Freie Universität Berlin
Das onkologische Outcome von Patienten mit oralen Plattenepithelkarzinomen und primärer Radiochemotherapie
Abstract
dc:description.abstractEinleitung: Die operative Therapie stellt den Goldstandard in der Behandlung des oralen Plattenepithelkarzinoms dar. Nichtsdestotrotz kann es aufgrund eines fortgeschrittenen Krankheitsstadiums, Inoperabilität oder aufgrund des Patientenwillens zu Situationen kommen, in denen eine primäre Radiochemotherapie als Alternative durchgeführt werden kann. Das Ziel dieser Arbeit war die Evaluation der onkologischen Prognose dieses Patientenkollektives sowie die Rate an Osteoradionekrosen als Spätfolge nach Strahlentherapie. Methodik: Bei dieser Arbeit handelt es sich um eine retrospektive Beobachtungsstudie, in der Patienten mit oralen Plattenepithelkarzinomen und erhaltener primärer Radiochemotherapie zwischen 2013 und 2023 eingeschlossen wurden. Neben einer deskriptiven Statistik wurde das Gesamtüberleben sowie rezidivfreie Überleben mittels Kaplan-Meier-Überlebensanalyse und Cox-Regressionsanalyse bestimmt. Ergebnisse: Insgesamt konnten 135 Patienten eingeschlossen werden. Gründe für eine primäre Radiochemotherapie waren in 85,2% der Fälle eine Inoperabilität des Befundes. Die restlichen 14,8% lehnten bei einem initial operablen Befund eine chirurgische Therapie ab. Während der Nachbeobachtungszeit entwickelten 41,5% der Patienten ein Lokalrezidiv nach einer medianen Zeit von 6 Monaten und 6,7% ein Halslymphknotenrezidiv nach einer medianen Zeit von 10 Monaten. Die Rate der Patienten, die eine Fernmetastasierung aufwiesen, lag bei 23,7%, wobei diese signifikant mit einem Lokalrezidiv (Odds-Ratio: 3,71) oder einem Halslymphknotenrezidiv (Odds-Ratio: 4,58) assoziiert war. Die Rate an Osteoradionekrosen lag bei 5,9%, wobei 50% dieser Patienten ein ausgedehntes operatives Procedere benötigten. Das 2-Jahres-Gesamtüberleben lag bei 36,6%, wobei ein fortgeschrittenes Krankheitsstadium, reduzierterer Gesundheitsstatus, eingeschränkte Therapie im Falle eines Lokalrezidives, nicht durchgeführte Salvage-Operation im Falle eines Lokalrezidives und ein Vorliegen von Fernmetastasen mit einem reduzierten Überleben assoziiert waren. Das 2-Jahres-rezidivfreie Überleben lag bei 41,3%, wobei ein fortgeschrittenes Krankheitsstadium eine signifikante Assoziation mit einer reduzierten Prognose zeigte. Schlussfolgerungen: In dieser Arbeit konnte gezeigt werden, dass eine primäre Radiochemotherapie im Sinne einer Zweitlinientherapie beim Mundhöhlenkarzinom mit einer reduzierten onkologischen Prognose verbunden war.
Author and committee
dc:creator, dc:contributor.*- Author dc:creator
-
- Mrosk, Friedrich
Subjects
dc:subject × 3Rights
- Licence dc:rights.uri
- Language dc:language
- ger
Identifiers
dc:identifier.*- Identifier URI
- http://dx.doi.org/10.17169/refubium-46418