University of Freiburg
Pollenanalytische Untersuchungen zur Rekonstruktion der spät- und postglazialen Vegetationsdynamik des Magellanischen Regenwaldes, Südchile
Abstract
dc:description.abstractMit dem Ziel, die Langzeitdynamik eines Naturwaldsystems zu untersuchen, wurde die Vegetationsgeschichte des Magellanischen Regenwaldes auf der Península Muñoz Gamero im Osten des Gran Campo Nevado (Chile: 52°48´S, 72°55´W) pollenanalytisch rekonstruiert. Das Waldsystem wird geprägt von der Südbuchenart Nothofagus betuloides, die u.a. mit Baumarten wie Drimys winteri, Embothrium coccineum und Maytenus magellanica vergesellschaftet ist. <br>Für die Pollenanalyse wurde als Archiv ein Marsippospermum-Niedermoor ausgewählt. Der erbohrte Kern (GC-2) weist an seiner Basis ein datiertes Alter von 14.122 a cal. B.P. auf. In den spätglazialen Bereichen ließen sich vor allem Pollenkörner von Gunnera magellanica sowie von Nothofagus spp. und Gramineen nachweisen. Im jüngsten Bereich des Spätglazials erfolgt eine signifikante Zunahme des Mineralbodenheliophyten G. magellanica. <br>Das frühe Holozän ist im GC-2-Kern durch das Ende der glazilimnischen Sedimentation und dem Beginn der Torfakkumulation gekennzeichnet (11.224 a bis 10.938 a cal. B.P.). Nach dem frühholozänen Abfall der Frequenzen von G. magellanica setzt die Dominanz von Nothofagus-Pollenkörner ein, die bis 4.254 a cal. B.P. kontinuierlich anhält. Die Reifung des Ökosystems zum Magellanischen Regenwald ist durch das Einsetzen von Drimys winteri und Embothrium coccineum angezeigt. <br>In der oberen Hälfte des GC-2-Kernes findet sich eine acht Zentimeter mächtige Tephralage, die der Eruption des Mt. Burney 4.254 a cal. B.P. zugeordnet werden kann. Nach einem Hiatus von 580 a kann im Pollenspektrum eine signifikante Dominanz von G. magellanica nachgewiesen werden. <br>Im Rahmen der spät- und postglazialen Analyse der Vegetationsgeschichte des Magellanischen Regenwaldes ergibt sich das Bild eines Naturwaldsystems dessen Langzeitdynamik vom klimatischen Wandel, von exogenen vulkanischen Störungen aber ebenso durch synökologische Sukzessionsprozesse bestimmt wird.
Author and committee
dc:creator, dc:contributor.*- Author dc:creator
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- Fesq-Martin, Martinus
- Contributors dc:contributor
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- Behrmann, Jan H.
Subjects
dc:subject × 6Identifiers
dc:identifier.*- Repository record source_url
- https://freidok.uni-freiburg.de/data/697
- OAI identifier oai:identifier
- oai:freidok.uni-freiburg.de:697