{"id":{"repo_id":"freiburg-diss","oai_identifier":"oai:freidok.uni-freiburg.de:1977"},"canonical_url":"https://search.dev.ndltd.org/etd/freiburg-diss/oai:freidok.uni-freiburg.de:1977","repository":{"repo_id":"freiburg-diss","name":"University of Freiburg","base_url":"https://freidok.uni-freiburg.de/oai/oai2.php"},"display":{"title":"Neuroprotektion retinaler Ganglienzellen : Gabapentin-Laktam und die Neuropeptide NAP und Activity-dependent neurotrophic factor-9 in Kulturen isolierter Ganglienzellen und Netzhautexplantate der Ratte","abstract":"GBP-L, das sich von Gabapentin ableitet, besitzt neuroprotektive Eigenschaften in vivo, vermutlich über das Öffnen mitochondrialer KATP-Kanäle. In der vorliegenden Arbeit untersuchte ich diese Hypothese an Kulturen isolierter retinaler Ganglienzellen (RGZ). <br>RGZ neugeborener Ratten (P0 - P2) wurden mit Thy-1-Immunopanning isoliert und 48 h kultiviert. Das Überleben wurde durch Zählung vitaler RGZ am Phasen-Kontrast-Mikroskop quantifiziert. RGZ wurden mit GBP-L (3,2 - 320 µM) behandelt mit und ohne vorherige Inkubation der Kulturen mit 1 µM Gibenclamid, welches plasmalemmale und mitochondriale KATP-Kanäle blockiert, oder mit 100 µM 5-Hydroxydecanoat (5-HD), spezifischer Antagonist mitochondrialer KATP-Kanäle. Zum Vergleich wurden RGZ mit 32 µM Gabapentin inkubiert. Als Positivkontrolle diente CNTF plus BDNF (je 50 ng/ml). <br>GBP-L steigerte das Zellüberleben konzentrationsabhängig auf bis zu 145 %. Glibenclamid verringerte den protektiven Effekt von GBP-L im Sinne eines kompetitiven Antagonisten. Der spezifische KATP-Kanal-Blocker 5-HD hemmte den Effekt. Gabapentin zeigte keine Wirkung auf das Überleben. CNTF plus BDNF führte zu einer Überlebensrate von 177 %. <br>Die Ergebnisse zeigen, dass GBP-L im Unterschied zu Gabapentin das Überleben der RGZ fördert, wahrscheinlich indem es mitochondriale KATP-Kanäle öffnet. <br> <br>Aktuelle Studien demonstrieren den neuroprotektiven Effekt der Peptide ADNF-9 und NAP. Im gleichen Kultursystem testete ich die Wirkung der Neuropeptide auf isolierte RGZ und untersuchte nachfolgend das Neuritenwachstum in Kulturen von Netzhautexplantaten. <br>RGZ wurden mit NAP oder ADNF-9 (10-18 M bis 10-10 M) behandelt. Netzhautexplantate von älteren Ratten (P9-P11) wurden in einer Fibrinmatrix (72 h) kultiviert und mit 1 µM NAP oder ADNF-9 behandelt. Die aussprossenden Neuriten wurden nach Sudanschwarz-Färbung am Mikroskop beurteilt und die Wachstumsrate im Vergleich zu den Kontrollen bestimmt. <br>Beide Peptide erhöhten die Überlebensrate der isolierten RGZ, ADNF-9 (0,1 pM) auf 177 %, NAP (5 pM) auf 167 %. In den Explantatkulturen steigerten sie das Neuritenwachstum im Vergleich zu den Kontrollen, ADNF-9 führte zu 126 %, NAP zu 117 %. <br>Die Peptide fördern nicht nur das Überleben isolierter Nervenzellen sondern auch das Neuritenwachstum bei Netzhautexplantaten. Weitere Untersuchungen in vitro und in vivo sind nötig, um GBP-L oder NAP und ADNF-9 als neuroprotektive Pharmaka in der Therapie von Erkrankungen der Retina und des optischen Nervs einsetzen zu können.","abstract_html":"GBP-L, das sich von Gabapentin ableitet, besitzt neuroprotektive Eigenschaften in vivo, vermutlich über das Öffnen mitochondrialer KATP-Kanäle. In der vorliegenden Arbeit untersuchte ich