{"id":{"repo_id":"freiburg-diss","oai_identifier":"oai:freidok.uni-freiburg.de:76"},"canonical_url":"https://search.dev.ndltd.org/etd/freiburg-diss/oai:freidok.uni-freiburg.de:76","repository":{"repo_id":"freiburg-diss","name":"University of Freiburg","base_url":"https://freidok.uni-freiburg.de/oai/oai2.php"},"display":{"title":"Prädizierbarkeit des Akzidens. Zur Theorie der denominativa (nomina sumpta) im Kategorienkommentar Abailards.","abstract":"Welche Hypothese man für die Klärung der Widersprüche in den aristotelischen Texten auch immer aufstellen mag, die Kategorienschrift bleibt als Textbasis für eine konsistente Kategorienlehre in jedem Fall problematisch. <br>Bei Abailard, einem Aristoteles-Kommentator des 12. Jhs., entdecken wir einen höchst bemerkenswerten Fall, mit dieser Problematik umzugehen. <br>Seine systematische Lesart der Kategorienschrift läßt sich insgesamt als 'semantisch' bezeichnen, wobei die systematische Achse dieser Interpretation durch die - von Abailard in seiner Theorie der modus significandi erweiterte - traditionelle Theorie der denominativa gebildet wird: <br>Verschiedene Bezeichnungsweisen gründen demnach auf dem entsprechenden Prädikationskontext und gehen letztlich auf die Intention des Sprechers zurück. <br>Abstrakte Termini wie 'Tugend' und 'Weiße' (albedo) sind nicht von individuellen Substanzen prädizierbar. <br>So werden etwa von Sokrates nur die - von den abstrakten Termini abgeleiteten - konkreten Termini ausgesagt: Sokrates ist tugendhaft und weiß (album). <br>Während konkrete Termini, die bei Abailard Gebrauchswörter (nomina sumpta) heißen, von der Substanz nur nominell prädiziert werden, gilt von abstrakten Termini, daß sie definitionell bzw. wesentlich ausgesagt werden: Die Weiße ist eine Farbe, die Tapferkeit ist eine Tugend. <br>Da durch diese wesentliche Prädikation die Begriffshierarchie zwischen den abstrakten Termini festgelegt wird, liegt Abailards Logik die kategoriale Struktur der Bezeichnungen zugrunde. <br>Die urkategoriale Unterscheidung zwischen Substanz und Akzidens ist nach Abailard semantisch, d.h. mit der Berücksichtigung des Grundes bei der Erfindung des Wortes (causa impositionis), zu lesen. <br>Die auf diese Weise gewonnene und ausdifferenzierte Kategorienlehre macht nicht nur klar, welche sachliche Basis eine Bezeichnung hat, sondern auch, was es für eine Logik bedeutet, von den kategorial aufgeteilten Bezeichnungen auszugehen.","abstract_html":"Welche Hypothese man für die Klärung der Widersprüche in den aristotelischen Texten auch immer aufstellen mag, die Kategorienschrift bleibt als Textbasis für eine konsistente Kategorienlehre in jedem Fall problematisch. &lt;br&gt;Bei Abailard, einem Aristoteles-Kommentator des 12. 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