{"id":{"repo_id":"freiburg-diss","oai_identifier":"oai:freidok.uni-freiburg.de:2368"},"canonical_url":"https://search.dev.ndltd.org/etd/freiburg-diss/oai:freidok.uni-freiburg.de:2368","repository":{"repo_id":"freiburg-diss","name":"University of Freiburg","base_url":"https://freidok.uni-freiburg.de/oai/oai2.php"},"display":{"title":"Analyse zu epithelialem Chimärismus an humanen Kolonbiopsien nach allogener hämatopoetischer Zelltransplantation","abstract":"Innerhalb der letzten Jahre fanden Forscher immer mehr Hinweise darauf, dass KM von Mäusen neben der Blutbildung zusätzlich das Potenzial für die Bildung epithelialer Gewebe besitzt. Auch beim Menschen berichteten vier Studien an Patienten nach allogener HZT über dieses Phänomen (Alison et al 2000, Körbling et al 2002, Okamoto et al 2002, Theise et al 2000b). Mit Hilfe der von uns etablierten Technik zur Untersuchung eines epithelialen Chimärismus konnten wir deutliche methodologische Einschränkungen dieser Studien demonstrieren. Es konnte gezeigt werden, dass es für den eindeutigen Nachweis eines epithelialen Chimärismus strikter Detektionssysteme bedarf, wie z.B. der Verwendung von kombinierten Färbungen an einem Biopsieschnitt zum direkten Ausschluss intraepithelialer hämatopoetischer \"Kontaminanten\" und einer 3D- Kolokalisationsdiagnostik mittels konfokaler Laserscanningmikroskopie. Durch Analysen an Kolonbiopsien von 8 Patientinnen nach sex- mismatched HZT konnten wir mit unseren Methoden erstmalig zeigen, dass das klinisch verwendete Transplantat zur Bildung von epithelialen Zellen in vivo führen kann. Die Eigenschaften und klinischen Konsequenzen dieses Phänomens sind bislang zwar nur unzureichend verstanden, allerdings ließen sich folgende Beobachtungen machen: <br>1. Bei der klinisch routinemäßig eingesetzten HZT kommt es neben der Übertragung hämatopoetischer Zellen anscheinend auch immer zur Übertragung der \"epithelialen Aktivität\" des KM, da wir bei allen 8 sex- mismatched transplantierten Patientinnen einen epithelialen Chimärismus detektieren konnten. <br>2. Der Nachweis des epithelialen Chimärismus im Zeitraum von 16 Tagen und rund 1,5 Jahren nach HZT lässt vermuten, dass es sich eher um ein konstantes als nur um ein vorübergehendes Phänomen handelt. <br>3. Der epitheliale Chimärismus ist unter den Bedingungen der klinischen HZT im Kolon ein seltenes Ereignis: durchschnittlich konnten nur 0,17% der Kolonepithelzellen als isolierte, vom Spender stammende Zellen identifiziert werden. Die deutlich geringere Häufigkeit im Vergleich zu vorherigen Studien im Menschen ist am ehesten auf die mit unserer Methode exaktere Detektion kontaminierender hämatopoetischer Zellen zurückzuführen. <br>4. Da sich in Kolonepithel mit histopathologisch nachgewiesenen Schädigungszeichen mehr aus dem Spender stammende epitheliale Zellen als in intaktem Epithelgewebe fanden, lässt sich vermuten, dass diese Zellen eine Rolle bei der Homöostase des Epithelgewebes im Gastrointestinaltrakt spielen könnten.","abstract_html":"Innerhalb der letzten Jahre fanden Forscher immer mehr Hinweise darauf, dass KM von Mäusen neben der Blutbildung zusätzlich das Potenzial für die Bildung epithelialer Gewebe besitzt. Auch beim Menschen berichteten vier Studien an Patienten nach allogener HZT über dieses Phänomen (Alison et al 2000, Körbling et al 2002, Okamoto et al 2002, Theise et al 2000b). Mit Hilfe der von uns etablierten Technik zur Untersuchung eines epithelialen Chimärismus konnten wir deutliche methodologische Einschränkungen dieser Studien demonstrieren. 