{"id":{"repo_id":"fu-berlin","oai_identifier":"oai:refubium.fu-berlin.de:fub188/51969"},"canonical_url":"https://search.dev.ndltd.org/etd/fu-berlin/oai:refubium.fu-berlin.de:fub188/51969","repository":{"repo_id":"fu-berlin","name":"Freie Universität Berlin","base_url":"https://refubium.fu-berlin.de/oai/request"},"display":{"title":"Risikofaktoren für Infektionen mit Pseudomonas aeruginosa bei stationärer Aufnahme an den Krankenhäusern der Universitätsmedizin Charité Berlin","abstract":"Durch die übermäßige und unkontrollierte Anwendung von Antibiotika wird die Entstehung von Antibiotikaresistenzen unterstützt und die zukünftigen Therapieoptionen nachhaltig verringert. Patient*innen mit ambulant erworbenen Infektionen, welche stationär behandelt werden müssen, erhalten meist eine kalkulierte antibiotische Therapie mit Wirkstoffen gegen ein breites Spektrum an Bakterien. Penicilline in Kombination mit Betalactamase-Inhibitoren wie „Piperacillin + Tazobactam“ sind inzwischen in Krankenhäusern in Deutschland die am häufigsten angewendete antimikrobielle Wirkstoffkombination. Insbesondere die Wirksamkeit gegenüber Pseudomonas aeruginosa (PAE) unterscheidet diese Substanzen gegenüber den Alternativen mit einem schmaleren Wirkspektrum. Viele dieser Substanzen werden durch die „World Health Organization“ (WHO) bereits als Reserveantibiotika eingestuft oder befinden sich im Beobachtungsstatus. Durch die unzureichende Kenntnis von spezifischen Risikofaktoren für ambulant erworbene Infektionen mit PAE auf regionaler sowie lokaler Ebene ist das Selektieren der Auswahlkriterien für die richtige Substanzwahl besonders erschwert. Ziel dieser Studie war es, Risikofaktoren für eine PAE-Infektionen bei Krankenhausaufnahme zu identifizieren. In dieser retrospektiven Kohorte von 2015 bis 2020 wurden alle Patient*innen, die zum Aufnahmezeitpunkt 18 Jahre oder älter waren und bei denen PAE und/oder Enterobacterales (EBA) in einer invasiven klinischen Probe nachgewiesen wurde, eingeschlossen. Die Probe wurde innerhalb von 48 Stunden nach der Aufnahme in die Charité Universitätsmedizin Berlin entnommen. Insgesamt wurden 27710 Patient*innen in der Studie mit einbezogen. Bei 3764 Patient*innen (13,6%) wurde invasiv PAE nachgewiesen. Um spezifischere Risikofaktoren für PAE zu identifizieren, wurden zum Vergleich Patient*innen mit einem invasiven Nachweis von Bakterien der EBA-Gruppe verwendet. Am häufigsten wurde Escherichia coli (E.coli) bei 14142 Patient*innen (51%) nachgewiesen, darauf folgte der Nachweis von Klebsiella spp. bei 4432 Patient*innen (16%). Die Untersuchung zeigte, dass das männliche Geschlecht, der Nachweis eines multiresistenten PAE, sowie der Nachweis eines PAE aus klinischen Proben während eines früheren Krankenhausaufenthalts mit einem erhöhten Risiko für den Nachweis von PAE bei Infektionen verbunden waren. Das Risiko erhöhte sich deutlich mit der Aufnahme von Patient*innen auf eine Mukoviszidose-Station. Eine moderate Risikosteigerung gab es bei der Präsenz von chronischer Lungenerkrankung und einer Hemiplegie. Die Besiedlung mit multiresistenten gramnegativen Bakterien (MRGN), der EBA-Gruppe, ging mit einem verringerten Risiko für den Nachweis von PAE in klinischen Proben einher. Durch die gezielte Identifikation von Patienten mit einem Risiko für den Nachweis von PAE in klinischen Untersuchungsmaterialien wird im Sinne des „Antimicrobial Stewardship“ (AS) ein rationalerer Einsatz von Antibiotika mit antipseudomonalen Wirkspektrum ermöglicht.","abstract_html":"Durch die übermäßige und unkontrollierte Anwendung von Antibiotika wird die Entstehung von Antibiotikaresistenzen unterstützt und die zukünftigen Therapieoptionen nachhaltig verringert. Patient*innen mit ambulant erworbenen Infektionen, welche stationär behandelt werden müssen, erhalten meist eine kalkulierte antibiotische Therapie mit Wirkstoffen gegen ein breites Spektrum an Bakterien. Penicilline in Kombination mit Betalactamase-Inhibitoren wie „Piperacillin + Tazobactam“ sind inzwischen in Krankenhäusern in Deutschland die am häufigsten angewendete antimikrobielle Wirkstoffkombination. 