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Freie Universität Berlin

Klinische Validität des Quotienten deltaPCO2/C(a-v)O2 hinsichtlich der Prädiktion von Outcome bei kardiochirurgischen Patienten als Marker für anaeroben Metabolismus

Abstract

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Einleitung: Adäquate Gewebeoxygenierung ist in der Therapie kritisch kranker Patienten elementarer Bestandteil der Intensivmedizin. Da eine direkte Beurteilung der Sauerstoffverhältnisse auf zellulärer Ebene bis heute nicht möglich ist, nähert man sich der Problematik mittels Surrogatparametern, die eine indirekte Einschätzung erlauben. Diesbezüglich ist der Quotient deltaPCO2/C(a-v)O2 als möglicher Indikator des anaeroben Metabolismus beschrieben worden. Das Ziel dieser Studie war es, den Quotienten erstmalig auf seine prognostischen Eigenschaften zur Prädiktion der postoperativen Krankenhausmortalität von kardiochirurgischen Intensivpatienten zu untersuchen. Methodik: Im Rahmen dieser retrospektiv angelegten Studie wurden nach Genehmigung der Ethikkommission und des behördlichen Datenbeauftragten an der Charité Daten von 2990 kardiochirurgischen Patienten aus dem Krankenhausinformationssystem extrahiert. Es wurden Patienten mit hohem versus niedrigem Quotienten bezüglich der Basischarakteristika, prä-, intra- und postoperativen Parameter sowie definierten Studienendpunkten verglichen. Als primärer Endpunkt der Studie wurde die Krankenhausmortalität nach herzchirurgischem Eingriff definiert. Der deskriptiven Statistik folgte die Einschätzung des prognostischen Nutzens von deltaPCO2/C(a-v)O2 mithilfe einer ROC-Analyse. Überlebenszeitanalysen mithilfe der Kaplan-Meier Methode und Log-rank Test erwiesen sich bei Verletzung der vorausgesetzten Proportionalitätsannahme als ungeeignetes Testverfahren zur Einschätzung der Überlebensraten. Im Rahmen einer multiplen Regressionsanalyse wurde der Quotient als unabhängiger Risikofaktor für die postoperative Krankenhausmortalität untersucht. Ergebnisse: Patienten mit erhöhtem Quotienten (≥ 1,68 mmHg/ml) zeigten postoperativ eine signifikant höhere Mortalitätsrate (p = 0,006), eine längere Verweildauer auf der Intensivstation (p = 0,020), entwickelten postoperativ häufiger eine Hyperlaktatämie (p < 0,001) und erhielten häufiger Erythrozytenkonzentrate (p < 0,001). Der prognostische Nutzen des Quotienten zur Prädiktion der postoperativen Krankenhausmortalität stellte sich als unzureichend heraus (AUC = 0,578). Ferner konnte mithilfe der multiplen Regressionsanalyse gezeigt werden, dass im Gegensatz zum postoperativen ANV (OR > 3, p < 0,001) der Einfluss des Quotienten als unabhängige Risikovariable auf die postoperative Krankenhaussterblichkeit nicht signifikant war (p = 0,724). Schlussfolgerung: Insgesamt konnte die Studie zeigen, dass trotz signifikantem Unterschied in den Mortalitätsraten der prognostische Nutzen des Quotienten deltaPCO2/C(a-v)O2 bei kardiochirurgischen Patienten gering war. Diese Studie soll eine kritische Auseinandersetzung mit der Herleitung, der Berechnung und der Anwendung von deltaPCO2/C(a-v)O2 im klinischen Kontext initiieren. Dabei spielen sowohl die Beziehung zwischen PCO2 und CCO2 als auch die differenzierte Verwendung gemischt- versus zentralvenöser Sauerstoffsättigung zur Berechnung des Quotienten eine essentielle Rolle. Da es sich um eine retrospektive Untersuchung handelt, bedarf es prospektiver Beobachtungs- und Interventionsstudien, um den klinischen Einsatz des Quotienten, insbesondere unter Rücksichtnahme der Ergebnisse der sekundären Studienendpunkte, weiter zu evaluieren und zu validieren. Schlagworte: deltaPCO2/C(a-v)O2, Intensivstation, Krankenhausmortalität, Herzchirurgie

Author and committee

dc:creator, dc:contributor.*
Author dc:creator
  • Stier, Maximilian

Subjects

dc:subject × 5

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ger

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Freie Universität Berlin
Base URL
refubium.fu-berlin.de/oai/request
Last updated
2026-08-21
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OAI-PMH GetRecord
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Stier, Maximilian. Klinische Validität des Quotienten deltaPCO2/C(a-v)O2 hinsichtlich der Prädiktion von Outcome bei kardiochirurgischen Patienten als Marker für anaeroben Metabolismus. 2018. https://refubium.fu-berlin.de/handle/fub188/22877