{"id":{"repo_id":"freiburg-diss","oai_identifier":"oai:freidok.uni-freiburg.de:487"},"canonical_url":"https://search.dev.ndltd.org/etd/freiburg-diss/oai:freidok.uni-freiburg.de:487","repository":{"repo_id":"freiburg-diss","name":"University of Freiburg","base_url":"https://freidok.uni-freiburg.de/oai/oai2.php"},"display":{"title":"Placebo-Reaktionsraten : eine Meta-Analyse placebokontrollierter Doppelblindstudien","abstract":"Einleitung: Sind Placebo-Effekte oder unspezifische Therapie-Effekte therapeutisch relevant oder nicht? Diese Frage spaltet die 'Scientific Community' in zwei Lager: jene die glauben, daß Placebos therapeutisch wirksam sein können und jene, die dies strikt verneinen. Im Rahmen dieser Arbeit wurde der Frage nachgegangen ob die Erfolge in den placebobehandelten Gruppen klinischer Studien wirklich auf Artefakte (z.B. Regression zur Mitte, natürlicher Krankheitsverlauf) zurückzuführen sind oder ob es tatsächlich klinisch relevante Besserungen gibt. <br>Methode: Meta-Analyse placebokontrollierter Doppelblindstudien an kranken Erwachsenen (Studiendauer: > 12 Wochen). Suchbegriffe: placebo, double-blind, RCT, meta-analysis, long, studies, treatment outcome. 141 von 375 Studien (Datenbanken: Medline, Cochrane Library 1992-1997) erfüllten die Einschlußkriterien. Formale Kriterien wurden kodiert: behandelte Krankheit (ICD-10), Studiendauer, Besserung unter Placebo und unter Verum ( gebesserter Patienten), Studienabbrecher, Auswertung nach intent-to-treat. Zwei unabhängige Experten führten ein Qualitätsrating durch. <br>Hypothese: Wenn die Höhe der Placebo-Reaktionsrate auf Artefakte zurückzuführen ist, dann sollte sich dies in entsprechenden Korrelationen zwischen den Variablen, die diese Studienmerkmale (z.B. Studienqualität) repräsentieren und der Höhe der Placebo-Reaktionsrate zeigen. <br>Ergebnisse: Die Höhe der Besserungsrate unter Verum korreliert mit r=.78 (p<.001) hoch und robust mit der Besserungsrate unter Placebo. Die Regressionsanalyse resultierte in einem hochsignifikanten Modell, wobei die Besserungsrate unter Verum der wichtigste Prädiktor ist (ß = .75, p < .00001) und allein fast 60% der Varianz aufklärt. Weder formale Kriterien noch die methodische Qualität der Studien tragen etwas zur weiteren Varianzaufklärung bei. Die Ergebnisse legen nahe, daß die unspezifischen Therapie-Effekte 60% des gesamten Behandlungseffekts ausmachen.","abstract_html":"Einleitung: Sind Placebo-Effekte oder unspezifische Therapie-Effekte therapeutisch relevant oder nicht? Diese Frage spaltet die &#x27;Scientific Community&#x27; in zwei Lager: jene die glauben, daß Placebos therapeutisch wirksam sein können und jene, die dies strikt verneinen. 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Zwei unabhängige Experten führten ein Qualitätsrating durch. <br>Hypothese: Wenn die Höhe der Placebo-Reaktionsrate auf Artefakte zurückzuführen ist, dann sollte sich dies in entsprechenden Korrelationen zwischen den Variablen, die diese Studienmerkmale (z.B. Studienqualität) repräsentieren und der Höhe der Placebo-Reaktionsrate zeigen. <br>Ergebnisse: Die Höhe der Besserungsrate unter Verum korreliert mit r=.78 (p<.001) hoch und robust mit der Besserungsrate unter Placebo. Die Regressionsanalyse resultierte in einem hochsignifikanten Modell, wobei die Besserungsrate unter Verum der wichtigste Prädiktor ist (ß = .75, p < .00001) und allein fast 60% der Varianz aufklärt. Weder formale Kriterien noch die methodische Qualität der Studien tragen etwas zur weiteren Varianzaufklärung bei. Die Ergebnisse legen nahe, daß die unspezifischen Therapie-Effekte 60% des gesamten Behandlungseffekts ausmachen.","Background: Concerning the therapeutic relevance of placebo or unspecific effects the scientific community is devided into two groups: those who believe that placebos can influence physical health and those who do not. But the question still remains open whether the success in placebo groups is solely due to artifacts (e.g., regression to the mean, time course of the illness) or if there really do occur clinically relevant changes? <br>Methods: We searched the medical literature from 1992 to 1997 (Medline, Cochrane Library, 1997) in order to find long-term RCTs (double-blind, placebo-controlled, duration > 12 weeks). Search terms were: placebo, double-blind, RCT, meta-analysis, long, studies, treatment outcome. 