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Ziel dieser Studie war es, Risikofaktoren für eine PAE-Infektionen bei Krankenhausaufnahme zu identifizieren. In dieser retrospektiven Kohorte von 2015 bis 2020 wurden alle Patient*innen, die zum Aufnahmezeitpunkt 18 Jahre oder älter waren und bei denen PAE und/oder Enterobacterales (EBA) in einer invasiven klinischen Probe nachgewiesen wurde, eingeschlossen. Die Probe wurde innerhalb von 48 Stunden nach der Aufnahme in die Charité Universitätsmedizin Berlin entnommen. Insgesamt wurden 27710 Patient*innen in der Studie mit einbezogen. Bei 3764 Patient*innen (13,6%) wurde invasiv PAE nachgewiesen. Um spezifischere Risikofaktoren für PAE zu identifizieren, wurden zum Vergleich Patient*innen mit einem invasiven Nachweis von Bakterien der EBA-Gruppe verwendet. Am häufigsten wurde Escherichia coli (E.coli) bei 14142 Patient*innen (51%) nachgewiesen, darauf folgte der Nachweis von Klebsiella spp. bei 4432 Patient*innen (16%). Die Untersuchung zeigte, dass das männliche Geschlecht, der Nachweis eines multiresistenten PAE, sowie der Nachweis eines PAE aus klinischen Proben während eines früheren Krankenhausaufenthalts mit einem erhöhten Risiko für den Nachweis von PAE bei Infektionen verbunden waren. Das Risiko erhöhte sich deutlich mit der Aufnahme von Patient*innen auf eine Mukoviszidose-Station. Eine moderate Risikosteigerung gab es bei der Präsenz von chronischer Lungenerkrankung und einer Hemiplegie. Die Besiedlung mit multiresistenten gramnegativen Bakterien (MRGN), der EBA-Gruppe, ging mit einem verringerten Risiko für den Nachweis von PAE in klinischen Proben einher. Durch die gezielte Identifikation von Patienten mit einem Risiko für den Nachweis von PAE in klinischen Untersuchungsmaterialien wird im Sinne des „Antimicrobial Stewardship“ (AS) ein rationalerer Einsatz von Antibiotika mit antipseudomonalen Wirkspektrum ermöglicht.","Many patients receive treatment with anti-pseudomonal antibiotics even if there is only a slight suspicion of a PAE infection. The reason for administration is usually based on an insufficient risk stratification regarding the invasive detection methods for PAE, resulting in excessive use of these antibiotics. A substantial number of these substances are designated by the WHO as reserve antibiotics or placed under observation status. Excessive and uncontrolled antibiotic use supports the emergence of multidrug-resistant pathogens and significantly reduces future treatment options. The study aimed to identify risk factors for invasive PAE infections on admission to the hospital. Patients were eligible for inclusion if they were aged 18 years or older and presented with evidence of PAE and/or EBA in clinical samples collected within 48 hours of admission to Charité University hospitals during the period from 2015 to 2020. Cumulatively 27710 patients were included in the study. Invasive PAE was detected in 3764 (13.6%) of the microbial samples. As a second cohort group and thus a comparison group, patients with an invasive detection of a bacterium of the EBA group were used. For example, E. coli was included, which was detected in 14142 (51%) patients, followed by Klebsiella spp. in 4432 (16%) patients. The results of the regression analysis showed that male patients had a higher risk of PAE detection. The risk was significantly increased in cases of prior colonization with a multidrug- resistant PAE (MDR-PAE) or evidence of PAE identified in clinical samples from an earlier hospitalization. Furthermore, admission to a specialized care unit for patients suffering from cystic fibrosis was also linked to a higher risk. Patients suffering from chronic lung and showed a slightly increased risk for the detection of PAE. Interestingly, colonization with non-PAE-MDRGN emerged as an independent protective factor. The targeted identification of risk factors plays a crucial role in identifying patients susceptible to pseudomonal infections. This study aims to enhance therapeutic antibiotic strategies. The judicious use of antibiotics is essential to counteract the escalating development of resistance, aligning with the principles of AS, which holds significance on social, political, and medical fronts."]