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University of Freiburg

Optimierungsmöglichkeiten und Restriktionen eines mechanisierten Holzerntesystems bei der Umsetzung moderner Waldbaukonzepte am Beispiel des Südschwarzwaldes

Abstract

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Im Rahmen der heute verfolgten Waldbauprogramme sollen Nadelholzreinbestände langfristig in stufige Mischbestände mit Starkholzanteilen umgebaut werden, die als Dauerwälder durch selektive Nutzung bewirtschaftet werden. Diese modernen waldbaulichen Behandlungskonzepte führen zu räumlich und zeitlich veränderten Strukturen in der Holzernte. In den letzten Jahren etablierten sich zunehmend leistungsfähige Holzerntemaschinen. Weiterhin wird Starkholz zukünftig in großem Umfang als Kurzholzabschnitte aufgearbeitet und vermarktet werden. <br>In schwachen bis mittelstarken Nadelholz- und Mischbeständen ist der Einsatz vollmechanisierter Holzerntesysteme mit Kurzholzaufarbeitung allgemein üblich. Im Dauerwald gibt es eine entsprechende Mechanisierung bislang kaum. <br>Wesentliche Zielsetzung dieser Arbeit ist die Gestaltung und Erprobung eines mechanisierten Holzerntesystems zur Realisierung anspruchsvoller, moderner Waldbaukonzepte am Beispiel des Südschwarzwalds. Optimierungsmöglichkeiten und Restriktionen sollen aufgezeigt und untersucht sowie Empfehlungen zur Verfahrensgestaltung abgeleitet werden. <br>Zur Erfüllung der Zielsetzungen wurden zwei sich ergänzende methodische Ansätze verfolgt. Zur Dokumentation der in der Praxis eingesetzten Holzerntesysteme und der Rahmenbedingungen wurde eine Expertenbefragung durchgeführt. Darüber hinaus wurden sechs realitätsnahe Arbeitsversuche mit unterschiedlichen Bestandes- und Geländebedingungen durchgeführt. Ein mechanisiertes Holzerntesystem wurde entwickelt und erprobt. Im Rahmen von Arbeitsstudien wurden Daten des ausscheidenden Bestandes, Leistungen und Kosten der technischen Systemkomponenten in Abhängigkeit von verschiedenen Einflussfaktoren, Kennwerte zur Längenmaßgenauigkeit sowie zu den Bestandesschäden ermittelt. <br>Mit dem Waldumbau verändern sich die Hiebsbedingungen beträchtlich. Sie werden für die Holzernte komplexer und schwieriger. Nach der Expertenbefragung werden im Dauerwald ausschließlich und in Überführungsbeständen mit 90% motormanuelle Holzerntesysteme mit Langholzaufarbeitung eingesetzt. Als wesentliche Beurteilungskriterien für Holzernteverfahren wurden Wirtschaftlichkeit und Pfleglichkeit benannt. <br>Im Rahmen kombinierter Aufarbeitungsverfahren wurden Kurzholzabschnitte aufge-arbeitet, d.h. manuelle und mechanisierte Systemkomponenten werden gegebenenfalls in zeitlich bzw. räumlich voneinander getrennten Phasen kombiniert. Dabei können Restriktionen der verfügbaren Harvestertechnik, wie z.B. Baumdimensionen, Astigkeit, Qualitätsansprache, überwunden werden. Die manuellen Systemkomponenten können sowohl das motormanuelle Beisägen von Wurzelanläufen starkdimensionierter Nadelbäume im Kranbereich als auch Zufällarbeiten und zum Teil motormanuelle Entastungs- sowie Einschneidearbeiten umfassen. Die Rückung der durch den Harvesterkran vorkonzentrierten Kurzholzabschnitte wurde mit leistungsstarken Forwardern durchgeführt. <br>Es wurden Systemleistungen und Kosten ermittelt, die gegenüber konventionellen, rein motormanuellen Holzerntesystemen ein erhebliches Einsparungspotential bedeuten. Die Leistungen werden von mehreren Faktoren beeinflusst und weisen somit hohe Streuungen auf. Insbesondere ein hoher Anteil an Schwachholz und an zugefällten Bäumen führte zu niedrigeren Systemleistungen und zu wesentlich höheren Aufarbeitungskosten. Die Rückeleistung wird durch die vom Harvesterkran vorkonzentrierten Kurzholzabschnitte und die hohen Stückmassen gefördert. <br>Zur Beurteilung der Aufarbeitungsqualität wurde stichprobenartig die Längenmaßgenauigkeit der Nadelholzabschnitte überprüft. Die mechanisierte Aushaltung von Starkholzabschnitten erfüllte den mitteleuropäischen Standard an die Messbeständigkeit gemäß den Richtlinien vom KWF (1999). Die beobachteten Messdifferenzen waren unabhängig vom Mittendurchmesser der Starkholzabschnitte. <br>Auf Stichprobenflächen wurden nach Abschluss der Hiebsmaßnahmen die aufgetrete-nen Bestandesschäden in Anlehnung an das Verfahren von MENG (1978) ermittelt. Das mechanisierte Holzerntesystem ist mit einem durchschnittlichen Schadprozent von ca. 11% als sehr pfleglich zu bewerten. Die Schadenshöhe wird im Wesentlichen von der Bestandesstruktur, der Verfahrensgestaltung und der Hangneigung beeinflusst. In stufigen Mischbeständen müssen die Schadprozente allerdings differenziert betrachtet werden, weil sich die Beschädigungen hinsichtlich der Fäuleentwicklung in Abhängigkeit von der Baumart und von der soziologischen Stellung des beschädigten Baumes mit unterschiedlicher Intensität auswirken. <br>Schlussfolgerungen <br>Das untersuchte mechanisierte Holzerntesystem kann aus technischer, wirtschaftlicher und pfleglicher Sicht in stufigen Mischbeständen und in befahrbaren Hanglagen eingesetzt werden. Durch die Kombination von motormanueller und mechanisierter Holzernte treten hinsichtlich der Bestandesbedingungen keine technischen Restriktionen auf.

Author and committee

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Author dc:creator
  • Bacher-Winterhalter, Manuela
Contributors dc:contributor
  • Becker, Gero

Subjects

dc:subject × 6

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https://freidok.uni-freiburg.de/data/2099
OAI identifier oai:identifier
oai:freidok.uni-freiburg.de:2099

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Last updated
2026-07-24
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Bacher-Winterhalter, Manuela. Optimierungsmöglichkeiten und Restriktionen eines mechanisierten Holzerntesystems bei der Umsetzung moderner Waldbaukonzepte am Beispiel des Südschwarzwaldes. https://freidok.uni-freiburg.de/data/2099