University of Freiburg
Ergebnisse nach operativer Therapie an Patienten mit thorakalem und thorakoabdominellem Aortenaneurysma, Aortendissektion Typ A oder B und Aortenruptur
Abstract
dc:description.abstractOperationen an der thorakalen und thorakoabdominellen Aorta sind mit einer hohen Letalität und Komplikationsrate verbunden. Zwischen April 2001 und Juni 2003 wurden am Herz-Kreislauf Zentrum der Universitätsklinik Freiburg 117 Patienten an der thorakalen oder thorakoabdominellen Aorta operiert. Die vorliegende Untersuchung hatte das Ziel, Aussagen über den perioperativen Verlauf, die Lebensqualität und das mittelfristige Überleben dieser Patienten zu treffen. Von den 117 Patienten hatten 68 ein Aneurysma, 33 eine Dissektion Typ A, 14 eine Dissektion Typ B und zwei eine traumatische Aortenruptur. Die häufigsten Operationsverfahren waren ein suprakoronarer Ersatz der Ao. ascendens und eine Conduitimplantation. Die häufigsten intraoperativen Komplikationen waren Blutungen (27%), ein Low-cardiac-output Syndrom (9%) und eine Anastomoseninsuffizienz (6%). Die häufigsten postoperativen Komplikationen waren Nachblutungen (24%), eine respiratorische Insuffizienz (16%) und ein Low-cardiac-output Syndrom (12%). Die postoperative Paraplegierate betrug 3%, 8% der Patienten zeigten eine Hemiparese. Die 30-Tage-Letalität lag bei 11%, das 1-Jahres-Überleben bei 77%. Die häufigsten Todesursachen waren ein myokardiales Pumpversagen (46% der Todesfälle) und eine Sepsis (23% der Todesfälle). Die Anwendung der selektiven antegraden Hirnperfusion (SACP) und das Neuromonitoringverfahren mittels tcMEP trugen zur Reduzierung der neurologischen Defizitrate bei. Fünf Patienten mit einer SACP (22%) zeigten postoperativ eine Hemiparese, vier (17%) eine transiente neurologische Dysfunktion. Ein Patient (5%) mit intraoperativem Neuromonitoring mittels tcMEP zeigte postoperativ eine neuaufgetretene Paraplegie. Zur Nachuntersuchung kamen 89 Patienten. Durch die Operation hatte sich die Lebensqualität im Vergleich zum präoperativen Zustand bei 36% der Patienten verbessert, die körperliche Belastbarkeit bei 31%. Die Lebensqualität gemessen am Karnofski-Index lag bei 60% der Patienten im Bereich 90-100%. Anhand digitalisierter CT-Bilder wurden die Prothesen von 85 Patienten ausgemessen. Nach einem medianen Follow-up Zeitraum von 14 Monaten betrug der mittlere Durchmesserzuwachs 13%. Neun Patienten (11%) zeigten einen Prothesenzuwachs von ≥8 mm. Die Ergebnisse dieser Untersuchung rechtfertigen die chirurgische und endovaskuläre Therapie thorakaler und thorakoabdomineller Aortenerkrankungen. Organprotektionsverfahren wie die SACP und das Neuromonitoring mittels tcMEP konnten zur Reduzierung neurologischer Komplikationen beitragen. Durch regelmäßige Nachuntersuchungen der operierten Patienten ist es möglich, Komplikationen früh zu erkennen und somit zu einer optimalen Patientenbetreuung und Qualitätskontrolle beizutragen.
Author and committee
dc:creator, dc:contributor.*- Author dc:creator
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- Genstorfer, Jörg
- Contributors dc:contributor
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- Beyersdorf, Friedhelm
Subjects
dc:subject × 9Identifiers
dc:identifier.*- Repository record source_url
- https://freidok.uni-freiburg.de/data/2352
- OAI identifier oai:identifier
- oai:freidok.uni-freiburg.de:2352