{"id":{"repo_id":"fu-berlin","oai_identifier":"oai:refubium.fu-berlin.de:fub188/4895"},"canonical_url":"https://search.dev.ndltd.org/etd/fu-berlin/oai:refubium.fu-berlin.de:fub188/4895","repository":{"repo_id":"fu-berlin","name":"Freie Universität Berlin","base_url":"https://refubium.fu-berlin.de/oai/request"},"display":{"title":"Imagination - Erkenntnis - Medien","abstract":"Infolge der Mediatisierung der Welt wird heute die grundsätzliche Bedeutung der Bilder für die Erzeugung menschlichen Wissens sichtbar. Der Veränderungsprozess der Wahrnehmung im Verlaufe des „Medienzeitalters“ und Perspektiven seiner historischen Vorraussetzungen werden in dieser Arbeit zum Anlass genommen, die Frage zu stellen, was die Bildmedien als Ausdruck kultureller Logik mit dem Bildhaften im Menschen verbindet. Das Anliegen ist hier eine anthropozentrische Fragestellung zwischen Medienmarginalismus und Medienfundamentalismus-: im Mittelpunkt des Interesses an den, zur öffentlichen Angelegenheit gewordenen Bildern steht dabei die sie produzierende und konsumierende Imagination und ihre kulturell bedingten Veränderungsprozesse. Als solches wird im ersten Kapitel zunächst die als Imagination, Phantasie, bildhaftes Denken oder Einbildungskraft bezeichnete menschliche Fähigkeit in ihrer Bedeutung im Erkenntnisprozess untersucht. Über einen Ausflug in die abendländische Ideengeschichte wird Imagination in ihrem Verhältnis zu Wahrnehmung und Denken befragt. Dabei erschließt die Intentionalität des Bewusstseins eine grundlegende Basis zum Verständnis der Imagination. Weitere Charakteristiken ergeben sich aus ihrem Wirken im Spannungsfeld von Urteil und Begehren, der Beziehung zum Phänomen der Zeit sowie die individualisierende und konstruktivistische Funktion im Bilden von Vorstellungen. Im zweiten Kapitel wird eine Genese der Bildmedien skizziert unter der Prämisse, dass sich Medienentwicklung und Geistesgeschichte gegenseitig bedingen. An Symptomen und Entwicklungspunkten der Mediengeschichte wie der Zentralperspektive und dem Panoramabild - als Be- und Entgrenzungsversuchen des Sehens - wird themenzentriert dargestellt, welche Bewusstseins- und Wahrnehmungsveränderungen die Sehgewohnheiten des jeweiligen Zeitabschnitts im Hinblick auf eine veränderte Erkenntnisfunktion der Imagination hervorbringen. Dabei hat die Verwendung der Bildmedien in einer Kontrolle des Sichtbaren bei gleichzeitiger Verkennung der damit korrespondierenden inneren, mentalen Bilder des Menschen wesentlich zur Infragestellung des Sichtbaren über die Frage was ist Realität und Fiktion? - bis hin zum Spiel mit der Sichtbarkeit geführt. Das im Laufe der Medienentwicklung eingetretene Problem einer Spaltung in Imagination und „Imaginäres“ wird im Weiteren als Herausforderung für eine „Aufklärung“ der Imagination aufgefasst: Das dominant gewordene „Sehen“ benötigt ein „Spüren“, welches die eigene Tätigkeit der Imagination verdeutlicht. Im dritten Kapitel werden jene Merkmale der Imagination untersucht, welche unter dem Aspekt der Selbsterkundung des Denkens zu einer solchen Aufklärung beitragen. Mit Hilfe der Differenzierung zwischen „objektivierten“ und „inkarnierten“ Wissensformen wird die behandelte Fragestellung weiter anthropozentrisch vertieft und zeigt, dass Imagination zur Verdeutlichung des Übergangs von impliziten zu expliziten Bewusstseinsprozessen eine entscheidende Rolle spielt. Ein zentrales Ergebnis der Studie ist es, die kinästhetische Fähigkeit der Imagination in ihrer Vermittlung von Bild, Begriff und körperlichen Wahrnehmungsprozessen als eine kognitive Ressource mit Entwicklungspotential zu ermitteln.","abstract_html":"Infolge der Mediatisierung der Welt wird heute die grundsätzliche Bedeutung der Bilder für die Erzeugung menschlichen Wissens sichtbar. Der Veränderungsprozess der Wahrnehmung im Verlaufe des „Medienzeitalters“ und Perspektiven seiner historischen Vorraussetzungen werden in dieser Arbeit zum Anlass genommen, die Frage zu stellen, was die Bildmedien als Ausdruck kultureller Logik mit dem Bildhaften im Menschen verbindet. Das Anliegen ist hier eine anthropozentrische Fragestellung zwischen Medienmarginalismus und Medienfundamentalismus-: im Mittelpunkt des Interesses an den, zur öffentlichen Angelegenheit gewordenen Bildern steht dabei die sie produzierende und konsumierende Imagination und ihre kulturell bedingten Veränderungsprozesse. 