{"id":{"repo_id":"freiburg-diss","oai_identifier":"oai:freidok.uni-freiburg.de:2081"},"canonical_url":"https://search.dev.ndltd.org/etd/freiburg-diss/oai:freidok.uni-freiburg.de:2081","repository":{"repo_id":"freiburg-diss","name":"University of Freiburg","base_url":"https://freidok.uni-freiburg.de/oai/oai2.php"},"display":{"title":"Änderungen der intestinalen Permeabilität mit systemischer Zytokinaktivierung nach grossen Operationen bei der Entstehung des Multiorganversagens","abstract":"Nach grossen Operationen wird eine überschießende Immunantwort (SIRS) beobachtet, die als wichtige Ursache des Multiorgandysfunktionssyndroms (MODS) angesehen wird. Der Pathomechanismus dieses frühpostoperativen SIRS ist nicht bekannt. Bei der \"Darm-Sepsis-Hypothese\" geht man davon aus, dass der Zusammenbruch der intestinalen Barriere mit bakterieller Translokation ein wesentlicher Schritt zur Entwicklung des SIRS ist. Daten hierzu basieren im Wesentlichen auf Tierversuchen, die wenigen klinischen Studien zeigen bislang widersprüchliche Ergebnisse. Die vorliegende klinische Studie untersucht prospektiv den Zusammenhang zwischen einem Verlust der intestinalen Barriere und dem Risiko eines Multiorganversagens nach grossen operativen Eingriffen der Viszeral- und Gefäßchirurgie. <br>36 Patienten (68±20 Jahre; m:w 20:16) nach grossen, elektiven abdominal- und gefäßchirurgischen Eingriffen (Oesophagektomien (3), colorektale Resektionen (18), Aorteneingriffe (15)) wurden in die Studie eingeschlossen. Es wurden präoperativ sowie 24, 72 und 120 Stunden postoperativ klinische Daten und Laborwerte erhoben. Für die intestinale Permeabilität wurden Konzentrationen oral applizerter Zucker 15g Lactulose; 0,5g Mannitol, 2,0g Rhamnose, 1,0 g Xylose) im Urin (HPLC). Die Objektivierung des klinischen Verlaufs erfolgte mittels APACHE II, ein Multiorganversagen evaluierten wir mit dem MOF-Score nach Goris. <br>Wir konnten anhand des APACHE II (³ 10 Punkte) und des MOF-Scores nach Goris (³ 5 Punkte) Patienten mit ungünstiger Prognose (Multiorganversagen; Gruppe 1; n= 10) sowie Patienten günstiger Prognose (Gruppe 2; n=26) unterscheiden. Nach enteraler Applikation von Mono- und Dissachariden konnte anhand der Exkretion von Mannitol im Urin eine signifikant gesteigerte intestinale Permeabilität 24 und 72 Stunden postoperativ in der Gruppe mit ungünstiger Prognose gefunden werden. 120 Stunden postoperativ konnte dieser Unterschied zwischen den Gruppen nicht mehr aufgezeigt werden. Die Urinkonzentration korrelierte zu den jeweiligen Messzeitpunkten mit dem MOF-Score nach Goris und nach 72 Stunden sogar mit der Überlebenswahrscheinlichkeit der Patienten. Der Lactulose/Rhamnose-Quotient zeigte die gleiche Tendenz der Zunahme der intestinalen Permeabilität in der Patientengruppe mit schlechtem klinischen Verlauf ohne Nachweis einer Signifikanz. Entsprechend den Resultaten der Korrelationsanalyse konnte durch ROC-Analyse, dass die Darmpermeabilität (L/R-Quotient=1,20) nach 72 Stunden postoperativ prädiktiv für das Überleben der Patienten nach grossen operativen Eingriffen ist. <br>Die Ergebnisse bestätigen, daß Patienten, die eine Multiorganversagen entwickeln, eine frühpostoperative Erhöhung der intestinalen Permeabilität haben. Diese Beobachtungen sind mit der Darm-Multiorganversagen-Hypothese gut vereinbar und weisen darauf hin, daß das intestinale Versagen im Sinne einer Störung der Barrierefunktion ein entscheidender Faktor zur Entwicklung eines Multiorganversagens für Patienten nach grossen Operationen darstellt.","abstract_html":"Nach grossen Operationen wird eine überschießende Immunantwort (SIRS) beobachtet, die als wichtige Ursache des Multiorgandysfunktionssyndroms (MODS) angesehen wird. Der Pathomechanismus dieses frühpostoperativen SIRS ist nicht bekannt. Bei der &quot;Darm-Sepsis-Hypothese&quot; geht man davon aus, dass der Zusammenbruch der intestinalen Barriere mit bakterieller Translokation ein wesentlicher Schritt zur Entwicklung des SIRS ist. Daten hierzu basieren im Wesentlichen auf Tierversuchen, die wenigen klinischen Studien zeigen bislang widersprüchliche Ergebnisse. 