diese Hypothese an Kulturen isolierter retinaler Ganglienzellen (RGZ). &lt;br&gt;RGZ neugeborener Ratten (P0 - P2) wurden mit Thy-1-Immunopanning isoliert und 48 h kultiviert. Das Überleben wurde durch Zählung vitaler RGZ am Phasen-Kontrast-Mikroskop quantifiziert. RGZ wurden mit GBP-L (3,2 - 320 µM) behandelt mit und ohne vorherige Inkubation der Kulturen mit 1 µM Gibenclamid, welches plasmalemmale und mitochondriale KATP-Kanäle blockiert, oder mit 100 µM 5-Hydroxydecanoat (5-HD), spezifischer Antagonist mitochondrialer KATP-Kanäle. 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CNTF plus BDNF führte zu einer Überlebensrate von 177 %. <br>Die Ergebnisse zeigen, dass GBP-L im Unterschied zu Gabapentin das Überleben der RGZ fördert, wahrscheinlich indem es mitochondriale KATP-Kanäle öffnet. <br> <br>Aktuelle Studien demonstrieren den neuroprotektiven Effekt der Peptide ADNF-9 und NAP. Im gleichen Kultursystem testete ich die Wirkung der Neuropeptide auf isolierte RGZ und untersuchte nachfolgend das Neuritenwachstum in Kulturen von Netzhautexplantaten. <br>RGZ wurden mit NAP oder ADNF-9 (10-18 M bis 10-10 M) behandelt. Netzhautexplantate von älteren Ratten (P9-P11) wurden in einer Fibrinmatrix (72 h) kultiviert und mit 1 µM NAP oder ADNF-9 behandelt. Die aussprossenden Neuriten wurden nach Sudanschwarz-Färbung am Mikroskop beurteilt und die Wachstumsrate im Vergleich zu den Kontrollen bestimmt. <br>Beide Peptide erhöhten die Überlebensrate der isolierten RGZ, ADNF-9 (0,1 pM) auf 177 %, NAP (5 pM) auf 167 %. In den Explantatkulturen steigerten sie das Neuritenwachstum im Vergleich zu den Kontrollen, ADNF-9 führte zu 126 %, NAP zu 117 %. <br>Die Peptide fördern nicht nur das Überleben isolierter Nervenzellen sondern auch das Neuritenwachstum bei Netzhautexplantaten. Weitere Untersuchungen in vitro und in vivo sind nötig, um GBP-L oder NAP und ADNF-9 als neuroprotektive Pharmaka in der Therapie von Erkrankungen der Retina und des optischen Nervs einsetzen zu können.","PURPOSE. Recent studies demonstrated that short peptides derived <br>from activity-dependent neurotrophic factor (ADNF) and <br>activity-dependent neuroprotective protein (ADNP) are neuroprotective <br>at femtomolar concentrations. We evaluated these <br>findings in cultures of purified rat retinal ganglion cells (RGCs) <br>using two such peptides: ADNF-9 and NAP. In a second step, <br>the influence of these peptides on neurite outgrowth in retinal <br>explants was investigated. <br>METHODS. Retinal ganglion cells (RGCs) were purified from <br>newborn (postnatal day [P]0 - P2) rat retina by immunopanning <br>with antibodies against Thy1.1 and were cultured in serum-free <br>N2 medium for 2 days. RGCs were treated with ADNF-9 and <br>NAP at concentrations ranging from 10(-18) to 10(-10) M. Survival <br>was quantified by counting viable cells by phase-contrast microscopy. <br>Retinal explants from postnatal (P9-P11) rats were <br>cultured in three-dimensional fibrin clots in serum-free medium <br>for 3 days. Explants were treated with 1 µM NAP or 1 µM <br>ADNF-9. Neurite outgrowth was visualized by staining with <br>Sudan black and quantified by measuring axonal length. <br>RESULTS. Both peptides enhanced survival of RGCs in a dosedependent <br>manner. ADNF-9 showed a