{"id":{"repo_id":"freiburg-diss","oai_identifier":"oai:freidok.uni-freiburg.de:2343"},"canonical_url":"https://search.dev.ndltd.org/etd/freiburg-diss/oai:freidok.uni-freiburg.de:2343","repository":{"repo_id":"freiburg-diss","name":"University of Freiburg","base_url":"https://freidok.uni-freiburg.de/oai/oai2.php"},"display":{"title":"Studien zur transkulturellen Benutzbarkeit mobiler Endgeräte","abstract":"Die gute Bedienbarkeit ist einer der zentralen Aspekte, welche bei der Entwicklung technischer Systeme berücksichtigt werden muss. Nur so kann sichergestellt werden, dass ein Benutzer mit dem System auch seine Ziele erreichen kann. Diese Anpassung an die Charakteristika des Benutzers stellt bereits eine enorme Herausforderung dar, wenn sowohl der Entwickler als auch der Benutzer aus demselben Kulturkreis stammen. Wird ein solches System jedoch für fremde Kulturen und internationale Märkte entwickelt, so kann davon ausgegangen werden, dass die dabei zu überwindenden Unterschiede auch zu weitaus größeren Herausforderungen führen. Am Beispiel des Mobiltelefons, das in den letzten Jahren eine unvergleichliche weltweite Verbreitung erfuhr, beschäftigt sich diese Arbeit mit der zentralen Frage, welche Aspekte und Komponenten inwieweit an Benutzer angepasst werden müssen, um eine weltweit leichte Benutzung gewährleisten zu können. Dazu wurden verschiedenste Nutzergruppen in Mexiko und Deutschland exemplarisch mit einem interdisziplinären Ansatz untersucht. Zu Beginn der Arbeit steht eine Einführung in die benutzerzentrierte Entwicklung technischer Systeme mit den Methoden des Usability Engineering im Mittelpunkt der Betrachtung. Im Anschluss wird dieses Konzept, aufbauend auf bisherigen Ansätzen, um eine internationale und transkulturelle Komponente erweitert, die den Fokus auf die Entwicklung für eine weltweite Verbreitung legt. In Anlehnung an die historische Entwicklung von Herangehensweisen an die Internationalisierung und Lokalisierung von Produkten wird mit TLCC (Technology, Language, Culture, Cognition) ein Modell entwickelt, welches zum einen die verschiedenen Ebenen visualisiert, welche bei einer weltweiten Anpassung zu berücksichtigen sind. Zum anderen erlaubt dieses hierarchische Modell auch eine Aussage darüber zu treffen, inwieweit eine Anpassung erfolgt ist. Anhand des Modells wird gezeigt, dass kulturelle und kognitive Faktoren in vielen Fällen nicht berücksichtigt werden, da in diesem Bereich bisher auch die wenigsten Erkenntnisse vorliegen. Somit ergeben sich daraus die Leitfragen für den empirischen Teil der Arbeit, in dem der Einfluss kultureller und kognitiver Faktoren auf die Benutzbarkeit untersucht werden soll. Zu Beginn des empirischen Teils wurden dazu in einer explorativen Feldforschung mit der Hilfe von teilnehmender Beobachtung, Interviews und visuellen Methoden zunächst soziale, kulturelle sowie kontextuelle Faktoren der Nutzung von Mobiltelefonen in allen sozioökonomischen Schichten Mexikos herausgearbeitet. \"Sicherheit\", \"Erreichbarkeit\", \"Status\" und \"Kostenkontrolle\" stellen hierbei die zentralen Konzepte dar, die mit der Hilfe von \"Grounded Szenarien\" sowie \"Grounded Personas\" innerhalb eines Entwicklungsteams effektiv kommuniziert werden können. Aufbauend auf den Ergebnissen dieses ersten Teils steht die konkrete Interaktion von Benutzern mit mobilen Endgeräten im Mittelpunkt des zweiten und quantitativen Teils, bei dem vier verschiedene Menüversionen für Mobiltelefone (starke Hierarchie, schwache Hierarchie, verborientiert, objektorientiert) mit zwei Gruppen in Mexiko und einer Gruppe in Deutschland getestet wurden. Unabhängig vom kulturellen Kontext zeigten alle Testteilnehmer eine wesentlich bessere Performanz mit Menüs, die eine schwache Hierarchie aufweisen. Mit größerer technischer Vorerfahrung (keiner der Teilnehmer hat Erfahrung im Umgang mit Mobiltelefonen) zeigte sich bei den Testteilnehmern eine bessere Leistung objektorientierter Menüs. Es konnte eine Tendenz dahingehend nachgewiesen werden, dass verborientierte Menüs bei technisch unerfahrenen Benutzern zu einer schnelleren Interaktion führt. Ein zu Beginn dieser Untersuchung vermutete Einfluss sprachlicher Aspekte wie der, dass es sich beim Spanischen im Vergleich zum Deutschen eher um eine verborientierte Sprache handelt, zeigte sich nicht.","abstract_html":"Die gute Bedienbarkeit ist einer der zentralen Aspekte, welche bei der Entwicklung technischer Systeme berücksichtigt werden muss. Nur so kann sichergestellt werden, dass ein Benutzer mit dem System auch seine Ziele erreichen kann. Diese Anpassung an die Charakteristika des Benutzers stellt bereits eine enorme Herausforderung dar, wenn sowohl der Entwickler als auch der Benutzer aus demselben Kulturkreis stammen. Wird ein solches System jedoch für fremde Kulturen und internationale Märkte entwickelt, so kann davon ausgegangen werden, dass die dabei zu überwindenden Unterschiede auch zu weitaus größeren Herausforderungen führen. Am Beispiel des Mobiltelefons, das in den letzten Jahren eine unvergleichliche weltweite Verbreitung erfuhr, beschäftigt sich diese Arbeit mit der zentralen Frage, welche Aspekte und Komponenten inwieweit an Benutzer angepasst werden müssen, um eine weltweit leichte Benutzung gewährleisten zu können. Dazu wurden verschiedenste Nutzergruppen in Mexiko und Deutschland exemplarisch mit einem interdisziplinären Ansatz untersucht. Zu Beginn der Arbeit steht eine Einführung in die benutzerzentrierte Entwicklung technischer Systeme mit den Methoden des Usability Engineering im Mittelpunkt der Betrachtung. Im Anschluss wird dieses Konzept, aufbauend auf bisherigen Ansätzen, um eine internationale und transkulturelle Komponente erweitert, die den Fokus auf die Entwicklung für eine weltweite Verbreitung legt. 