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Zur Bedeutung der Imagination im Erkenntnisprozess 9 Einführung 10 1.1. Anmerkungen zur erkenntnistheoretischen Bedeutung der Imagination in der Geschichte der abendländischen Philosophie 11 1.2. Imagination zwischen Wahrnehmung und Denken 18 1.2.1. Das Bildbewusstsein als Negation des Wahrnehmungsbewusstseins 18 1.2.2. Zur Unterscheidung von Vorstellung und Wahrnehmung 22 1.2.3. Der „Thing-error“: Kritik an der Bildtheorie des Vorstellens 27 1.2.4. Das Bild unter dem Aspekt der „wesenhaften Armut“ 30 1.2.5. Das intentionale Bewusstsein 35 1.3. Imagination in der Konstitution von Erkenntnis 40 1.3.1. Phantasie zwischen Urteil und Begehren 40 1.3.2. Individualisierung durch die Vorstellung 47 1.3.3. Phantasie und Zeitbewusstsein 55 Zusammenfassung 65 II Imagination im Zeitalter der Bildmedien 2\\. Die Entstehung der neuzeitlichen Rationalität und die Erfindung der Bildmedien 67 2.1. Bild und Begriff 68 2.2. Die Mobilisierung des Sehens 78 2.2.1. Die Zentralperspektive 78 2.2.2. Das Panorama 87 3\\. Die Spaltung der Phantasie 96 3.1. Vom öffentlichen Blick zum Projektil des Bildes 96 3.1.1. Die Instrumentalisierung des öffentlichen Blicks 96 3.1.2. Das Projektil des Bildes 98 3.2. Die Verwertung der Phantasie 102 4\\. Wiedersehen und Deuten 108 4.1. Fülle und Leere 110 4.2. Vergrößerung der Gegenwart 120 4.3. Der zweite Blick 128 Zusammenfassung 141 III Imagination und Erfahrbarkeit des Denkens 5\\. Aufbruch: Vom Sehen zum Spüren 143 5.1. Das Implizite und seine Bedeutung für die Imagination 147 5.2. Zur Kinästhetik der Imagination 153 Ausblick 160 Literaturverzeichnis 164"]},{"key":"dc:description.abstract","label":"Abstract","values":["Infolge der Mediatisierung der Welt wird heute die grundsätzliche Bedeutung der Bilder für die Erzeugung menschlichen Wissens sichtbar. 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Dabei hat die Verwendung der Bildmedien in einer Kontrolle des Sichtbaren bei gleichzeitiger Verkennung der damit korrespondierenden inneren, mentalen Bilder des Menschen wesentlich zur Infragestellung des Sichtbaren über die Frage was ist Realität und Fiktion? - bis hin zum Spiel mit der Sichtbarkeit geführt. Das im Laufe der Medienentwicklung eingetretene Problem einer Spaltung in Imagination und „Imaginäres“ wird im Weiteren als Herausforderung für eine „Aufklärung“ der Imagination aufgefasst: Das dominant gewordene „Sehen“ benötigt ein „Spüren“, welches die eigene Tätigkeit der Imagination verdeutlicht. Im dritten Kapitel werden jene Merkmale der Imagination untersucht, welche unter dem Aspekt der Selbsterkundung des Denkens zu einer solchen Aufklärung beitragen. Mit Hilfe der Differenzierung zwischen „objektivierten“ und „inkarnierten“ Wissensformen wird die behandelte Fragestellung weiter anthropozentrisch vertieft und zeigt, dass Imagination zur Verdeutlichung des Übergangs von impliziten zu expliziten Bewusstseinsprozessen eine entscheidende Rolle spielt. Ein zentrales Ergebnis der Studie ist es, die kinästhetische Fähigkeit der Imagination in ihrer Vermittlung von Bild, Begriff und körperlichen Wahrnehmungsprozessen als eine kognitive Ressource mit Entwicklungspotential zu ermitteln.","The fundamental significance of images for the production of human knowledge is apparently due to the mediatisation of the world. The process of change of perception in the course of the “age of media” and the perspectives of its historical preconditions are used in