University of Freiburg
Wahrnehmungswechsel bei mehrdeutigen Bildern - EEG-Messungen zum Zeitverlauf neuronaler Mechanismen
Abstract
dc:description.abstractDie Betrachtung mehrdeutiger Reize (z.B. Necker-Würfel) führt zu spontanen Wahrnehmungswechseln. In bisherigen EEG-Untersuchungen zu diesem Phänomen wurde der Tastendruck der Versuchsperson als Referenz zur Mittelung genutzt, was zu hoher zeitlicher Ungenauigkeit führt. Mit einem verfeinerten EEG-Paradigma sollte dieses Problem umgangen werden: Spontane Wahrnehmungswechsel wurden durch onset/offset Präsentation mit dem Stimuluswechsel synchronisiert. Zusätzlich wurden eindeutige Stimuli mit Tiefeneffekten präsentiert und deren Orientierung von aussen gewechselt. <br>16 normalsichtige Probanden betrachteten in getrennten Experimenten ein Necker-Gitter als mehrdeutigen Stimulus und eine eindeutige Version. Die Stimuli wurden für 800 ms präsentiert, gefolgt von einem grauen Bildschirm für 400 ms. Die Probanden sollten in dem 400-ms-Interval einen Wahrnehmungswechsel bzw. stabile Wahrnehmung aufeinander folgender Stimuli mitteilen. <br>Im Falle der von aussen gesteuerten Wahrnehmungswechsel zeigten die EKP-Differenzkurven (Wechselbedingung minus Stabilitätsbedingung) eine Abfolge von 3 Komponenten, beginnend mit einer okzipitalen Negativität 200 ms nach Präsentationsbeginn, gefolgt von parietalen und frontopolaren P300-artigen Komponenten. Im Falle mehrdeutiger Stimuli signalisierten Probanden spontane Wahrnehmungswechsel nur bei Präsentationsbeginn, niemals während der Präsentation. Wieder wurden 3 ERP-Komponenten gefunden, mit gleicher Abfolge, Polarität und Lokalisation wie jene Komponenten, die bei eindeutigen Stimuli gemessen wurden, jedoch ungefähr 60 ms später erscheinend. <br>Die Auflösung der Mehrdeutigkeit scheint von neuronalen Strukturen geleistet zu werden, die Objekte repräsentieren, und früh in der Hierarchie der visuellen Wahrnehmung stattzufinden. Das deutet darauf hin, dass elementare Mechanismen visueller Verarbeitung eine wichtige Rolle bei der Auflösung von Mehrdeutigkeit spielen. Die parietale Positivität könnte den Zeitpunkt der Bewusstwerdung anzeigen.
Author and committee
dc:creator, dc:contributor.*- Author dc:creator
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- Kornmeier, Jürgen
- Contributors dc:contributor
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- Aertsen, Ad
Subjects
dc:subject × 8Identifiers
dc:identifier.*- Repository record source_url
- https://freidok.uni-freiburg.de/data/692
- OAI identifier oai:identifier
- oai:freidok.uni-freiburg.de:692