{"id":{"repo_id":"freiburg-diss","oai_identifier":"oai:freidok.uni-freiburg.de:2357"},"canonical_url":"https://search.dev.ndltd.org/etd/freiburg-diss/oai:freidok.uni-freiburg.de:2357","repository":{"repo_id":"freiburg-diss","name":"University of Freiburg","base_url":"https://freidok.uni-freiburg.de/oai/oai2.php"},"display":{"title":"Qualitative und quantitative Analyse von parodontopathogenen Mikroorganismen bei Patienten mit koronaren Herzkrankheiten","abstract":"In den letzten 15 Jahren haben Untersuchungen auf einen epidemiologischen Zusammenhang zwischen Parodontitis und kardiovaskulären Erkrankungen hingewiesen. In der vorliegenden Studie wurde das Bakterienspektrum in Zahnfleischtaschen von 98 Herz-Kreislauf-Patienten im Vergleich zu einer Kontrollgruppe untersucht. <br>Die Herz-Kreislauf-Patienten waren zwischen 50 und 80 Jahre alt und hatten vor 5,5 ± 5,4 Jahren jeweils einen Myokardinfarkt. Die Kontrollgruppe war zwischen 61 und 72 Jahre alt und wies anamnestisch sowie bei der klinischen Untersuchung keine Anzeichen einer Herz-Kreislauf-Erkrankung auf. <br>Aus den jeweils vier tiefsten Zahnfleischtaschen der 121 Probanden wurden mit sterilen Papierspitzen Proben entnommen und das Spektrum der Bakterienpopulation analysiert. Wie die qualitativen und quantitativen Untersuchungen der Bakterienflora ergaben, war der Anteil der Proben mit parodontopathogenen Bakterien beachtlich hoch. So wurde Porphyromonas gingivalis bei 57 % der Herz-Kreislauf-Patienten nachgewiesen. Prevotella intermedia, Fusobacterium nucleatum und Tanerella forsythensis waren bei über 70% dieser Probandengruppe vorhanden. Der Spirochät Treponema denticola wurde sogar bei über 80 % der Patienten detektiert. Ferner konnte auf einem Selektionsnährmedium Actinobacillus actinomycetemcomitans bei 21 % dieser Probanden nachgewiesen werden. Auch bei der Kontrollgruppe waren diese parodontopathogenen Bakterien weit verbreitet, was deutlich macht, dass zum Zeitpunkt der Probenahme die mikrobielle Flora beider Probandengruppen ausgesprochen pathogen war. Diese mikrobiellen Befunde korrelierten sehr gut mit den klinischen Befunden. So hatten nahezu 75 % der Zahnfleischtaschen, aus denen die Proben entnommen worden waren, eine Sondierungstiefe > 3 mm. Wie die Analysen der Bakterienflora ergaben, nahmen die parodontopathogenen Keime mit der Sondierungstiefe der Zahnfleischtaschen signifikant zu. Auch bei einem erhöhten Attachmentlevel war die Anzahl der parodontopathogenen Bakterien sowie die Gesamtkeimzahl deutlich erhöht. <br>In jüngster Zeit konnten nach Analyse großer prospektiver Datensätze und unter Berücksichtigung möglicher Confounder mäßige oder stark erhöhte Infarktrisiken bei Parodontitis ausgeschlossen werden, was mit den Daten dieser Arbeit übereinstimmen könnte. Da kardiovaskuläre Erkrankungen einen multifaktoriellen Krankheitsprozess darstellen, sind jedoch weitere klinische Studien erforderlich, um zu klären ob durch die systemische Wirksamkeit parodontopathogener Keime bei einer Parodontitis das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankung erhöht wird.","abstract_html":"In den letzten 15 Jahren haben Untersuchungen auf einen epidemiologischen Zusammenhang zwischen Parodontitis und kardiovaskulären Erkrankungen hingewiesen. In der vorliegenden Studie wurde das Bakterienspektrum in Zahnfleischtaschen von 98 Herz-Kreislauf-Patienten im Vergleich zu einer Kontrollgruppe untersucht. &lt;br&gt;Die Herz-Kreislauf-Patienten waren zwischen 50 und 80 Jahre alt und hatten vor 5,5 ± 5,4 Jahren jeweils einen Myokardinfarkt. Die Kontrollgruppe war zwischen 61 und 72 Jahre alt und wies anamnestisch sowie bei der klinischen Untersuchung keine Anzeichen einer Herz-Kreislauf-Erkrankung auf. &lt;br&gt;Aus den jeweils vier tiefsten Zahnfleischtaschen der 121 Probanden wurden mit sterilen Papierspitzen Proben entnommen und das Spektrum der