Freie Universität Berlin
Klassifikation der periprothetischen Membran gelockerter Hüft- und Knieendoprothesen
Abstract
dc:description.abstractHintergrund und Ziele: Innerhalb eines Zeitraumes von 10 Jahren tritt bei 3-15 % der Knie- und Hüftendoprothesen eine Lockerung auf. Zwischen Implantat und Knochen bzw. Knochenzement und Knochen bildet sich die sogenannte periprothetische Membran aus, welche Rückschlüsse auf die zugrunde liegende Ursache der Lockerung erlaubt. Die histopathologische Untersuchung ist ein geeignetes Routineverfahren, um wertvolle Informationen über die Ätiologie des Lockerungsmechanismus zu erhalten. Ziel dieser Arbeit ist es, anhand histomorphologisch definierter Kriterien eine standardisierte Klassifikation der periprothetischen Membran zu etablieren. Material und Methode: Mittels morphologischer und polarisationsoptischer Kriterien wurden vier histopathologische Typen der periprothetischen Membran definiert: Typ I, Periprothetische Membran vom abriebinduzierten Typ; Multinukleäre Riesenzellen und Makrophagen nehmen eine Fläche von mehr als 20 % ein, Nachweis von Abriebmaterial. Typ II, Periprothetische Membran vom infektiösen Typ; Nachweis von neutrophilen Granulozyten, in Anlehnung an die Arbeiten von Pandey und Mitarbeiter von 1999 und 2000: im Durchschnitt ein neutrophiler Granulozyt und mehr pro Gesichtsfeld bei 400facher Vergrößerung nach mindestens 10 Gesichtsfeldern, sehr wenig Abriebmaterial. Typ III, Periprothetische Membran vom Mischtyp; Merkmale von Typ I und Typ II liegen in ungefähr gleichgroßen Flächenanteilen vor. Typ IV, Periprothetische Membran vom Indifferenztyp; es liegen weder Eigenschaften von Typ I noch Typ II vor. Nach dem erstellten Klassifikationsystem wurden periprothetische Membranen von 288 Patienten (weiblich=173, männlich=115, mittleres Alter 68 Jahre, 231 Hüft- und 57 Knieendoprothesen, mittlere Standzeit 7,5 Jahre) histopathologisch beurteilt. Ein mikrobiologischer Befund wurde von 269 Proben erhoben. Ergebnisse: Die mittlere Prothesenstandzeit betrug für die periprothetische Membran vom Abriebtyp 10,4 Jahre, vom infektiösen Typ 2,7 Jahre, vom Mischtyp 5,1 Jahre und vom Indifferenztyp 5,5 Jahre. Zwischen den Befundern zeigte sich eine gute Übereinstimmung bei der Einteilung der untersuchten Membranen in die vier histopathologischen Typen (Cohens Kappa=0,765, p<0,0005 ). Ebenso zeigten die histopathologischen Typen ein gute Korrelation zu den mikrobiologischen Resultaten (Cohens Kappa=0,713, p<0.0005) Schlussfolgerung: Das vorgestellte Klassifikationssystem ist ein geeignetes Mittel zur standardisierten Routinediagnostik der periprothetischen Membran und stellt eine Basis zur ätiologischen Abklärung der Endoprothesenlockerung zur Verfügung.
Author and committee
dc:creator, dc:contributor.*- Author dc:creator
-
- Claßen, Rolf-Alexander
Subjects
dc:subject × 6Rights
- Licence dc:rights.uri
- Language dc:language
- ger
Identifiers
dc:identifier.*- Identifier URI
- http://dx.doi.org/10.17169/refubium-9337