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Die Urinkonzentration korrelierte zu den jeweiligen Messzeitpunkten mit dem MOF-Score nach Goris und nach 72 Stunden sogar mit der Überlebenswahrscheinlichkeit der Patienten. Der Lactulose/Rhamnose-Quotient zeigte die gleiche Tendenz der Zunahme der intestinalen Permeabilität in der Patientengruppe mit schlechtem klinischen Verlauf ohne Nachweis einer Signifikanz. Entsprechend den Resultaten der Korrelationsanalyse konnte durch ROC-Analyse, dass die Darmpermeabilität (L/R-Quotient=1,20) nach 72 Stunden postoperativ prädiktiv für das Überleben der Patienten nach grossen operativen Eingriffen ist. <br>Die Ergebnisse bestätigen, daß Patienten, die eine Multiorganversagen entwickeln, eine frühpostoperative Erhöhung der intestinalen Permeabilität haben. Diese Beobachtungen sind mit der Darm-Multiorganversagen-Hypothese gut vereinbar und weisen darauf hin, daß das intestinale Versagen im Sinne einer Störung der Barrierefunktion ein entscheidender Faktor zur Entwicklung eines Multiorganversagens für Patienten nach grossen Operationen darstellt.","Major surgery is often followed by an overwhelming systemic inflammatory response syndome (SIRS) which is considered to be the major cause of multiorgan dysfunction syndrome (MODS). The pathomechanism of early postoperative SIRS is unknown. The \"intestine-sepsis-hypothesis\" considers the breakdown of the intestinal barrier followed by bacterial translocation a major step towards the development of SIRS. Data supporting this hypothesis are mainly based on animal experiments. The few chlinical studies have shown controversial results. The present clinical study prospectively investigates the relation of intestinal barrier dysfunction and the risc of multiorgan failure (MOF) after major abdominal and vascular surgery. <br>36 patients (68±20 years; m:w 20:16) after major elective abdominal- and vascular operations (esophagectomies (3), colorectal resections (18), aortic aneurysm operations (15)) were included into this study. Preoperatively and 24, 72 and 120h after operation clinical data as well as laboratory exams were performed. Concentrations after oral application of sugar (15g lactulose; 0,5g mannitol, 2,0g rhamnose, 1,0 g xylose) were determined in urine of patients (HPLC). The clinical course was estimated by APACHE II score, MOF was evaluated by Goris-score. <br>According to APACHE II (³ 10 points) and MOF-score (³ 5 points) patients with bad prognosis (multiorgan failure, group 1; n= 10) and patients with good prognosis (group 2; n=26) were differentiated. After enteral application of mono- and disacherids an increased intestinal permeability measured by mannitol excretion into urine could be found 24 hours and 72 hours postoperatively in the multiorgan failure group. This difference was not found 120 hours postoperatively. Mannitol concentration correlated with MOF-score and after 72 hours even with survival probability. Lactulose rhamnose ratio also showed the tendancy of increasing intestinal permeability in the multiorgan failure group, however without significance. ROC-Analysis showed that intestinal permeability 72 hours postoperatively is predictive for survival of patients after extended abdominal and vascular operations. <br>Our results confirm that patients with a multiorgan failure show an increased IP in the early phase after large visceral surgery. These observations are consistent with the \"intestine-sepsis-hypothesis\" and indicate an important role of intestinal barrier disturbances in the development of MOF after extended abdominal surgery."]},{"key":"dc:format.medium","label":"Dc Format Medium","values":["application/pdf"]},{"key":"dc:title","label":"Title","values":["Änderungen der intestinalen Permeabilität mit systemischer Zytokinaktivierung nach grossen Operationen bei der Entstehung des Multiorganversagens","Intestinal permeability changes and cytokin activation after extended abdominal operations in development of multiple organ failure"]}]}],"canonical_facts":{"dc:contributor":["Runkel, Norbert"],"dc:creator":["Jargon, Dirk"],"dc:description.abstract":["Nach grossen Operationen wird eine überschießende Immunantwort (SIRS) beobachtet, die als wichtige Ursache des Multiorgandysfunktionssyndroms (MODS) angesehen wird. Der Pathomechanismus dieses frühpostoperativen SIRS ist nicht bekannt. Bei der \"Darm-Sepsis-Hypothese\" geht man davon aus, dass der