Bakterienpopulation analysiert. Wie die qualitativen und quantitativen Untersuchungen der Bakterienflora ergaben, war der Anteil der Proben mit parodontopathogenen Bakterien beachtlich hoch. So wurde Porphyromonas gingivalis bei 57 % der Herz-Kreislauf-Patienten nachgewiesen. Prevotella intermedia, Fusobacterium nucleatum und Tanerella forsythensis waren bei über 70% dieser Probandengruppe vorhanden. Der Spirochät Treponema denticola wurde sogar bei über 80 % der Patienten detektiert. Ferner konnte auf einem Selektionsnährmedium Actinobacillus actinomycetemcomitans bei 21 % dieser Probanden nachgewiesen werden. 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Auch bei einem erhöhten Attachmentlevel war die Anzahl der parodontopathogenen Bakterien sowie die Gesamtkeimzahl deutlich erhöht. <br>In jüngster Zeit konnten nach Analyse großer prospektiver Datensätze und unter Berücksichtigung möglicher Confounder mäßige oder stark erhöhte Infarktrisiken bei Parodontitis ausgeschlossen werden, was mit den Daten dieser Arbeit übereinstimmen könnte. Da kardiovaskuläre Erkrankungen einen multifaktoriellen Krankheitsprozess darstellen, sind jedoch weitere klinische Studien erforderlich, um zu klären ob durch die systemische Wirksamkeit parodontopathogener Keime bei einer Parodontitis das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankung erhöht wird.","In the last 15 years, numerous studies have pointed to an epidemiological correlation between periodontitis and cardiovascular diseases. In the present study the bacterial spectrum in gingival pockets of 98 cardiovascular patients was investigated in comparison to a control group. The cardiovascular patients were between 50 and 80 years old and had each a myocardial infarct 5.5 ± 5.4 years ago. The control group was between 61 and 72 years old and showed no signs of a cardiovascular disease either anamnestically or in the clinical examination. <br>Samples from the four deepest gingival pockets of each of the 121 test persons were taken using sterile paper tips and the spectrum of the bacterial population analysed. The qualitative and quantitative investigations of the bacterial flora showed that the fraction of samples with periodontopathogenic bacteria was extremely high. Thus, for example, Porphyromonas gingivalis was detected in 57 % of the cardiovascular patients. Prevotella intermedia, Fusobacterium nucleatum and Tannerella forsythensis were present in over 70 % of this group of persons. The spirochaete Treponema denticola was even detected in more than 80 % of the patients. Furthermore, Actinobacillus actinomycetemcomitans was identified on a selection culture medium for 21 % of these test persons. The periodontopathogenic bacteria were widely spread in the control group as well at the time of sampling. <br>These microbial findings correlate very well with the clinical findings. Thus, nearly 75 % of the gingival pockets from which the samples were taken had a probing depth of > 3 mm. As was shown by the analyses of the bacterial flora, the periodontopathogenic microorganisms increased significantly with the probing depth of the gingival pockets. At an increased attachment level, the number of periodontopathogenic bacteria and the total number of microorganisms were also perceptibly elevated. <br> <br>After the analysis of large prospective datasets and taking possible confounders into account, it has recently been possible to exclude moderate or greatly elevated infarction risks in connection with periodontitis, which is in agreement with the data of this study. Since cardiovascular diseases represent a multifactorial disease process, however, further clinical studies are required to clarify whether the risk of cardiovascular diseases is significantly increased by the systemic inflammation involved in periodontitis."]