Abstract
dc:description.abstractHINTERGRUND: Fast tracking ist ein interdisziplinäres Modell zur Optimierung und Be-schleunigung der Rekonvaleszenz nach chirurgischen Eingriffen. Bewährt hat sich die-ses Verfahren vor allem bei elektiven Kolonresektionen um Morbiditäts- und Mortalitäts-raten, sowie Kosten und Hospitalisierungszeiten zu reduzieren. Bei Lebertransplantati-onen ist mit Fast tracking vor allem die sofortige postoperative Extubation gemeint. Ziel dieser Studie ist es die Durchführbarkeit, Vor- und Nachteile, sowie Risikofaktoren und Grenzen dieser Methode aufzuzeigen. PATIENTEN UND METHODEN: Im Zeitraum von 01/1997 bis 04/2005 wurden 837 Lebertransplantationen an 742 Patienten (>14 Jahre alt) durchgeführt. Die klinischen Verläufe wurden hinsichtlich spezifischer Emfängerdaten, Beatmungsparameter, Opera-tionsdaten und Transplantat-/Spenderdaten retrospektiv analysiert. Die Patienten wur-den in zwei Gruppen unterschieden: Gruppe A (Extubation im OP) und Gruppe B (Extu- bation auf ITS). ERGEBNISSE: Bei 76,8% der Patienten konnte die sofortige Extubation ohne Anstieg der Reintubationsrate sicher durchgeführt werden, während nur 23,2% der Patienten postoperativ beatmet werden mussten. Bei diesen Patienten zeigte sich eine signifikan-te Steigerung der Reintubations- und Tracheotomierate (p<0,0001). Als Risikofaktoren für das Versagen der sofortigen Extubation konnten Child C (p=0,004), akutes Leber-versagen (p<0,0001), Retransplantation (p<0,0001), sowie gesteigerte Rate intraopera- tiver Bluttransfusionen (EK>6) (p<0,0001) nachgewiesen werden. In Betrachtung der Patientenüberlebensrate, zeigte sich, dass signifikant mehr Patienten (85,6%) der Gruppe A überlebten als Patienten der Gruppe B (69%) (p=0,02). SCHLUSSFOLGERUNG: Die sofortige postoperative Extubation nach einer Leber- transplantation ist bei den meisten Patienten sicher und effektiv durchführbar. Jedoch scheinen Patienten im schlechten Allgemeinzustand mit dem Zirrhosestadium Child C, akutem Leberversagen, Retransplantation oder mit einem hohen intraopertiven Blutver-lust (EK>6) für Fast-track Protokolle mit sofortiger postoperativer Extubation ungeeignet zu sein, denn diese Patienten haben ein erhöhtes Risiko für eine prolongierte postope-rative Beatmung.
Author and committee
dc:creator, dc:contributor.*- Author dc:creator
-
- Hoffmeister, Roland
Subjects
dc:subject × 4Rights
- Licence dc:rights.uri
- Language dc:language
- ger
Identifiers
dc:identifier.*- Identifier URI
- http://dx.doi.org/10.17169/refubium-16682