{"id":{"repo_id":"freiburg-diss","oai_identifier":"oai:freidok.uni-freiburg.de:2217"},"canonical_url":"https://search.dev.ndltd.org/etd/freiburg-diss/oai:freidok.uni-freiburg.de:2217","repository":{"repo_id":"freiburg-diss","name":"University of Freiburg","base_url":"https://freidok.uni-freiburg.de/oai/oai2.php"},"display":{"title":"Validierung des Uhrenlesetests, eines neuen Untersuchungsverfahrens für Demenzerkrankungen und visuell-räumliche Störungen","abstract":"Visuell-räumliche Störungen sind ein häufiges Symptom bei Demenzerkrankungen und müssen deshalb bei der Diagnostik dieser Erkrankungen untersucht werden. Eine Möglichkeit dazu stellen Tests des Uhrenlesens, -stellens und -zeichnens dar. Während Tests des Uhrenzeichnens gut erforscht sind und weit verbreitet Anwendung finden, ist bisher nur wenig über Tests des Uhrenlesens bekannt. Die vorliegende Untersuchung beschäftigt sich mit einem neuen Uhrenlesetest. Sie prüft seine Validität für visuell-räumliche Störungen und für Läsionen des Parietallappens, versucht, einen optimalen cut-off Punktwert zu finden und soll zeigen, ob es Unterschiede zwischen Patienten mit verschiedenen Demenzformen beim Uhrenlesen gibt. <br>Als Untersuchungskollektiv dienten 200 Patienten mit Demenzerkrankungen und 105 Patienten mit Leichter Kognitiver Störung der Gedächtnissprechstunde des Zentrums für Geriatrie und Gerontologie Freiburg sowie 20 Patienten mit Läsionen eines Parietallappens aus dem Neurozentrum Freiburg und 64 ältere Personen ohne bekannte zentralnervöse Erkrankung. Die Neuropsychologische Untersuchung umfasste neben dem Uhrenlesetest eine Reihe weiterer visuell-räumlicher und nicht visuell-räumlicher Tests, unter anderem die komplexe Rey-Figur, den Uhrentest nach Shulman und einige Untertests der CERAD-Testbatterie. <br>Zur Prüfung der Validität wurden Pearson-Korrelationskoeffizienten berechnet, gefolgt von einer All Possible Subsets Regression. Vergleiche zwischen den einzelnen Gruppen erfolgten mit dem Abschlusstestverfahren. Ein cut-off score wurde mit Hilfe von ROC-Kurven ermittelt. <br>Der Uhrenlesetest zeigt keine Abhängigkeit von demografischen Variablen mit Ausnahme des Alters in einigen Untergruppen. Er hat eine gute split-half-Reliabilität (r=0,78). Er korreliert gut bis mäßig mit der komplexen Rey-Figur (r=54), dem Uhrentest (r=0,42) und dem MMST (r=0,45), mit anderen Tests gering oder gar nicht. Rey-Figur, Uhrentest und MMST erwiesen sich auch in der Regression als die besten predictors für den Uhrenlesetest. Patienten mit Demenzerkrankungen schnitten im Uhenlesetest signifikant schlechter ab als die Kontrollgruppe und die Patienten mit Leichter Kognitiver Störung. Innerhalb der Gruppe der Patienten mit Demenzerkrankungen waren Patienten mit zerebraler Mikroangiopathie und Frontotemporaler Demenz deutlich besser als Alzheimer-Patienten, Patienten mit Mischdemenz und Patienten mit Lewy-Körperchen-Demenz. <br>Patienten mit parietalen Läsionen schnitten signifikant schlechter ab als die Kontrollgruppe. Es ließ sich kein Zusammenhang zwischen dem Ergebnis im Uhrenlesetest und der Größe der parietalen Läsion nachweisen, ebenso wenig ein Unterschied zwischen Patienten mit rechts- und linksseitigen Läsionen. <br>Die Untersuchung mit ROC-Kurven ergab eine gute Trennschärfe zwischen Demenz-Patienten und Kontrollpersonen (0,84; gemessen als Fläche unter der Kurve). Für den ermittelten optimalen cut-off Wert von 10,5 ergab sich eine Spezifität von 0,70 und eine Sensivität von 0,76. <br>Der Uhrenlesetest wurde von Patienten gut akzeptiert und erwies sich als einfach anzuwenden. <br>Es hat sich also gezeigt, dass der Uhrenlesetest sensitiv für visuell-räumliche Störungen und für parietale Läsionen ist. Offen bleibt, inwieweit die Unterschiede zwischen Patienten mit verschiedenen Demenzerkrankungen relevant sind, da sich die Gruppen auch im allgemeinen kognitiven Funktionsniveau unterschieden. Der Uhrenlesetest ist eine sinnvolle Ergänzung zur neuropsychologischen Demenzdiagnostik.","abstract_html":"Visuell-räumliche Störungen sind ein häufiges Symptom bei Demenzerkrankungen und müssen deshalb bei der Diagnostik dieser Erkrankungen untersucht werden. Eine Möglichkeit dazu stellen Tests des Uhrenlesens, -stellens und -zeichnens dar. 