University of Freiburg
Streptococcus agalactiae bei Schwangeren und Neugeborenen : Prävalenz und Transmission sowie Serotypen und molekulargenetische Charakteristika
Abstract
dc:description.abstractStreptococcus agalactiae oder Gruppe B-Streptokokken (GBS) sind der führende Erreger der invasiven Neugeboreneninfektionen. Sie äußern sich als Sepsis, Meningitis oder Pneumonie und treten in ca. 80% der Fälle in den ersten 6 Lebenstagen auf, überwiegend innerhalb der ersten 24 Stunden nach der Geburt. Diese Form wird als Frühform oder Early Onset Disease bezeichnet. 20% der Fälle treten zwischen dem 7. Tag und den ersten 3 Lebensmonaten auf, dies ist die Spätform oder Late Onset Disease. Das natürliche Reservoir des Erregers ist der Gastrointestinaltrakt des Erwachsenen. Nicht selten kommt der Keim bei Frauen auch im Vaginaltrakt oder im Bereich des Perineums vor. Die Übertragung auf das Kind erfolgt vor oder während der Geburt, häufig bei der Passage durch den besiedelten Geburtskanal. Diese Art der Übertragung wird als vertikal bezeichnet, d.h. von der Mutter auf das Kind. In selten Fällen gibt es auch horizontale Übertragungen, d.h. die Übertragung findet postpartal durch Pflegepersonal oder die Eltern statt. <br> <br>Studienziele: <br>In der Einjahresstudie von November 2002 bis Oktober 2003 sollte die Epidemiologie von Kolonisierung und Infektion durch GBS in einem Perinatalzentrum untersucht werden. Hierzu zählte die aktuelle Prävalenz der rektovaginalen Besiedelung schwangerer Frauen. Darüber hinaus wurde die Kolonisation der Neugeborenen mit GBS erfasst und die Erkrankungshäufigkeit bestimmt. Zudem wurde die Morbidität der an GBS erkrankten Kinder mit einem Kontrollkollektiv verglichen. Anschließend wurde analysiert, welche Faktoren die Transmission begünstigten oder verhinderten. In einer Nachbeobachtungsphase von 8-12 Wochen wurde untersucht, ob die GBS-kolonisierten oder -erkrankten Kinder und die Kinder kolonisierter Mütter Spätfolgen oder eine Late Onset Erkrankung erlitten. <br>Die während der Studie isolierten GBS wurden auf ihre Serotypen untersucht, um die aktuelle Häufigkeitsverteilung der Serotypen zu ermitteln. Des weiteren erfolgte eine Untersuchung der Antibiotikaresistenzen, wobei besonders die Resistenz gegen Erythromycin von Bedeutung war. Im letzten Schritt wurden die Genotypen jener Isolate analysiert, die eine solche Erythromycin-Resistenz aufwiesen. Bei ihnen wurde nach den Genen erm(TR), erm(B), mef(A) sowie tet(M) und int-TN gesucht. <br> <br>Studienergebnisse: <br>Von 869 schwangeren Frauen trugen 21,1 % den Erreger im Bereich der Vagina und des Rektums. Anhand von 657 Mutter-Kind-Paaren ließ sich die Rate an Übertragungen des Keimes von Mutter auf Kind ermitteln, sie lag insgesamt bei 11,2%. Die Transmissionsrate war von zwei Faktoren signifikant beeinflusst: vom Geburtsmodus sowie von der Gabe einer intrapartalen Antibiotika-Prophylaxe. Während letztere zu einer niedrigeren Transmissionsrate führte, ging eine vaginale Geburt im Vergleich zur Sectio cesarea mit einer höheren Wahrscheinlichkeit der Übertragung einher. <br>Die kindliche Kolonisationsrate lag insgesamt bei nur 2,8 %. Von 24 besiedelten Kindern erkrankten jedoch fünf an einer Frühform der GBS-Infektion. Diese manifestierte sich als Sepsis und Meningitis sowie in Form einer klinischen Sepsis und eines Neugeboreneninfektionssyndroms. <br>Von 180 GBS-Stämmen waren 11,1 % resistent gegen Erythromycin. Diese Isolate konnten mit Hilfe des Triple-Disk Tests phänotypisch in die Untergruppen cMLS, iMLS-B, iMLS-C und den M-Phänotyp eingeteilt werden, wobei der cMLS-Typ mit 65% am häufigsten vertreten war. Genotypisch lag dem M-Phänotyp das Gen mef(A) zugrunde. An der Ausbildung der Phänotypen cMLS und iMLS waren Gene der erm-Familie vertreten. Hierbei war erm(B) zu 76,9 % beim konstitutiven Typ vertreten, während erm(TR) mit 83,3 % unter den induzierbaren Typen dominierte. <br>Weitere Resistenztestungen bestätigten, dass Penicillin und Ampicillin nach wie vor wirksame Antibiotika zur Prophylaxe und Therapie der GBS-Erkrankungen darstellten. Ebenso zeigten sich die Isolate empfindlich für Cefotaxim. Gegen Tetracyclin waren 81,1 % der Stämme resistent. Diese Resistenz ließ sich vor allem auf das Vorhandensein der Gene tet(M) und int-TN zurückführen. <br>Die Untersuchung der Serotypen zeigte sowohl bei den mütterlichen als auch bei den kindlichen Isolaten eine Prädominanz des Serotyp III. Von den Erythromycin-resistenten Stämmen war eine große Mehrheit dem Serotyp V zuzurechnen.
Author and committee
dc:creator, dc:contributor.*- Author dc:creator
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- Bürckstümmer, Anna Katharina
- Contributors dc:contributor
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- Berner, Reinhard
Subjects
dc:subject × 9Identifiers
dc:identifier.*- Repository record source_url
- https://freidok.uni-freiburg.de/data/2497
- OAI identifier oai:identifier
- oai:freidok.uni-freiburg.de:2497