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University of Freiburg

Einfluß der Höhe der Lippenschlusslinie auf den Ausprägungsgrad und die Behandlungsstabilität des Deckbisses : eine röntgenkephalometrische Studie

Abstract

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Die vorliegende retrospektive röntgenkephalometrische Studie hatte die Bestimmung derjenigen morphologischen Faktoren zum Ziel, welche erstens für das Ausmaß der Ausprägung des Deckbisses sowie zweitens für das Behandlungsrezidiv die größte Bedeutung besitzen. <br>Als Kollektive dienten 43 jugendliche oder erwachsene kieferorthopädische Patienten mit prätherapeutischer Deckbisssymptomatik (d.h. einem Steilstand der Oberkieferinzisivi und tiefem frontalen Überbiss) sowie eine Vergleichsgruppe ähnlicher Größe mit physiologischen Frontzahnbeziehungen. Durchgeführt wurde eine detaillierte fernröntgenologische Analyse der Morphologie des dentoskelettalen Komplexes sowie der perioralen Weichteile. Beim Deckbisskollektiv erfolgte eine zusätzliche Auswertung von FRS-Aufnahmen nach Abschluss der aktiv-mechanischen Therapie sowie nach Ende der Retention. Die statistische Auswertung der Daten erfolgte u.a. mittels linearer und logistischer Verfahren zur Bildung von Regressionsmodellen. <br>Das Ausmaß der Ausprägung des Deckbisses erklärt sich danach zu 30% allein aus der Höhe der Lippenschlusslinie (LipL). Diese ist bei Deckbisspatienten signifikant erhöht und steht sowohl mit einer relativ kurzen Oberlippe als auch mit einer Supraokklusion der oberen 1er in kausalem Zusammenhang. Weitere die Deckbissausprägung beeinflussende Parameter waren eine große sagittale Kieferbasendiskrepanz sowie eine niedrige vordere untere Gesichtshöhe. Mit diesen fünf Parametern kann die Deckbissausprägung zu 65% erklärt werden. Auch bei den Regressionsmodellen zur Erklärung der Rezidivtendenz spielt die Höhe der LipL eine wesentliche Rolle. Generell ist die Rezidivtendenz der Korrektur der Frontzahnstellung bei Deckbisspatienten individuell sehr variabel; neben sehr stark rezidivierenden und stabilen Fällen ist teilweise auch eine weitere Aufrichtung der mittleren oberen Schneidezähne im Verlauf der Retention zu beobachten. Durchschnittlich rezidivierten (in einem mittleren posttherapeutischen Beobachtungsintervall von 2 Jahren) 17,5% der Korrektur des Steilstandes der oberen Schneidezähne und 25% der therapeutischen Bisshebung. Extraktionsfälle sowie Patienten, bei denen eine starke Inklinationsveränderung der oberen Inzisivi durch die Therapie, eine hohe posttherapeutische LipL oder eine schlechte Mitarbeit bei der Retention vorlagen, zeigten eine erhöhte Neigung zum Rezidiv der Korrektur der Palatinalkippung der mittleren oberen Schneidezähne. Ein Einfluss der Art der Korrektur der frontalen Zahnstellungsanomalie beim Deckbiss (d.h. entweder Labialkippung, palatinaler Wurzeltorque oder echte Intrusion der Frontzähne) konnte in unseren Modellberechnungen nicht festgestellt werden. <br>Zugunsten einer hohen Behandlungsstabilität sollte bei Deckbisspatienten die Herstellung einer physiologischen morphologischen Beziehung zwischen oberen Inzisivi und Unterlippe - vor allem unter dem Gesichtspunkt der möglichen Einflussnahme auf diesen Parameter - als eines der wichtigsten therapeutischen Ziele angesehen werden. Dies entspricht in Anlehnung an die nachgewiesenen ätiologischen Zusammenhänge prinzipiell einem kausalen Therapieansatz und bestätigt die These, dass die Rezidivgefahr grundsätzlich dann hoch ist, wenn ätiologische Faktoren im Laufe der Therapie nicht eliminiert werden.

Author and committee

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Author dc:creator
  • Klatt, Andreas
Contributors dc:contributor
  • Jonas, Irmtrud

Subjects

dc:subject × 7

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https://freidok.uni-freiburg.de/data/2056
OAI identifier oai:identifier
oai:freidok.uni-freiburg.de:2056

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Last updated
2026-07-24
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Klatt, Andreas. Einfluß der Höhe der Lippenschlusslinie auf den Ausprägungsgrad und die Behandlungsstabilität des Deckbisses : eine röntgenkephalometrische Studie. https://freidok.uni-freiburg.de/data/2056