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In this study we examine a new clock reading test. We test its validity for visuospatial disorders and for lesions of the parietal lobes, estimate an optimal cut-off-score and examine the differences in performance of patients with various forms of dementia. <br>Study population: 200 patients with a diagnosis of dementia and 105 patients with minimal cognitive impairment from the center for geriatrics and gerontology Freiburg, 20 patients with parietal lesions from the university hospital Freiburg, 64 elderly volunteers with no known disease of the central nervous system. <br>Methods: Neuropsychological tests used include the clock reading test, the clock drawing test, the complex figure of Rey and several subtests from the CERAD test series. Validity was assessed using pearson correlation coefficients and an all possible subsets regression. Groups were compared using the closed test procedure. Cut-off-scores were obtained using ROC-curve analysis. <br>The clock reading test proved to be independent of demografic variables except for the age. It has a good split-half-reliability (r=0.78). It correlates well with the complex figure of Rey (r=54), the clock drawing test (r=0,42) and the MMSE (r=0,45), but poorly or not at all with other tests. The complex figure of Rey, the clock drawing test and the MMSE were the best predictors for the clock reading test in the regression analysis. Patients with dementias performed significantly worse than the control group and patients with minimal cognitive impairment. Within the dementia group, patients with subcortical arteriosclerotic microangiopathy and patients with frontotemporal dementia performed significantly better than patients with Alzheimer’s disease, patients with mixed dementia and patients with Lewy body dementia. <br>Patients with parietal lesions performed significantly worse than the control group. There was no correlation between clock reading test performance and size of the lesion, and there was no significant difference between patiens with right and left parietal lesions. ROC analyses showed a good discriminatory power (area under the curve: 0.84). At the optimal cut-off-point of 10.5 points specificity was 0.70 and sensitivity was 0.76. The clock reading test was easy to use and was generally well accepted by patiens. <br>Thus, the clock reading test has been shown to be sensitive both to disorders of visuo-spatial cognition and parietal lesions. Whether the differences in performance between patients with various forms of dementia are relevant must remain open, as these groups also differed in their general cognitive functioning. The clock reading test can be a valuable new tool in dementia diagnostics."]},{"key":"dc:format.medium","label":"Dc Format Medium","values":["application/pdf"]},{"key":"dc:title","label":"Title","values":["Validierung des Uhrenlesetests, eines neuen Untersuchungsverfahrens für Demenzerkrankungen und visuell-räumliche Störungen","The Clock Reading Test - a new instrument for the diagnosis of dementia and disorders of visuo-spatial cognition"]}]}],"canonical_facts":{"dc:contributor":["Schmidtke, Klaus"],"dc:creator":["Olbrich, Susanne"],"dc:description.abstract":["Visuell-räumliche Störungen sind ein häufiges Symptom bei Demenzerkrankungen und müssen deshalb bei der Diagnostik dieser Erkrankungen untersucht werden. Eine Möglichkeit dazu stellen Tests des Uhrenlesens, -stellens und -zeichnens dar. Während Tests des Uhrenzeichnens gut erforscht sind und weit verbreitet Anwendung finden, ist bisher nur wenig über Tests des Uhrenlesens bekannt. 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Die Neuropsychologische Untersuchung umfasste neben dem Uhrenlesetest eine Reihe weiterer visuell-räumlicher und nicht visuell-räumlicher Tests, unter anderem die komplexe Rey-Figur, den Uhrentest nach Shulman und einige Untertests der CERAD-Testbatterie. <br>Zur Prüfung der Validität wurden Pearson-Korrelationskoeffizienten berechnet, gefolgt von einer All Possible Subsets Regression. Vergleiche zwischen den einzelnen Gruppen erfolgten mit dem Abschlusstestverfahren. Ein cut-off score wurde mit Hilfe von ROC-Kurven ermittelt. <br>Der Uhrenlesetest zeigt keine Abhängigkeit von demografischen Variablen mit Ausnahme des Alters in einigen Untergruppen. Er hat eine gute split-half-Reliabilität (r=0,78). Er korreliert gut bis mäßig mit der komplexen Rey-Figur (r=54), dem Uhrentest (r=0,42) und dem MMST (r=0,45), mit anderen Tests gering oder gar nicht. Rey-Figur, Uhrentest und MMST erwiesen sich auch in der Regression als die besten predictors für den Uhrenlesetest. 