University of Freiburg
Tableau-objet und Konstruktionsplastik im kubistischen Werk von Georges Braque und Pablo Picasso : die Differenz von Metamorphose und Metapher
Abstract
dc:description.abstractDer vorliegende Text beschreibt einen am Sehen orientierten Erfahrungsweg der Bild- und Werkanalyse der kubistischen Arbeiten von Georges Braque und Pablo Picasso. Zentrum der Abhandlung sind die Wechselbeziehungen zwischen der Malerei, Zeichnung / papier collé und dem skulpturalen Schaffen - den Konstruktionsplastiken. Die Transformationsprozesse des Bildes und der dreidimensionalen Gestaltung zeigen sich im Werk beider Künstler innerhalb von komplexen Serien und mithilfe von Zitatelementen. Das tableau-objet, das Bild als Gegenstand, ist ein Schlüsselbegriff des medialen Bilddiskurses von Georges Braque, in dem der Grenzgang zwischen dem Bild und Objekt bildnerisch reflektiert wird. Braque entwickelt ein Bildsystem, das mithilfe von Papierkonstruktionen und eigengesetzlichen Bildfindungen auf die Bild-Tatsache (fait pictural) hinzielt. Der Transformationsprozess des Bildes-als-Gegenstand bedient sich der Metamorphose von Darstellungsgegenständen innerhalb verwandter Gemälde und des Zitierens des Bild-im-Bild. Im Gegenzug kennzeichnet das Werk Pablo Picassos eine narrative Grundhaltung, ein sprachlich fundiertes Bildsystem, das mit den assoziativen Gegenüberstellungen unerwarteter Beziehungen operiert. Die inhaltlichen wie formalen Korrespondenzen seiner Bildserien und parallel realisierten Konstruktionsplastiken tragen die Kennzeichen der lebendigen Metapher: Aus der Ähnlichkeit zweier gegensätzlicher Gegenstände, die zusammengeführt werden, wird eine fruchtbare ästhetische Spannung gezogen. <br>Die Bedeutungsveränderung des Bildes oder des Sujets im Kubismus, das eigengesetzliche Kunstwerk, ist als Konstruktionsleistung zu verstehen, die analog zu den philosophischen Auseinandersetzungen um den Konstruktionsbegriff bis hin zum Radikalen Konstruktivismus gesehen werden können. Vergleichbar wie der Mensch seine eigene Umwelt konstruiert und sich damit Rechenschaft gibt, liegt mit den eigengesetzlichen Bildwelten des Kubismus eine mediale und inhaltliche Neuorientierung der Gattungsbeziehungen, des künstlerischen Selbstverständnisses und der Außenweltwahrnehmung vor. Das erste Kapitel der Anhandlung stellt die philosophiegeschichtlichen Positionen zum Konstruktionsbegriff und zum Radikalen Konstruktivismus vor, kunsthistorisch erweitert durch die Verwendung des Konstruktionsbegriffes bei Paul Cézanne und Robert Delaunay, dem sich in zwei weiteren Kapiteln die gesondert behandelten Werkanalysen zu Georges Braque und Pablo Picasso anschließen.
Author and committee
dc:creator, dc:contributor.*- Author dc:creator
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- Lawicki, Rainer
- Contributors dc:contributor
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- Schlink, Wilhelm
Subjects
dc:subject × 7Identifiers
dc:identifier.*- Repository record source_url
- https://freidok.uni-freiburg.de/data/2065
- OAI identifier oai:identifier
- oai:freidok.uni-freiburg.de:2065