University of Freiburg
FTIR Spectroscopy of the photophobic sensory rhodopsin II/transducer complex from natronabacterium pharaonis
Abstract
dc:description.abstractArchaebakterielles Sensory Rhodopsin besitzt eine transmembrane Struktur bestehend aus sieben alpha Helices. Als Chromophor dient ein Retinalmolekül, das über eine protonierte Schiff´sche Base an das Protein gebunden ist. Dieses System ist exemplarisch für Signal Transduktion und stieß in den letzten Jahren auf immer größeres Interesse. Wird das Protein durch einfallendes Licht angeregt, erfolgt eine Photoisomerisation des Retinals von der all-trans zur 13-cis Konfiguration, welche Konformationsänderungen hervorruft, die wiederum die entsprechenden Transducerproteine aktivieren. <br>In der vorliegenden Arbeit wird die FTIR Spektroskopie als biophysikalische Methode zur Charakterisierung des Komplexes bestehend aus Sensory Rhodopsin II (SRII) aus Natronobacterium pharaonis und dem zugehörigen Transducer (HtrII) verwendet. Hierbei wurde eine neue Art der Probenpräparation angewendet. Diese so genannten Sandwich-Proben scheinen besser geeignet für die Untersuchung des Komplexes zu sein, da sie native Hydratationsbedingungen der Proteine gewährleisten. <br>Sowohl statische als auch zeitaufgelöste Messungen wurden für diese Arbeit durchgeführt. Da es sich als schwierig herausstellte, sowohl bei statischen Messungen bei Raumtemperatur als auch bei step-scan Messungen zuverlässige Daten zu erhalten, wurden die Untersuchungen auf niedrige Temperaturen (K-Intermediate) und rapid-scan Messungen (M2-Intermediat) beschränkt. <br>Von Hauptinteresse war das Aufspüren von Konformationsänderungen, die beim Rezeptor und Transducer während der Bildung des späten M-Intermediates auftreten. Der molerkulare Mechanismus der M1-M2 Konversion wurde durch unsere vorausgegangenen FTIR-Experimente offenkundig. Sie umfassen ausschließlich Konformationsänderungen des Proteins, die sich in veränderten Amid I/II Schwingungen äußern. <br>Eine weitere interessante Fragestellung betrifft die Signalweiterleitung entlang des cytoplasmatischen Teils des Transducers bis zur Aktivierungsdomäne. In diesem Zusammenhang wird angenommen, dass hierbei die Linker-Region (HAMP) in der Nähe der Membran eine Schlüsselrolle einnimmt. Daher wurden Spektren des Rezeptors mit denen von Komplexen mit unterschiedlich langen C-terminalen Enden (bis Position 114 und 157) verglichen . <br>Sowohl K- als auch M-Intermediat Spektren des Komplexes sind sich überraschenderweise sehr ähnlich den des Rezeptors, was darauf hindeutet, dass die Banden überwiegend Veränderungen des Rezeptors während des Photozyklus aufzeigen. Für die Interpretation der Infrarot Differenzsspektren ist es erforderlich, zwischen Veränderungen des Transducers und des Rezeptors zu unterscheiden. Daher war es notwendig, Experimente mit Isotopen markierten Proteinen durchzuführen, um die Banden zu verschieben. <br>Die Differenz-Spektren der Komplexe, bei denen die Transducer Fragmente vollständig 13C, 15N markiert waren, zeigten keine signifikant verschobenen Banden. Im Amid I und II Bereich wiesen die Spektren dennoch einige Unterschiede auf, die den Einfluss des Transducers auf den Rezeptor belegen. <br>Da die Banden der Differenzspektren des Komplexes hauptsächlich vom Rezeptor herrühren, ist eine Isotopenmarkierung des Rezeptors die Erfolg versprechende Strategie zur Identifikation der Banden des Transducers. Die Verschiebung der Amid I Banden führte zu einer verbesserten spektralen Transmission, woraufhin wir diese Spektren von Proteinen mit markierten Rezeptor als Standard betrachteten. Die Ähnlichkeit der Rez_lab/TransX_wt minus Rez_lab Doppeldifferenzspektren ist ein Hinweis auf ähnliche strukturelle Veränderungen des Rezeptors in den beiden Komplexen, die intensiveren Banden des Rez_lab/Trans157_wt Spektrums könnten auf eine festere Bindung des längeren Transducers mit dem Rezeptor hindeuten. Trotz dieser grundsätzlichen Gemeinsamkeiten sind drei Banden ausschließlich charakteristisch für das Rez_lab/Tran157_wt minus Rez-lab Spektrum, die offenbar zum Transducer Fragment zuzuordnen sind. Es ist schwierig, präzise molekulare Interpretationen für die Herkunft der drei Banden zu treffen, aber sie könnten mit strukturellen Veränderungen verknüpft sein, die durch die Signalweiterleitung entlang der aktivierten TM2-Helix durch das HAMP-Segment bis hin zur cytoplasmatischen Adaptionsdomäne verursacht werden.
Author and committee
dc:creator, dc:contributor.*- Author dc:creator
-
- Radu, Ionela
- Contributors dc:contributor
-
- Gräber, Peter
Subjects
dc:subject × 6Identifiers
dc:identifier.*- Repository record source_url
- https://freidok.uni-freiburg.de/data/2372
- OAI identifier oai:identifier
- oai:freidok.uni-freiburg.de:2372