maximum effect at 0.1 <br>pM with an increase in survival to 177% (95% confidence <br>interval: 149-204) of the control level. The EC50 was 10.9 fM. <br>NAP showed a maximum effect at 5 pM with an increase in <br>survival to 167% (146-189) and an EC50 of 6.1 fM. In the <br>explants, 1µM ADNF-9 enhanced axonal outgrowth to 126% <br>(118-133) and 1µM NAP to 117% (98-137) compared with <br>the control. <br>CONCLUSIONS. Both peptides, ADNF-9 and NAP, not only increase <br>RGC survival in vitro but also support neurite outgrowth <br>in retinal explants. These peptides deserve further attention as <br>potential neuroprotective compounds in retinal and optic <br>nerve diseases. <br>Background: Recently, gabapentin-lactam (GBP-L) was shown to be neuroprotective in vivo. It has been suggested that it may act by opening mitochondrial ATP-sensitive potassium (KATP) channels. We tested this hypothesis by quantifying the effect of GBP-L on the survival of purified retinal ganglion cells (RGCs). <br>Methods: RGCs were purified from early postnatal rat retinae by immunopanning with antibodies against Thy1.1 and cultured in serum-free medium for two days. Cell survival was quantified by counting vital cells under phase-contrast optics. Results were normalized to controls. RGCs were treated with various concentrations (3.2 - 320 µM) of GBP-L with and without 1 µM glibenclamide, blocking both plasmalemmal and mitochondrial KATP channels, or 100 µM 5-hydroxydecanoate (5-HD), antagonizing selectively mitochondrial KATP channels. For comparison, additional cultures were treated with 32 µM gabapentin, the parent drug of GBP-L. A combination of neurotrophic factors BDNF plus CNTF (50 ng/ml each) served as a positive control. <br>Results: GBP-L increased RGC survival to a maximum of 145 ± 5% (mean ± SEM) in a concentration-dependent manner. The pEC50 was 5.0, CI95 [4.7, 5.3]. Preincubation with glibenclamide changed the dose-response of GBP-L, indicating that it acted as a competitive antagonist with a pA2 value of 6.8, CI95 [5.9, 7.5]. 5-HD completely blocked the survival-promoting effect of GBP-L. Gabapentin had no effect whereas the combination of CNTF plus BDNF enhanced survival to 177 ± 9%. <br>Conclusions: GBP-L, but not gabapentin, can promote the survival of cultured central nervous system neurons, eventually by opening mitochondrial KATP channels. These results suggest further testing of GBP-L as a potentially neuroprotective drug."]},{"key":"dc:format.medium","label":"Dc Format Medium","values":["application/pdf"]},{"key":"dc:title","label":"Title","values":["Neuroprotektion retinaler Ganglienzellen : Gabapentin-Laktam und die Neuropeptide NAP und Activity-dependent neurotrophic factor-9 in Kulturen isolierter Ganglienzellen und Netzhautexplantate der Ratte","Neuroprotection of rat retinal ganglion cells : gabapentin-lactam and neuropeptides NAP and Activity-dependent neurotrophic factor-9 in cultures of isolated retinal ganglion cells and cultures of retinal explants"]}]}],"canonical_facts":{"dc:contributor":["Lagrèze, Wolf-Dietrich A."],"dc:creator":["Pielen, Amelie"],"dc:description.abstract":["GBP-L, das sich von Gabapentin ableitet, besitzt neuroprotektive Eigenschaften in vivo, vermutlich über das Öffnen mitochondrialer KATP-Kanäle. In