{"id":{"repo_id":"freiburg-diss","oai_identifier":"oai:freidok.uni-freiburg.de:304"},"canonical_url":"https://search.dev.ndltd.org/etd/freiburg-diss/oai:freidok.uni-freiburg.de:304","repository":{"repo_id":"freiburg-diss","name":"University of Freiburg","base_url":"https://freidok.uni-freiburg.de/oai/oai2.php"},"display":{"title":"Qualitätsentwicklung junger Eichen in Bestandeslücken","abstract":"Naturnaher Waldbau fordert für Eichenbestände Verfahren langfristiger, kleinflächiger Verjüngung, die natürlichen Abläufen ähnlich sind. Für die dort unter Schirm aufwachsenden Eichen (Q.petraea, Q.robur) ist über die durch Lichtmangel bedingte Modifikation der Baumgestalt wenig bekannt. Ziel der Untersuchung war es, die mit der Baumgestalt verbundene 'Qualitätsentwicklung' junger Eichen, die in Lücken aufwachsen, im Vergleich zur Entwicklung auf Freiflächen einschätzen zu können. Die Daten wurden bei Freiburg (SW-Deutschland) in einem Schattierexperiment (3-5j. Ei) mit 50 u. 100 Beleuchtungsstärke sowie einem Feldversuch (7-9j. Ei) in 3 Lücken (42, 60, 89 Bel.stärke) u. einer Freifläche (100 Bel.stärke) erhoben. Die Beobachtungen über 3, z.T. 6 Jahre, brachten folgende Ergebnisse: Idealtypisch wächst die Eiche monopodial mit aufrechter Stammachse. Der reale Phänotyp ist geprägt durch häufige Terminalknospenverluste. Folge sind Zwiesel und Knicke der Stammachse. Die Lichtreduktion von 50 bzw. 60 wirkte auf den Dicken- und Aststärkenzuwachs stark und nahezu linear, auf das Höhenwachstum erst ab Alter 9 Jahre. Astneigung und Astlänge wurden nicht beeinflusst. Terminalknospenverluste waren in Lücken seltener. Lichtmangel verstärkte die Stammneigung, nicht aber Knickigkeit und Krümmung. Heliotropismus deutete sich an. Aufricht- und Streckungsbewegungen waren bei stark geneigten Eichen in den Lücken intensiver. Nach 6 Jahren waren Unterschiede zur Freifläche nicht mehr signifikant. Häufigkeitsunterschiede qualitativ 'guter' und 'schlechter' Eichen waren im Schattierexperiment nicht erkennbar. Im Feldversuch war die Anzahl qua-litativ sehr guter Bäume in den Lücken größer, die Qualität insgesamt aber extrem heterogen. Die waldbauliche Beurteilung ergab: Mit 25 Z-Baum-Anwärtern war die Auswahlmöglichkeit in Lücken ausreichend. Bei mehr als 35 relativer Beleuchtungsstärke sind für junge Eichen keine negativen Wirkungen auf die Qualitätsentwicklung zu erwarten.","abstract_html":"Naturnaher Waldbau fordert für Eichenbestände Verfahren langfristiger, kleinflächiger Verjüngung, die natürlichen Abläufen ähnlich sind. Für die dort unter Schirm aufwachsenden Eichen (Q.petraea, Q.robur) ist über die durch Lichtmangel bedingte Modifikation der Baumgestalt wenig bekannt. Ziel der Untersuchung war es, die mit der Baumgestalt verbundene &#x27;Qualitätsentwicklung&#x27; junger Eichen, die in Lücken aufwachsen, im Vergleich zur Entwicklung auf Freiflächen einschätzen zu können. 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Astneigung und Astlänge wurden nicht beeinflusst. Terminalknospenverluste waren in Lücken seltener. Lichtmangel verstärkte die Stammneigung, nicht aber Knickigkeit und Krümmung. Heliotropismus deutete sich an. Aufricht- und Streckungsbewegungen waren bei stark geneigten Eichen in den Lücken intensiver. Nach 6 Jahren waren Unterschiede zur Freifläche nicht mehr signifikant. Häufigkeitsunterschiede qualitativ 'guter' und 'schlechter' Eichen waren im Schattierexperiment nicht erkennbar. Im Feldversuch war die Anzahl qua-litativ sehr guter Bäume in den Lücken größer, die Qualität insgesamt aber extrem heterogen. Die waldbauliche Beurteilung ergab: Mit 25 Z-Baum-Anwärtern war die Auswahlmöglichkeit in Lücken ausreichend. Bei mehr als 35 relativer Beleuchtungsstärke sind für junge Eichen keine negativen Wirkungen auf die Qualitätsentwicklung zu erwarten.","A near natural silviculture