University of Freiburg
Bestand und Ökologie der Heptageniidae (Ephemeroptera) in Fließgewässern des indischen Himalaya (Nord-West Indien)
Abstract
dc:description.abstractIn der vorliegenden Arbeit werden Bestand und Ökologie der Heptageniidae (Ephemeroptera) in Fließgewässern des Kullutal im Nordwesten Indiens erstmals vorgestellt. <br>Das Untersuchungsgebiet am Rande des Himalaja liegt zwischen 31°27" und 31°26" nördlicher Breite und 76°56" und 77°52" östlicher Länge auf etwa 2000 m ü.N.N.. In der Regel fallen 70% des jährlichen Niederschlags zwischen Juni und September während des Monsuns. In dieser Zeit können die Abflüsse der Gewässer wiederholt innerhalb kurzer Zeit um ein Vielfaches zunehmen. <br>Aus der untersuchten Region lagen bisher nur faunistische Einzelfunde von Ephemeroptera vor. Alle im Kullutal gefundenen Heptageniidae (Afghanurus vicinus, Electrogena eatoni, Epeorus bispinosus, Iron martensi, I. psi, I. nigripilosus, I. sinespinosus und Rhithrogena tianshanica) sind schon aus anderen Regionen beschrieben worden, doch für keine dieser Arten war die Zuordnung der Larven zu ihren Imagines durch Aufzucht abgesichert. Im Rahmen dieser Arbeit wurden gezielt Aufzuchten der vorgefundenen Arten durchgeführt, so dass eine gesicherte Zuordnung und Bestimmung der Larven und Imagines (männlich) erfolgen Konnte. <br>Außerdem wurden an zwei der untersuchten Gewässer (Naggar- und Nishallahbach) Emergenzhäuser errichtet. Von Juli 1996 bis Dezember 1997 wurden am Naggarbach täglich und am Nishallahbach in einem wöchentlichen Zeitraum die Imagines gesammelt. Die Schlupfrate der gesamten Ephemeropterenbiozönose war im Naggarbach im Zeitraum vor dem Monsun am höchsten, nahm während der Monsunzeit stark ab und stieg danach wieder an (p < 0,001). <br>In den gemäßigten Breiten hat die Wasser- und Lufttemperatur eine auslösende Wirkung auf das Schlüpfen der (Sub)Imagines. Dieser Befund konnte für das Kullutal nicht bestätigt werden. Keiner der täglich erfassten Parameter Lufttemperatur, Regen, Mondphasen wies signifikante Korrelationen mit den Emergenzdaten der Ephemeroptera auf und mit der Wassertemperatur lassen sich nur 20% der Gesamtemergenz (p < 0,01) und 19% der Emergenz von E. bispinosus (p < 0,05) erklären. Abgesehen vom Winter, wenn die Emergenz - wie in gemäßigten Breiten - aufgrund niedrigerer Temperaturen ganz zum Erliegen kam, bestimmten nur der Monsun und die damit verbundenen hohen Abflussschwankungen Entwicklung und Emergenz der Ephemeroptera im Kullutal. Die Hochwässer der "fünften Jahreszeit" brachten einen Rhythmus in die - zum Teil asynchronen - Entwicklungszyklen der Heptageniidae. <br>Die Überprüfung der Frage, ob die Lebenszyklen der Heptageniidae im Kullutal univoltin mit einer synchronen, kurzen Emergenzphase sind, wie dies für den überwiegenden Anteil der Heptageniidae in der Holarktis bekannt ist, ergab, dass dies nicht für alle Arten der Heptageniidae im Kullutal der Fall war. Die Ergebnisse der Emergenzdaten zeigten, zusammen mit den Ergebnissen der Benthosuntersuchungen, dass die Heptageniiden im Kullutal unterschiedliche art- und vorkommensspezifische Lebenszyklen aufwiesen. <br>Im Kullutal kamen zwei Simuliidenarten vor, die phoretisch auf Heptageniiden lebten. Simulium ephemerophilum war nur auf I. martensi und nur im Kunoibach zu finden. Die zweite Art Simulium rashidi war häufiger und trat im Nishallahbach, Naggarbach und Raogibach auf. Dort lebte sie auf E. bispinosus, El. eatoni, I. martensi und I. psi. E. bispinosus war der mit Abstand häufigste Träger. Aquarienversuche belegten, dass die Simuliidenlarven gezielt ihren Träger aufsuchten. Bisher gibt es noch keine umfassende Erklärung für diese Assoziation von Simuliide und Ephemeroptere, die nur noch aus Afrika bekannt ist. Die vorliegende Arbeit gibt erste Hinweise auf Trägerspezifität und Entwicklungszyklen der phoretischen Simuliiden.
Author and committee
dc:creator, dc:contributor.*- Author dc:creator
-
- Stauder, Angelika
- Contributors dc:contributor
-
- Schwoerbel, Jürgen
Subjects
dc:subject × 6Identifiers
dc:identifier.*- Repository record source_url
- https://freidok.uni-freiburg.de/data/2016
- OAI identifier oai:identifier
- oai:freidok.uni-freiburg.de:2016