University of Freiburg
Selbstthematisierung als Alterität : Identitätskonstruktionen blinder Menschen aus drei Generationen ; eine rekonstruktive Analyse
Abstract
dc:description.abstractZwanzig von Geburt an blinde Menschen aus drei Geburtskohorten (heute zwischen 70 und 80 Jahre alt, um 50 Jahre beziehungsweise zwischen 20 und 30 Jahre alt) sprechen im Rahmen thematisch strukturierter Interviews über ihr Selbstverständnis (als blinder Mensch) und ihre Eingebundenheit in soziale Systeme wie Familie, Freundschaften, Vereine/Verbände und die Nutzung von Massenmedien. Die älteren Interviewpartner setzen sich zudem mit der erlebten Zeit der 70er Jahre und gegebenenfalls mit den 50er Jahren thematisch auseinander. <br>In der Rekonstruktion der Identitätskonstruktionen zeigen sich soziokulturelle und -historische Einflüsse, die über Alteritätsformationen sozial vermittelt werden. Die Bedeutung der Blindheit im Selbstverständnis unterscheidet sich dabei im Kohortenvergleich kategorial: Während die ältesten Interviewpartner in ihrem Selbstwert fundamental tangiert sind (Alteritätsformation: Stigmatisierung), bestimmen sich die 50-Jährigen in ihren Teilidentitäten (sozialen Rollen) unter Bewährungszwang (Normalisierung als notwendige Anpassung). Die heute ca. 30-Jährigen erleben sich unter den (Alteritäts-)Bedingungen der Individualisierung, in der die Blindheit eine (möglicherweise auch positive)Identitätsperspektive unter anderen darstellt. <br> <br>Insgesamt stützen die Ergebnisse die Angemessenheit der Konzeptualisierung von Identität als Selbst-Verständnis, welches über soziale Agenturen (lebenslang) vermittelt wird.
Author and committee
dc:creator, dc:contributor.*- Author dc:creator
-
- Borcsa, Maria
- Contributors dc:contributor
-
- Charlton, Michael
Subjects
dc:subject × 5Identifiers
dc:identifier.*- Repository record source_url
- https://freidok.uni-freiburg.de/data/243
- OAI identifier oai:identifier
- oai:freidok.uni-freiburg.de:243