for oak requires long-term, small-scale regeneration, similar to natural patterns. There is a lack of knowledge about light-dependent modification in tree-form for these oak-saplings (Q.petraea, Q.robur), growing up in shade under canopy. Aim of this study was to compare tree-form related quality-development of young oaks in gaps with those on open sites. The study area was near Freiburg (SW-Germany). It consists of a „shading-experiment“ (3-5year old Q.) with 50 and 100 light intensity and a „field-trial“ in 3 gaps and a control on an open site. After 3, partly 6 years of observation the following results can be offered: Ideal growth-pattern of oak is monopodial with a vertical stem axis. The real phenotype is influenced by frequent loss of terminal buds causing forks, sweeps and crooks. The light reduction of 50 resp. 60 affected diameter- and branch-diameter growth severely and linearly, height growth only on trees older then 9 years. Branch length and branch angle were not affected. Damages causing loss of terminal buds were less frequent in gaps. Shade in gaps increased stem-inclination, but not the percentage of crooks or sweeps. There were signals of heliotropism. Straightening- as well as stretching movements occurred more intensive at leaning oaks in the gaps. After 6 years there was no significant difference to the open site. Dif-ferences in the frequency of qualitatively „good“ or „bad“ oaks were not found under increasing lack of light in the shade experiment. Field trial showed more qualitatively very good trees in the gaps, the overall quality was, however, extremely heterogeneous. Medium qualities were predominant on the open site. A silvicultural evaluation stated: A selection base of 25 future-crop-tree applicants in gaps was sufficient. 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Nach 6 Jahren waren Unterschiede zur Freifläche nicht mehr signifikant. Häufigkeitsunterschiede qualitativ 'guter' und 'schlechter' Eichen waren im Schattierexperiment nicht erkennbar. Im Feldversuch war die Anzahl qua-litativ sehr guter Bäume in den Lücken größer, die Qualität insgesamt aber extrem heterogen. Die waldbauliche Beurteilung ergab: Mit 25 Z-Baum-Anwärtern war die Auswahlmöglichkeit in Lücken ausreichend. Bei mehr als 35 relativer Beleuchtungsstärke sind für junge Eichen keine negativen Wirkungen auf die Qualitätsentwicklung zu erwarten.","A near natural silviculture for oak requires long-term, small-scale regeneration, similar to natural patterns. There is a lack of knowledge about light-dependent modification in tree-form for these oak-saplings (Q.petraea, Q.robur), growing up in shade under canopy. Aim of this study was to compare tree-form related quality-development of young oaks in gaps with those on open sites. The study area was near Freiburg (SW-Germany). It consists of a „shading-experiment“ (3-5year old Q.) with 50 and 100 light intensity and a „field-trial“ in 3 gaps and a control on an open site. After 3, partly 6 years of observation the following results can be offered: Ideal growth-pattern of oak is monopodial with a vertical stem axis. The real phenotype is influenced by frequent loss of terminal buds causing forks, sweeps and crooks. The light reduction of 50 resp. 60 affected diameter- and branch-diameter growth severely and linearly, height growth only on trees older then 9 years. Branch length and branch angle were not affected. Damages causing loss of terminal buds were less frequent in gaps. Shade in gaps increased stem-inclination, but not the percentage of crooks or sweeps. There were signals of heliotropism. Straightening- as well as stretching movements occurred more intensive at leaning oaks in the gaps. After 6 years there was no significant difference to the open site. 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