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Aufbauend auf den Ergebnissen dieses ersten Teils steht die konkrete Interaktion von Benutzern mit mobilen Endgeräten im Mittelpunkt des zweiten und quantitativen Teils, bei dem vier verschiedene Menüversionen für Mobiltelefone (starke Hierarchie, schwache Hierarchie, verborientiert, objektorientiert) mit zwei Gruppen in Mexiko und einer Gruppe in Deutschland getestet wurden. Unabhängig vom kulturellen Kontext zeigten alle Testteilnehmer eine wesentlich bessere Performanz mit Menüs, die eine schwache Hierarchie aufweisen. Mit größerer technischer Vorerfahrung (keiner der Teilnehmer hat Erfahrung im Umgang mit Mobiltelefonen) zeigte sich bei den Testteilnehmern eine bessere Leistung objektorientierter Menüs. Es konnte eine Tendenz dahingehend nachgewiesen werden, dass verborientierte Menüs bei technisch unerfahrenen Benutzern zu einer schnelleren Interaktion führt. Ein zu Beginn dieser Untersuchung vermutete Einfluss sprachlicher Aspekte wie der, dass es sich beim Spanischen im Vergleich zum Deutschen eher um eine verborientierte Sprache handelt, zeigte sich nicht.","A good level of usability is one of the central aspects that have to be considered in the development of technical systems. It can assure that the user is able to accomplish his or her goals with the system. This is already a big challenge if both the developer and the user are from the same culture. However, the challenge gets even bigger, whenever a product is to be developed for other cultures or international markets. This thesis deals with the central question of which aspects and components need to be adapted to the user if an international and a cross-cultural distribution is planned. It takes the mobile phone as an example as this technology has spread all over the world in the last years. Users in Mexico and Germany have been taken as an example and an interdisciplinary approach has been chosen. The introductory part of the thesis presents the user-centered design approach together with the methods of usability engineering. Following, these concepts are extended in order to integrate international and cross-cultural aspects. Based on the historical development of approaches to the internationalization and localization of products and systems, TLCC (technology, language, culture, cognition) is developed as a model that visualizes the different levels of adaptation and enables a classification of products as far as their level of adaptation is concerned. Cognitive and cultural factors, level three and four of this hierarchical model, are identified as central aspects that need to be researched further. The central questions derived from this model deal therefore with the impact of both the cultural and cognitive factors on the usability of technical systems. First, an explorative field study in Mexico using participant observation, interviews and visual methods has been conducted to identify social, cultural and contextual factors in the use of mobile phones in all social-economic classes. \"Security\", \"accessibility\", \"status\" and \"control of costs\" were the central concepts that could be communicated within the development team effectively by using \"grounded personas\" and \"grounded scenarios\". Based on these findings the second part of the empirical work dealt with the concrete interaction of the user with the mobile device. Four menu versions for mobile phones (strong hierarchy, flat hierarchy, verb oriented, object oriented) have been tested with two groups in Mexico and one group in Germany. All users showed a much better performance using the menus with a flat hierarchy independent from any cultural impact. The better the previous experience using computational technology (none of the subjects has ever used a mobile phone before) the better was the performance and the higher the preference for object oriented menus. A tendency could be shown that technically inexperienced users present a better performance using verb oriented menus. At the beginning it was suspected that the differences of the subjects' mother tongue (Spanish can be considered in comparison to German as a verb oriented language) would lead to different preferences while using verb oriented and object oriented menus respectively. However, this hypothesis was not confirmed."]