Freie Universität Berlin
Bedeutung der Durchflusszytometrie im Kontext der Diagnostik des Multiplen Myeloms
Abstract
dc:description.abstractEinleitung: Das Multiple Myelom (MM) nimmt mit 10% einen bedeutenden Anteil der malignen hämatologischen Systemerkrankungen ein. Während sowohl histologische als auch zytologische Untersuchungen routinemäßig zur Bestimmung der Plasmazellquantität bei der Diagnosestellung eines MM eingesetzt werden, hat die Durchflusszytometrie (DFZ) in der MM-Diagnostik noch keinen weitreichenden Einzug in die klinische Routine gehalten. Dennoch wurden bereits zahlreiche Studien durchgeführt, die das Potential der DFZ zur Diagnosestellung eines MM untersuchten. Eine klare Abgrenzung eines MM von seiner Vorstufe konnte lediglich in einer Studie gezeigt werden. Methodik: Sämtliche Patienten, bei denen in den Jahren 2008 und 2009 an der Medizinischen Klinik mit Schwerpunkt Hämatologie und Onkologie des Campus Charité Mitte unter der Verdachtsdiagnose eines MM eine Knochenmarkpunktion durchgeführt wurde, wurden retrospektiv hinsichtlich ihrer histologischen, zytologischen und durchflusszytometrischen Befunde evaluiert und deren Aussagekraft gegenübergestellt und kritisch diskutiert. Außerdem erfolgte die Einteilung des Kollektivs in MM- und MGUS-Patienten sowie gesunde Personen (gP) anhand aller zu Verfügung stehender Befunde („abschließende Diagnose“). Ergebnisse: Es wurden insgesamt 104 Personen in die Analyse eingeschlossen. Unter Berücksichtigung der abschließenden Diagnose wurden somit 42 MM- und 39 MGUS-Patienten sowie 23 gesunde Personen betrachtet. Die histologischen und zytologischen Befunde zeigten eine Übereinstimmungsrate von 60%, während die histologischen und durchflusszytometrischen Befunde in 80% der Fälle übereinstimmten. Der durchflusszytometrisch ermittelte mediane Gesamtplasmazellanteil an allen gemessenen Knochenmarkzellen betrug 5% (MM) und lag somit signifikant über dem von je 0,8% (MGUS und gP). Der Anteil phänotypisch normaler Plasmazellen (nPZ) an allen Plasmazellen zeigte sich mit im Median 2% (MM), 34% (MGUS) und 57% (gP) in den verschiedenen Gruppen signifikant divergent. Es zeigten 14% der MM- und 82% der MGUS-Patienten einen nPZ-Anteil ≥20%. Schlussfolgerungen: Im Kontext der Diagnosestellung stellt sich die zytologische Untersuchung des Knochenmarkes als weniger verlässliche Methode im V ergleich zu histologischen Untersuchung dar. Die durchflusszytometrische Analyse des Anteils normaler Plasmazellen zeigt dahingegen deutlich verlässlichere Befunde als die Zytologie. Allerdings ist eine klare Differenzierung zwischen MGUS und MM anhand eines absoluten Grenzwertes von 20% normalen Plasmazellen nicht immer möglich.
Author and committee
dc:creator, dc:contributor.*- Author dc:creator
-
- Kunz, Katharina
Subjects
dc:subject × 3Rights
- Licence dc:rights.uri
- Language dc:language
- ger
Identifiers
dc:identifier.*- Identifier URI
- http://dx.doi.org/10.17169/refubium-27328