},{"key":"dc:title","label":"Title","values":["Risikofaktoren für Infektionen mit Pseudomonas aeruginosa bei stationärer Aufnahme an den Krankenhäusern der Universitätsmedizin Charité Berlin"]}]}],"canonical_facts":{"dc:creator":["Reyle, Romeo Nicolai Max"],"dc:date.issued":["2026"],"dc:description.abstract":["Durch die übermäßige und unkontrollierte Anwendung von Antibiotika wird die Entstehung von Antibiotikaresistenzen unterstützt und die zukünftigen Therapieoptionen nachhaltig verringert. Patient*innen mit ambulant erworbenen Infektionen, welche stationär behandelt werden müssen, erhalten meist eine kalkulierte antibiotische Therapie mit Wirkstoffen gegen ein breites Spektrum an Bakterien. 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In dieser retrospektiven Kohorte von 2015 bis 2020 wurden alle Patient*innen, die zum Aufnahmezeitpunkt 18 Jahre oder älter waren und bei denen PAE und/oder Enterobacterales (EBA) in einer invasiven klinischen Probe nachgewiesen wurde, eingeschlossen. Die Probe wurde innerhalb von 48 Stunden nach der Aufnahme in die Charité Universitätsmedizin Berlin entnommen. Insgesamt wurden 27710 Patient*innen in der Studie mit einbezogen. Bei 3764 Patient*innen (13,6%) wurde invasiv PAE nachgewiesen. Um spezifischere Risikofaktoren für PAE zu identifizieren, wurden zum Vergleich Patient*innen mit einem invasiven Nachweis von Bakterien der EBA-Gruppe verwendet. Am häufigsten wurde Escherichia coli (E.coli) bei 14142 Patient*innen (51%) nachgewiesen, darauf folgte der Nachweis von Klebsiella spp. bei 4432 Patient*innen (16%). 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Durch die gezielte Identifikation von Patienten mit einem Risiko für den Nachweis von PAE in klinischen Untersuchungsmaterialien wird im Sinne des „Antimicrobial Stewardship“ (AS) ein rationalerer Einsatz von Antibiotika mit antipseudomonalen Wirkspektrum ermöglicht.","Many patients receive treatment with anti-pseudomonal antibiotics even if there is only a slight suspicion of a PAE infection. The reason for administration is usually based on an insufficient risk stratification regarding the invasive detection methods for PAE, resulting in excessive use of these antibiotics. A substantial number of these substances are designated by the WHO as reserve antibiotics or placed under observation status. Excessive and uncontrolled antibiotic use supports the emergence of multidrug-resistant pathogens and significantly reduces future treatment options. The study aimed to identify risk factors for invasive PAE infections on admission to the hospital. Patients were eligible for inclusion if they were aged 18 years or older and presented with evidence of PAE and/or EBA in clinical samples collected within 48 hours of admission to Charité University hospitals during the period from 2015 to 2020. Cumulatively 27710 patients were included in the study. Invasive PAE was detected in 3764 (13.6%) of the microbial samples. As a second cohort group and thus a comparison group, patients with an invasive detection of a bacterium of the EBA group were used. For example, E. coli was included, which was detected in 14142 (51%) patients, followed by Klebsiella spp. in 4432 (16%) patients. The results of the regression analysis showed that male patients had a higher risk of PAE detection. The risk was significantly increased in cases of prior colonization with a multidrug- resistant PAE (MDR-PAE) or evidence of PAE identified in clinical samples from an earlier hospitalization. Furthermore, admission to a specialized care unit for patients suffering from cystic fibrosis was also linked to a higher risk. Patients suffering from chronic lung and showed a slightly increased risk for the detection of PAE. Interestingly, colonization with non-PAE-MDRGN emerged as an independent protective factor. The targeted identification of risk factors plays a crucial role in identifying patients susceptible to pseudomonal infections. This study aims to enhance therapeutic antibiotic strategies. 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