the published essay as an opportunity to question the connection between the image media as the result of the expression of cultural logic and the vivid abilities in human beings. Particular attention was paid to an anthroprocentric statement between the marginalism of the media and the fundamentalism of the media: in the centre of attention of the images which turned to a public matter is the imagination which is produced and consumed by the images, and as a result, the culturally caused processes of change. Initially, the first chapter investigates the human ability denoted as imagination, phantasy, vivid thinking or power of ideas in their significance in the perceptive process. By means of an excursion to the occidental philosophy imagination was examined in its relationship to perception and thinking. While doing so, the intentionality of the consciousness reveals the fundamental basis to the comprehension of imagination. Additional characteristics are produced by their effect in the area of tension of judgement and desire, the relationship to the phenomenon of time and the individualistic and constructive function in the formation of ideas. The second chapter outlines the genesis of the image media on condition that the development of the media and the intellectual history cause each other mutually. On the basis of symptoms and development subjects of the history of the media like the central perspective and the panoroma picture – in order to show the limits and the possibilities of the strength of vision – a thematic related description is given to show which alterations in the consciousness and perception produce the visual habits of the current period of time considering the changed function of understanding of the imagination. With that, the use of the image media leads by means of the control of the visible with simultaneous misjudgment of the corresponding interior mental images of the human being considerably to the questioning of the visible, considering the question: what is reality and fiction? up to the gamble with visibility. The problem of a split of imagination and “imaginary” – occurred in the course of the development of the media – is interpreted in the following as a challenge for an “enlightment” of the imagination: the dominant feature of the “seeing” requires a “perception” in order to explain the inherent acitivity of imagination. The third chapter investigates those characteristics of the imagination which contribute – looking at it from the point of view of self-reconnaissance of thinking – to such enlightment. With the help of the distinction between “objectivic” and “personified” fields of knowledge the examined question is consolidated in an anthropocentric way. Beyond it, it shows that imagination plays an important part in order to elucidate the transition from implicite to explicite perceptive processes. A central result of the essay is to investigate the kinesthetic ability of imagination in its supplying of image, conception and physical processes of perceptions as a cognitive resource with inherent potential of development."]},{"key":"dc:title","label":"Title","values":["Imagination - Erkenntnis - Medien"]}]}],"canonical_facts":{"dc:creator":["Wettig, Sabine"],"dc:date.issued":["2008"],"dc:description":["Inhaltsverzeichnis Einleitung 3 I Imagination als Erkenntnisorgan 1\\. Zur Bedeutung der Imagination im Erkenntnisprozess 9 Einführung 10 1.1. Anmerkungen zur erkenntnistheoretischen Bedeutung der Imagination in der Geschichte der abendländischen Philosophie 11 1.2. Imagination zwischen Wahrnehmung und Denken 18 1.2.1. Das Bildbewusstsein als Negation des Wahrnehmungsbewusstseins 18 1.2.2. Zur Unterscheidung von Vorstellung und Wahrnehmung 22 1.2.3. Der „Thing-error“: Kritik an der Bildtheorie des Vorstellens 27 1.2.4. Das Bild unter dem Aspekt der „wesenhaften Armut“ 30 1.2.5. 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