},{"key":"dc:format.medium","label":"Dc Format Medium","values":["application/pdf"]},{"key":"dc:title","label":"Title","values":["Studien zur transkulturellen Benutzbarkeit mobiler Endgeräte","Studies on the cross-cultural usability of mobile devices"]}]}],"canonical_facts":{"dc:contributor":["Strube, Gerhard"],"dc:creator":["Sturm, Christian"],"dc:description.abstract":["Die gute Bedienbarkeit ist einer der zentralen Aspekte, welche bei der Entwicklung technischer Systeme berücksichtigt werden muss. Nur so kann sichergestellt werden, dass ein Benutzer mit dem System auch seine Ziele erreichen kann. Diese Anpassung an die Charakteristika des Benutzers stellt bereits eine enorme Herausforderung dar, wenn sowohl der Entwickler als auch der Benutzer aus demselben Kulturkreis stammen. 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Im Anschluss wird dieses Konzept, aufbauend auf bisherigen Ansätzen, um eine internationale und transkulturelle Komponente erweitert, die den Fokus auf die Entwicklung für eine weltweite Verbreitung legt. In Anlehnung an die historische Entwicklung von Herangehensweisen an die Internationalisierung und Lokalisierung von Produkten wird mit TLCC (Technology, Language, Culture, Cognition) ein Modell entwickelt, welches zum einen die verschiedenen Ebenen visualisiert, welche bei einer weltweiten Anpassung zu berücksichtigen sind. Zum anderen erlaubt dieses hierarchische Modell auch eine Aussage darüber zu treffen, inwieweit eine Anpassung erfolgt ist. Anhand des Modells wird gezeigt, dass kulturelle und kognitive Faktoren in vielen Fällen nicht berücksichtigt werden, da in diesem Bereich bisher auch die wenigsten Erkenntnisse vorliegen. Somit ergeben sich daraus die Leitfragen für den empirischen Teil der Arbeit, in dem der Einfluss kultureller und kognitiver Faktoren auf die Benutzbarkeit untersucht werden soll. Zu Beginn des empirischen Teils wurden dazu in einer explorativen Feldforschung mit der Hilfe von teilnehmender Beobachtung, Interviews und visuellen Methoden zunächst soziale, kulturelle sowie kontextuelle Faktoren der Nutzung von Mobiltelefonen in allen sozioökonomischen Schichten Mexikos herausgearbeitet. \"Sicherheit\", \"Erreichbarkeit\", \"Status\" und \"Kostenkontrolle\" stellen hierbei die zentralen Konzepte dar, die mit der Hilfe von \"Grounded Szenarien\" sowie \"Grounded Personas\" innerhalb eines Entwicklungsteams effektiv kommuniziert werden können. Aufbauend auf den Ergebnissen dieses ersten Teils steht die konkrete Interaktion von Benutzern mit mobilen Endgeräten im Mittelpunkt des zweiten und quantitativen Teils, bei dem vier verschiedene Menüversionen für Mobiltelefone (starke Hierarchie, schwache Hierarchie, verborientiert, objektorientiert) mit zwei Gruppen in Mexiko und einer Gruppe in Deutschland getestet wurden. Unabhängig vom kulturellen Kontext zeigten alle Testteilnehmer eine wesentlich bessere Performanz mit Menüs, die eine schwache Hierarchie aufweisen. Mit größerer technischer Vorerfahrung (keiner der Teilnehmer hat Erfahrung im Umgang mit Mobiltelefonen) zeigte sich bei den Testteilnehmern eine bessere Leistung objektorientierter Menüs. Es konnte eine Tendenz dahingehend nachgewiesen werden, dass verborientierte Menüs bei technisch unerfahrenen Benutzern zu einer schnelleren Interaktion führt. Ein zu Beginn dieser Untersuchung vermutete Einfluss sprachlicher Aspekte wie der, dass es sich beim Spanischen im Vergleich zum Deutschen eher um eine verborientierte Sprache handelt, zeigte sich nicht.","A good level of usability is one of the central aspects that have to be considered in the development of technical systems. It can assure that the user is able to accomplish his or her goals with the system. This is already a big challenge if both the developer and the user are from the same culture. However, the challenge gets even bigger, whenever a product is to be developed for other cultures or international markets. This thesis deals with the central question of which aspects and components need to be adapted to the user if an international and a cross-cultural distribution is planned. It takes the mobile phone as an example as this technology has spread all over the world in the last years. Users in Mexico and Germany have been taken as an example and an interdisciplinary approach has been chosen. The introductory part of the thesis presents the user-centered design approach together with the methods of usability engineering. Following, these concepts are extended in order to integrate international and cross-cultural aspects. Based on the historical development of approaches to the internationalization and localization of products and systems, TLCC (technology, language, culture, cognition) is developed as a model that visualizes the different levels of adaptation and enables a classification of products as far as their level of adaptation is concerned. Cognitive and cultural factors, level three and four of this hierarchical model, are identified as central aspects that need to be researched further. The central questions derived from this model deal therefore with the impact of both the cultural and cognitive factors on the usability of technical systems. 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