{"id":{"repo_id":"freiburg-diss","oai_identifier":"oai:freidok.uni-freiburg.de:798"},"canonical_url":"https://search.dev.ndltd.org/etd/freiburg-diss/oai:freidok.uni-freiburg.de:798","repository":{"repo_id":"freiburg-diss","name":"University of Freiburg","base_url":"https://freidok.uni-freiburg.de/oai/oai2.php"},"display":{"title":"Reziproke Hemmung : ein Prädiktor für die Entwicklung der Spastik nach zerebralem Insult?","abstract":"Den Veränderungen hemmender Einflüsse auf den monosynaptischen Dehnungsreflex wird bei der Entwicklung der Spastik eine pathophysiologische Bedeutung zugeschrieben. Der einzige Reflexmechanismus, der sowohl bei zerebraler als auch bei spinaler Läsion gestört ist, ist die reziproke (Ia) Hemmung. Durch die vorgelegte prospektive Longitudinalstudie wurde erstmalig das Verhalten der reziproken (Ia) Hemmung am M. soleus unmittelbar nach Eintreten des Schlaganfalls und im weiteren Verlauf der Akutphase an 28 Insultpatienten quantitativ untersucht. Parallel wurde von unabhängigen Untersuchern das klinische Bild der hemiparetischen Patienten mit klinischen Scores erfaßt. Während die vorausgehende Stimulation des N. peronaeus bei gesunden Probanden zu einer Inhibition des Soleus-H-Reflexes führte, zeigte sich bei den Insultpatienten bereits unmittelbar nach dem Schlaganfall (innerhalb der ersten 48 Stunden) am paretischen Bein eine Bahnung. Diese Bahnung, die am stärksten in der 2. Woche nach Schlaganfall ausgeprägt war, wurde unter Stimulation mit niedriger Reizstärke (1,05 x MT), wie sie zur Aktivierung von Gruppe I-Afferenzen eingesetzt wird, sichtbar. Als vermittelnder Reflexweg ist daher am ehesten von einem oligosynaptischen (reziprok organisierten) exzitatorischen Reflexmechanismus, wie z.B. dem Ib-Reflexweg, auszugehen. Die Fazilitation manifestierte sich vor der Entwicklung einer spastischen Tonuserhöhung ³ 2 nach Ashworth. Eine Korrelation zwischen der spastischen Tonuserhöhung und dem Störungsausmaß der reziproken (Ia) Hemmung konnte nicht nachgewiesen werden. Desweiteren lag auch auf der nicht-betroffenen Seite der hemiparetischen Patienten eine Störung der reziproken (Ia) Hemmung in der Akutphase nach dem Insultereignis vor. Folglich beeinflußt der hemisphärale Insult in der Frühphase auch die ipsilaterale spinale Reflexmodulation.","abstract_html":"Den Veränderungen hemmender Einflüsse auf den monosynaptischen Dehnungsreflex wird bei der Entwicklung der Spastik eine pathophysiologische Bedeutung zugeschrieben. Der einzige Reflexmechanismus, der sowohl bei zerebraler als auch bei spinaler Läsion gestört ist, ist die reziproke (Ia) Hemmung. Durch die vorgelegte prospektive Longitudinalstudie wurde erstmalig das Verhalten der reziproken (Ia) Hemmung am M. soleus unmittelbar nach Eintreten des Schlaganfalls und im weiteren Verlauf der Akutphase an 28 Insultpatienten quantitativ untersucht. 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