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Für den ermittelten optimalen cut-off Wert von 10,5 ergab sich eine Spezifität von 0,70 und eine Sensivität von 0,76. <br>Der Uhrenlesetest wurde von Patienten gut akzeptiert und erwies sich als einfach anzuwenden. <br>Es hat sich also gezeigt, dass der Uhrenlesetest sensitiv für visuell-räumliche Störungen und für parietale Läsionen ist. Offen bleibt, inwieweit die Unterschiede zwischen Patienten mit verschiedenen Demenzerkrankungen relevant sind, da sich die Gruppen auch im allgemeinen kognitiven Funktionsniveau unterschieden. Der Uhrenlesetest ist eine sinnvolle Ergänzung zur neuropsychologischen Demenzdiagnostik.","Disorders of visuo-spatial cognition are common in dementia and therefore must be assessed when patients with dementia are examined. Tests involving clock drawing, reading and setting have been suggested as one means to test for visuospatial disorders. While clock drawing tests have been thoroughly studied and are widely used, little is known about clock reading tests. In this study we examine a new clock reading test. We test its validity for visuospatial disorders and for lesions of the parietal lobes, estimate an optimal cut-off-score and examine the differences in performance of patients with various forms of dementia. <br>Study population: 200 patients with a diagnosis of dementia and 105 patients with minimal cognitive impairment from the center for geriatrics and gerontology Freiburg, 20 patients with parietal lesions from the university hospital Freiburg, 64 elderly volunteers with no known disease of the central nervous system. <br>Methods: Neuropsychological tests used include the clock reading test, the clock drawing test, the complex figure of Rey and several subtests from the CERAD test series. Validity was assessed using pearson correlation coefficients and an all possible subsets regression. Groups were compared using the closed test procedure. Cut-off-scores were obtained using ROC-curve analysis. <br>The clock reading test proved to be independent of demografic variables except for the age. It has a good split-half-reliability (r=0.78). It correlates well with the complex figure of Rey (r=54), the clock drawing test (r=0,42) and the MMSE (r=0,45), but poorly or not at all with other tests. The complex figure of Rey, the clock drawing test and the MMSE were the best predictors for the clock reading test in the regression analysis. Patients with dementias performed significantly worse than the control group and patients with minimal cognitive impairment. Within the dementia group, patients with subcortical arteriosclerotic microangiopathy and patients with frontotemporal dementia performed significantly better than patients with Alzheimer’s disease, patients with mixed dementia and patients with Lewy body dementia. <br>Patients with parietal lesions performed significantly worse than the control group. There was no correlation between clock reading test performance and size of the lesion, and there was no significant difference between patiens with right and left parietal lesions. ROC analyses showed a good discriminatory power (area under the curve: 0.84). At the optimal cut-off-point of 10.5 points specificity was 0.70 and sensitivity was 0.76. The clock reading test was easy to use and was generally well accepted by patiens. <br>Thus, the clock reading test has been shown to be sensitive both to disorders of visuo-spatial cognition and parietal lesions. Whether the differences in performance between patients with various forms of dementia are relevant must remain open, as these groups also differed in their general cognitive functioning. 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