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Die Eigenschaften und klinischen Konsequenzen dieses Phänomens sind bislang zwar nur unzureichend verstanden, allerdings ließen sich folgende Beobachtungen machen: <br>1. Bei der klinisch routinemäßig eingesetzten HZT kommt es neben der Übertragung hämatopoetischer Zellen anscheinend auch immer zur Übertragung der \"epithelialen Aktivität\" des KM, da wir bei allen 8 sex- mismatched transplantierten Patientinnen einen epithelialen Chimärismus detektieren konnten. <br>2. Der Nachweis des epithelialen Chimärismus im Zeitraum von 16 Tagen und rund 1,5 Jahren nach HZT lässt vermuten, dass es sich eher um ein konstantes als nur um ein vorübergehendes Phänomen handelt. <br>3. Der epitheliale Chimärismus ist unter den Bedingungen der klinischen HZT im Kolon ein seltenes Ereignis: durchschnittlich konnten nur 0,17% der Kolonepithelzellen als isolierte, vom Spender stammende Zellen identifiziert werden. Die deutlich geringere Häufigkeit im Vergleich zu vorherigen Studien im Menschen ist am ehesten auf die mit unserer Methode exaktere Detektion kontaminierender hämatopoetischer Zellen zurückzuführen. <br>4. Da sich in Kolonepithel mit histopathologisch nachgewiesenen Schädigungszeichen mehr aus dem Spender stammende epitheliale Zellen als in intaktem Epithelgewebe fanden, lässt sich vermuten, dass diese Zellen eine Rolle bei der Homöostase des Epithelgewebes im Gastrointestinaltrakt spielen könnten.","Bone marrow transplantation in animals has been shown to generate epithelial populations, a phenomenon that has also recently been suggested to take place after human hematopoietic cell transplantation. However, reports in humans are not conclusive because they still leave open the possibility that the identified donor- derived cells are not epithelial cells but intraepithelial lymphocytes. Here, we demonstrate that donor- derived CD45+ hematopoietic cells in close contact with epithelial tissue may be falsely characterized as donor- derived epithelial cells if the three- dimensional structure of the tissue is not condsidered and the hematopoietic markers are not examined. By using a rigorous three- dimensional analysis on single sections of colon biopsies triple stained with donor- specific, epithelial- specific, and hematopoietic- specific marker we demonstrate that chimerism of colon epithelium is a real phenomenon occuring constantly after human hematopoietic cell transplantation. Tissue damage enhances the engraftment of the donor- derived epithelial cells. The physiological and therapeutical role of the donor- derived epithelial cells after human hematopoietic cell transplantation needs further investigation. However, their identification requires stringent and unequivocal detection systems."]},{"key":"dc:format.medium","label":"Dc Format Medium","values":["application/pdf"]},{"key":"dc:title","label":"Title","values":["Analyse zu epithelialem Chimärismus an humanen Kolonbiopsien nach allogener hämatopoetischer Zelltransplantation","Analysis of epithelial chimerism in colon biopsies after human hematopoietic cell transplantation"]}]}],"canonical_facts":{"dc:contributor":["Finke, Jürgen"],"dc:creator":["Tomann, Tina Susanne"],"dc:description.abstract":["Innerhalb der letzten Jahre fanden Forscher immer mehr Hinweise darauf, dass KM von Mäusen neben der Blutbildung zusätzlich das Potenzial für die Bildung epithelialer Gewebe besitzt. Auch beim Menschen berichteten vier Studien an Patienten nach allogener HZT über dieses Phänomen (Alison et al 2000, Körbling et al 2002, Okamoto et al 2002, Theise et al 2000b). 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Da sich in Kolonepithel mit histopathologisch nachgewiesenen Schädigungszeichen mehr aus dem Spender stammende epitheliale Zellen als in intaktem Epithelgewebe fanden, lässt sich vermuten, dass diese Zellen eine Rolle bei der Homöostase des Epithelgewebes im Gastrointestinaltrakt spielen könnten.","Bone marrow transplantation in animals has been shown to generate epithelial populations, a phenomenon that has also recently been suggested to take place after human hematopoietic cell transplantation. However, reports in humans are not conclusive because they still leave open the possibility that the identified donor- derived cells are not epithelial cells but intraepithelial lymphocytes. Here, we demonstrate that donor- derived CD45+ hematopoietic cells in close contact with epithelial tissue may be falsely characterized as donor- derived epithelial cells if the three- dimensional structure of the tissue is not condsidered and the hematopoietic markers are not examined. 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