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University of Freiburg

Externale Modellbildung als Hilfe bei der Informationsverarbeitung und beim Lernen

Abstract

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Viele Ratgeber zum Lernen empfehlen ihren Leser/innen, beim Lernen ihre eignen Gedanken und die Lerninhalte zu externalisieren. Doch ist dies wirklich ein guter Tipp? <br>Die meisten theoretischen Annahmen über den Prozess des Externalisierens lassen diesen Schluss nicht zu (vgl. Wygotski 1969, Stachowiak 1973). Sie berücksichtigen lediglich den Prozess des eigentlichen Externalisierens. Dieser erschwert die Informationsverarbeitung jedoch primär, da beim Prozess des Externalisierens das Individuum seine mentalen Modelle mit Hilfe externaler Zeichensysteme in externale Modelle übersetzen muss. Es kann daher nicht davon ausgegangen werden, dass das Externalisieren die Informationsverarbeitung unterstützt, sondern sogar eher verlangsamt. <br>Erst wenn man einen zusätzlichen Prozess in Betracht zieht, den Prozess des mentalen Re-Repräsentierens der externalen Modelle (vgl. Stylianou 2002, Galbraith 1999, Seel 1991), lässt sich erklären, warum und unter welchen Bedingungen das Externalisieren einen förderlichen Effekt auf die Informationsverarbeitung und das Lernen hat. Erst die Annahme eines mentalen Re-Repräsentationsprozesses ermöglicht es nämlich, dem externalisierten Modell die Funktion eines externen Speichers zuzuschreiben. Dies wäre wiederum eine mögliche Erklärung dafür, dass das Externalisieren die Informationsverarbeitung und das Lernen unterstützt. Eine weitere Erklärung dafür ist, dass das externalisierte Produkt als eine zusätzliche Quelle für die weitere Informationsverarbeitung dient, da das externalisierte Produkt möglicherweise die Aufmerksamkeit auf Aspekte des zu lösenden Problems lenkt, die nicht beachtet wurden, so lange das externalisierte Produkt nicht mental re-repräsentiert wurde (vgl. Stylianou 2002, Galbraith 1999). Diese neuen Aspekte ermöglicht damit weitere Schlüsse. <br>Die vorliegende Studie gibt erste Evidenzen für die Existenz eines solchen Rückkoppelungsprozesses (mentales Re-Repräsentieren) beim Externalisieren. Außerdem zeigt sie auf, dass das Externalisieren die Informationsverarbeitung beschleunigt, das Lernen dagegen behindert, da die Lernenden sich zu sehr auf ihr externales Modell verlassen und ihre mentalen Modelle nicht mehrfach rekonstruieren, was die Voraussetzung für den Prozess der Schematisierung und damit für das Lernen ist (vgl. Seel 1991).

Author and committee

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Author dc:creator
  • Hanke, Ulrike
Contributors dc:contributor
  • Seel, Norbert M.

Subjects

dc:subject × 2

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https://freidok.uni-freiburg.de/data/2495
OAI identifier oai:identifier
oai:freidok.uni-freiburg.de:2495

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University of Freiburg
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Last updated
2026-07-24
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Hanke, Ulrike. Externale Modellbildung als Hilfe bei der Informationsverarbeitung und beim Lernen. https://freidok.uni-freiburg.de/data/2495