Freie Universität Berlin
Vergleichsuntersuchung telemetrischer Hirndruckmessverfahren im Rahmen einer prospektiven Pilotstudie
Abstract
dc:description.abstractZielsetzung: Die Messung des intrakraniellen Druckes (ICP) spielt eine wichtige Rolle in verschiedenen neurointensivmedizinischen Situationen und in der langfristigen Betreuung und Behandlung der Patienten mit einem Liquorshunt. Derzeit sind weltweit nur zwei telemetrische Vollimplantate zur ICP-Messung verfügbar. Diese arbeiten nach verschiedenen technischen Prinzipien. In der vorliegenden prospektiven klinischen Pilotstudie sollen Patienten untersucht werden, bei denen aus klinischen Gründen beide Messsonden mit zeitlicher Überschneidung implantiert waren. Die Arbeit stellt den ersten In-vivo-Vergleich beider Messmethoden dar. Ziel der Untersuchung ist es, eine Grundlage der Vergleichbarkeit der Messdaten beider Methoden herzustellen. Material und Methodik: Das Studienvorhaben wurde der zuständigen Ethikkommission vorgelegt und die Durchführung genehmigt (Charité, EA1/278/12). Patienten mit primärer Subarachnoidalblutung (SAB) oder spontaner intrazerebraler Blutung (ICB) mit ventrikulärer Blutung, die aus klinischer Indikation eine telemetrische intraparenchymatöse ICP-Sonde (Raumedic NEUROVENT P-tel) erhalten hatten, wurden nach entsprechender Aufklärung und Einwilligung in die Studie eingeschlossen. Bei den Patienten, die im weiteren Verlauf aufgrund eines Hydrozephalus die Indikation zur Liquordrainage entwickelten, wurden je nach klinischer Indikation externe Ventrikeldrainagen und ggf. später ventrikuloperitoneale Shunts implantiert, die einen telemetrischen ICP-Sensor (Miethke Sensor-Reservoir) enthielten. Über alle Systeme wurden ICP-Werte gemessen. Aufgrund von einander überschneidenden Implantationszeiten, konnten zeitweise parallele Messungen der ICP-Werte über beide Geräte durchgeführt werden. Nach Explantation der telemetrischen intraparenchymatösen ICP-Sonde nach 3 Monaten führten wir ICP-Messungen nach drei und sechs Monaten über das Sensor-Reservoir durch. Die Unterschiede zwischen den mit der NEUROVENT-P-tel-Sonde, dem Miethke-Sensor-Reservoir und den teilweise implantierten EVD-Sonden gemessenen ICP-Werten wurden bewertet. Ergebnisse: Zwischen Februar 2016 und Oktober 2018 wurden 16 Patienten eingeschlossen, 6 weibliche und 10 männliche. Ein paralleles Messintervall von 3 Monaten wurde bei 11 Patienten erreicht. Die über das Sensor-Reservoir gemessenen ICP-Werte zeigten in 9 Fällen eine durchgehend übereinstimmende Tendenz im Vergleich zu den mit der Telemetrie-Sonde oder EVD gemessenen ICP-Werten. Die ICP-Differenz lag maximal bei 14,5 mmHg und minimal bei 0,0 mmHg. Die durchschnittliche ICP-Differenz lag bei 8 Fällen ≤ 3,5 mmHg. Schlussfolgerung: Die absoluten ICP-Werte der Messungen mit den verschiedenen Systemen stimmen nicht überein aber alle Systeme zeigen durchgehend eine synchrone ICP-Dynamik.
Author and committee
dc:creator, dc:contributor.*- Author dc:creator
-
- Dweek, Mamon
Subjects
dc:subject × 5Rights
- Licence dc:rights.uri
- Language dc:language
- ger
Identifiers
dc:identifier.*- Identifier URI
- http://dx.doi.org/10.17169/refubium-27659