141 studies fulfilled our inclusion criteria. Formal characteristics were coded: disease treated (ICD-10), duration of study, improvement with placebo and with medical treatment ( patients improved), attrition rate, evaluation according to intent-to-treat. Two independent raters coded the study quality. We assumed that, if a large part of the placebo response rates in RCTs is due to artifacts (e.g., study quality), we should find some indication for this hypothesis in correlations between study characteristics representing these variables and the amount of placebo response rates. <br>Results: We found a highly significant correlation between placebo and treatment response rate across diseases (r=.78; p<.001). Surprisingly, study quality and other characteristics of the studies were unrelated. In a regression analysis, the treatment response rate was the only substantial predictor (ß=.75) and thus explaining roughly 60% of the variance. These results are a strong argument against the artifact hypothesis of placebo effects. Natural history is an unlikely explanation for this phenomenon, which warrants further scrutiny."]},{"key":"dc:format.medium","label":"Dc Format Medium","values":["application/pdf"]},{"key":"dc:title","label":"Title","values":["Placebo-Reaktionsraten : eine Meta-Analyse placebokontrollierter Doppelblindstudien","Placebo response rates in randomized controlled trials (RCTs) : a meta-analysis"]}]}],"canonical_facts":{"dc:contributor":["Walach, Harald"],"dc:creator":["Sadaghiani, Catharina"],"dc:description.abstract":["Einleitung: Sind Placebo-Effekte oder unspezifische Therapie-Effekte therapeutisch relevant oder nicht? Diese Frage spaltet die 'Scientific Community' in zwei Lager: jene die glauben, daß Placebos therapeutisch wirksam sein können und jene, die dies strikt verneinen. Im Rahmen dieser Arbeit wurde der Frage nachgegangen ob die Erfolge in den placebobehandelten Gruppen klinischer Studien wirklich auf Artefakte (z.B. 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Studienqualität) repräsentieren und der Höhe der Placebo-Reaktionsrate zeigen. <br>Ergebnisse: Die Höhe der Besserungsrate unter Verum korreliert mit r=.78 (p<.001) hoch und robust mit der Besserungsrate unter Placebo. Die Regressionsanalyse resultierte in einem hochsignifikanten Modell, wobei die Besserungsrate unter Verum der wichtigste Prädiktor ist (ß = .75, p < .00001) und allein fast 60% der Varianz aufklärt. Weder formale Kriterien noch die methodische Qualität der Studien tragen etwas zur weiteren Varianzaufklärung bei. Die Ergebnisse legen nahe, daß die unspezifischen Therapie-Effekte 60% des gesamten Behandlungseffekts ausmachen.","Background: Concerning the therapeutic relevance of placebo or unspecific effects the scientific community is devided into two groups: those who believe that placebos can influence physical health and those who do not. But the question still remains open whether the success in placebo groups is solely due to artifacts (e.g., regression to the mean, time course of the illness) or if there really do occur clinically relevant changes? <br>Methods: We searched the medical literature from 1992 to 1997 (Medline, Cochrane Library, 1997) in order to find long-term RCTs (double-blind, placebo-controlled, duration > 12 weeks). Search terms were: placebo, double-blind, RCT, meta-analysis, long, studies, treatment outcome. 141 studies fulfilled our inclusion criteria. Formal characteristics were coded: disease treated (ICD-10), duration of study, improvement with placebo and with medical treatment ( patients improved), attrition rate, evaluation according to intent-to-treat. Two independent raters coded the study quality. 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