University of Freiburg
Holzkohleanalytische Untersuchungen zur Waldgeschichte der Vogesen
Abstract
dc:description.abstractIn dieser Arbeit wurden insgesamt 155 Meilerplätze in den Südvogesen holzkohleanalytisch untersucht. Ziel war es dabei, historische Waldbestände in den jeweiligen Untersuchungsgebieten zu rekonstruieren und Zusammenhänge zwischen der historischen Waldnutzung und der Wirtschaftgeschichte des Raumes zu diskutieren. Zudem wurde die angewendete Methode der Meilerplatzanalyse kritisch überprüft. <br>In der Holzkohle wurden fast alle von Natur aus zu erwartenden Gehölzarten gefunden, insgesamt ließen sich 17 Baumgattungen nachweisen. Am gesamten Probenmaterial hat Buche einen Anteil von 75 %, gefolgt von Tanne mit 16 % und Ahorn mit 5 %. Alle anderen Taxa erreichen nur einen Anteil von 1 % oder weniger am Gesamtmaterial. Die Mengenanteile liegen im Ganzen in einer Größenordnung, die natürlichen Verhältnissen nahe kommt, wobei Tanne etwas unterrepräsentiert erscheint. In einzelnen Untersuchungsgebieten weicht das Fundbild deutlich von dem Durchschnitt der Analysen ab. <br>Für acht Gebiete wurden ehemalige Waldbestände rekonstruiert. Das Vorkommen bestimmter Taxakombinationen in der Holzkohle und die genutzten Holzstärken können teils auf natürliche Standortunterschiede und teils auf anthropogenen Einfluss auf den Bestand zurückgeführt werden. In zwei Untersuchungsgebieten (Miellin und Wasserbourg) wurden wahrscheinlich anthropogen überprägte Bestände genutzt. In anderen Gebieten (Markstein und Rossberg) konnte ein klarer standörtlicher Bezug zwischen dem Anteil der verschiedenen Taxa in den Holzkohlen und der Höhe ü. NN aufgezeigt werden. Vor allem das natürliche Ausfallen der Tanne mit der Höhe spiegelt sich gut im Fundmaterial wider. Im Ganzen konnten sechs verschiedene Waldtypen identifiziert werden, wobei Buchen-Tannenwälder mit verschiedenen Dominanzverhältnissen der beiden Baumarten den Großteil der historischen Bestockung bildeten. Die anderen Typen traten eher kleinräumig auf. <br>Die erfassten Nutzungsphasen der Holzkohleherstellung reichen vom Spätmittelalter bis in die Neuzeit, wobei der neuzeitlichen Köhlerei bei weitem die meisten Meilerplätze zuzuordnen sind. Die holzkohleanalytischen Befunde und die Zeitstellung der erfassten Waldnutzungen lassen zusammen betrachtet den Schluss zu, dass die höheren Lagen der Vogesen erst im Zuge der gesteigerten Industrialisierung im 16. bis 18. Jahrhundert intensiv genutzt wurden.
Author and committee
dc:creator, dc:contributor.*- Author dc:creator
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- Nölken, Wilko
- Contributors dc:contributor
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- Deil, Ulrich
Subjects
dc:subject × 6Identifiers
dc:identifier.*- Repository record source_url
- https://freidok.uni-freiburg.de/data/2192
- OAI identifier oai:identifier
- oai:freidok.uni-freiburg.de:2192