alina. Validierung eines Algorithmus für die initiale Zuweisung von Notfallpatienten mit Leitsymptom Schwindel zur Hals-Nasen-Ohrenheilkunde oder Neurologie. 2026. https://refubium.fu-berlin.de/handle/fub188/52012