},{"key":"dc:format.medium","label":"Dc Format Medium","values":["application/pdf"]},{"key":"dc:title","label":"Title","values":["Qualitative und quantitative Analyse von parodontopathogenen Mikroorganismen bei Patienten mit koronaren Herzkrankheiten","Qualitative and quantitative analysis of the periodontopathogenic microorganisms in the gingival pockets of patients with cardiovascular diseases"]}]}],"canonical_facts":{"dc:contributor":["Kohal, Ralf-Joachim"],"dc:creator":["Sahm, Andreas"],"dc:description.abstract":["In den letzten 15 Jahren haben Untersuchungen auf einen epidemiologischen Zusammenhang zwischen Parodontitis und kardiovaskulären Erkrankungen hingewiesen. 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Der Spirochät Treponema denticola wurde sogar bei über 80 % der Patienten detektiert. Ferner konnte auf einem Selektionsnährmedium Actinobacillus actinomycetemcomitans bei 21 % dieser Probanden nachgewiesen werden. Auch bei der Kontrollgruppe waren diese parodontopathogenen Bakterien weit verbreitet, was deutlich macht, dass zum Zeitpunkt der Probenahme die mikrobielle Flora beider Probandengruppen ausgesprochen pathogen war. Diese mikrobiellen Befunde korrelierten sehr gut mit den klinischen Befunden. So hatten nahezu 75 % der Zahnfleischtaschen, aus denen die Proben entnommen worden waren, eine Sondierungstiefe > 3 mm. Wie die Analysen der Bakterienflora ergaben, nahmen die parodontopathogenen Keime mit der Sondierungstiefe der Zahnfleischtaschen signifikant zu. Auch bei einem erhöhten Attachmentlevel war die Anzahl der parodontopathogenen Bakterien sowie die Gesamtkeimzahl deutlich erhöht. <br>In jüngster Zeit konnten nach Analyse großer prospektiver Datensätze und unter Berücksichtigung möglicher Confounder mäßige oder stark erhöhte Infarktrisiken bei Parodontitis ausgeschlossen werden, was mit den Daten dieser Arbeit übereinstimmen könnte. Da kardiovaskuläre Erkrankungen einen multifaktoriellen Krankheitsprozess darstellen, sind jedoch weitere klinische Studien erforderlich, um zu klären ob durch die systemische Wirksamkeit parodontopathogener Keime bei einer Parodontitis das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankung erhöht wird.","In the last 15 years, numerous studies have pointed to an epidemiological correlation between periodontitis and cardiovascular diseases. In the present study the bacterial spectrum in gingival pockets of 98 cardiovascular patients was investigated in comparison to a control group. The cardiovascular patients were between 50 and 80 years old and had each a myocardial infarct 5.5 ± 5.4 years ago. The control group was between 61 and 72 years old and showed no signs of a cardiovascular disease either anamnestically or in the clinical examination. <br>Samples from the four deepest gingival pockets of each of the 121 test persons were taken using sterile paper tips and the spectrum of the bacterial population analysed. The qualitative and quantitative investigations of the bacterial flora showed that the fraction of samples with periodontopathogenic bacteria was extremely high. Thus, for example, Porphyromonas gingivalis was detected in 57 % of the cardiovascular patients. Prevotella intermedia, Fusobacterium nucleatum and Tannerella forsythensis were present in over 70 % of this group of persons. The spirochaete Treponema denticola was even detected in more than 80 % of the patients. 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At an increased attachment level, the number of periodontopathogenic bacteria and the total number of microorganisms were also perceptibly elevated. <br> <br>After the analysis of large prospective datasets and taking possible confounders into account, it has recently been possible to exclude moderate or greatly elevated infarction risks in connection with periodontitis, which is in agreement with the data of this study. 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