Zusammenbruch der intestinalen Barriere mit bakterieller Translokation ein wesentlicher Schritt zur Entwicklung des SIRS ist. Daten hierzu basieren im Wesentlichen auf Tierversuchen, die wenigen klinischen Studien zeigen bislang widersprüchliche Ergebnisse. Die vorliegende klinische Studie untersucht prospektiv den Zusammenhang zwischen einem Verlust der intestinalen Barriere und dem Risiko eines Multiorganversagens nach grossen operativen Eingriffen der Viszeral- und Gefäßchirurgie. <br>36 Patienten (68±20 Jahre; m:w 20:16) nach grossen, elektiven abdominal- und gefäßchirurgischen Eingriffen (Oesophagektomien (3), colorektale Resektionen (18), Aorteneingriffe (15)) wurden in die Studie eingeschlossen. Es wurden präoperativ sowie 24, 72 und 120 Stunden postoperativ klinische Daten und Laborwerte erhoben. 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Die Urinkonzentration korrelierte zu den jeweiligen Messzeitpunkten mit dem MOF-Score nach Goris und nach 72 Stunden sogar mit der Überlebenswahrscheinlichkeit der Patienten. Der Lactulose/Rhamnose-Quotient zeigte die gleiche Tendenz der Zunahme der intestinalen Permeabilität in der Patientengruppe mit schlechtem klinischen Verlauf ohne Nachweis einer Signifikanz. Entsprechend den Resultaten der Korrelationsanalyse konnte durch ROC-Analyse, dass die Darmpermeabilität (L/R-Quotient=1,20) nach 72 Stunden postoperativ prädiktiv für das Überleben der Patienten nach grossen operativen Eingriffen ist. <br>Die Ergebnisse bestätigen, daß Patienten, die eine Multiorganversagen entwickeln, eine frühpostoperative Erhöhung der intestinalen Permeabilität haben. Diese Beobachtungen sind mit der Darm-Multiorganversagen-Hypothese gut vereinbar und weisen darauf hin, daß das intestinale Versagen im Sinne einer Störung der Barrierefunktion ein entscheidender Faktor zur Entwicklung eines Multiorganversagens für Patienten nach grossen Operationen darstellt.","Major surgery is often followed by an overwhelming systemic inflammatory response syndome (SIRS) which is considered to be the major cause of multiorgan dysfunction syndrome (MODS). The pathomechanism of early postoperative SIRS is unknown. The \"intestine-sepsis-hypothesis\" considers the breakdown of the intestinal barrier followed by bacterial translocation a major step towards the development of SIRS. Data supporting this hypothesis are mainly based on animal experiments. The few chlinical studies have shown controversial results. The present clinical study prospectively investigates the relation of intestinal barrier dysfunction and the risc of multiorgan failure (MOF) after major abdominal and vascular surgery. <br>36 patients (68±20 years; m:w 20:16) after major elective abdominal- and vascular operations (esophagectomies (3), colorectal resections (18), aortic aneurysm operations (15)) were included into this study. Preoperatively and 24, 72 and 120h after operation clinical data as well as laboratory exams were performed. Concentrations after oral application of sugar (15g lactulose; 0,5g mannitol, 2,0g rhamnose, 1,0 g xylose) were determined in urine of patients (HPLC). The clinical course was estimated by APACHE II score, MOF was evaluated by Goris-score. <br>According to APACHE II (³ 10 points) and MOF-score (³ 5 points) patients with bad prognosis (multiorgan failure, group 1; n= 10) and patients with good prognosis (group 2; n=26) were differentiated. After enteral application of mono- and disacherids an increased intestinal permeability measured by mannitol excretion into urine could be found 24 hours and 72 hours postoperatively in the multiorgan failure group. This difference was not found 120 hours postoperatively. Mannitol concentration correlated with MOF-score and after 72 hours even with survival probability. Lactulose rhamnose ratio also showed the tendancy of increasing intestinal permeability in the multiorgan failure group, however without significance. ROC-Analysis showed that intestinal permeability 72 hours postoperatively is predictive for survival of patients after extended abdominal and vascular operations. <br>Our results confirm that patients with a multiorgan failure show an increased IP in the early phase after large visceral surgery. 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