der vorliegenden Arbeit untersuchte ich diese Hypothese an Kulturen isolierter retinaler Ganglienzellen (RGZ). <br>RGZ neugeborener Ratten (P0 - P2) wurden mit Thy-1-Immunopanning isoliert und 48 h kultiviert. Das Überleben wurde durch Zählung vitaler RGZ am Phasen-Kontrast-Mikroskop quantifiziert. RGZ wurden mit GBP-L (3,2 - 320 µM) behandelt mit und ohne vorherige Inkubation der Kulturen mit 1 µM Gibenclamid, welches plasmalemmale und mitochondriale KATP-Kanäle blockiert, oder mit 100 µM 5-Hydroxydecanoat (5-HD), spezifischer Antagonist mitochondrialer KATP-Kanäle. Zum Vergleich wurden RGZ mit 32 µM Gabapentin inkubiert. Als Positivkontrolle diente CNTF plus BDNF (je 50 ng/ml). <br>GBP-L steigerte das Zellüberleben konzentrationsabhängig auf bis zu 145 %. Glibenclamid verringerte den protektiven Effekt von GBP-L im Sinne eines kompetitiven Antagonisten. Der spezifische KATP-Kanal-Blocker 5-HD hemmte den Effekt. Gabapentin zeigte keine Wirkung auf das Überleben. CNTF plus BDNF führte zu einer Überlebensrate von 177 %. <br>Die Ergebnisse zeigen, dass GBP-L im Unterschied zu Gabapentin das Überleben der RGZ fördert, wahrscheinlich indem es mitochondriale KATP-Kanäle öffnet. <br> <br>Aktuelle Studien demonstrieren den neuroprotektiven Effekt der Peptide ADNF-9 und NAP. Im gleichen Kultursystem testete ich die Wirkung der Neuropeptide auf isolierte RGZ und untersuchte nachfolgend das Neuritenwachstum in Kulturen von Netzhautexplantaten. <br>RGZ wurden mit NAP oder ADNF-9 (10-18 M bis 10-10 M) behandelt. Netzhautexplantate von älteren Ratten (P9-P11) wurden in einer Fibrinmatrix (72 h) kultiviert und mit 1 µM NAP oder ADNF-9 behandelt. Die aussprossenden Neuriten wurden nach Sudanschwarz-Färbung am Mikroskop beurteilt und die Wachstumsrate im Vergleich zu den Kontrollen bestimmt. <br>Beide Peptide erhöhten die Überlebensrate der isolierten RGZ, ADNF-9 (0,1 pM) auf 177 %, NAP (5 pM) auf 167 %. In den Explantatkulturen steigerten sie das Neuritenwachstum im Vergleich zu den Kontrollen, ADNF-9 führte zu 126 %, NAP zu 117 %. <br>Die Peptide fördern nicht nur das Überleben isolierter Nervenzellen sondern auch das Neuritenwachstum bei Netzhautexplantaten. Weitere Untersuchungen in vitro und in vivo sind nötig, um GBP-L oder NAP und ADNF-9 als neuroprotektive Pharmaka in der Therapie von Erkrankungen der Retina und des optischen Nervs einsetzen zu können.","PURPOSE. Recent studies demonstrated that short peptides derived <br>from activity-dependent neurotrophic factor (ADNF) and <br>activity-dependent neuroprotective protein (ADNP) are neuroprotective <br>at femtomolar concentrations. We evaluated these <br>findings in cultures of purified rat retinal ganglion cells (RGCs) <br>using two such peptides: ADNF-9 and NAP. In a second step, <br>the influence of these peptides on neurite outgrowth in retinal <br>explants was investigated. <br>METHODS. Retinal ganglion cells (RGCs) were purified from <br>newborn (postnatal day [P]0 - P2) rat retina by immunopanning <br>with antibodies against Thy1.1 and were cultured in serum-free <br>N2 medium for 2 days. RGCs were treated with ADNF-9 and <br>NAP at concentrations ranging from 10(-18) to 10(-10) M. Survival <br>was quantified by counting viable cells by phase-contrast microscopy. <br>Retinal explants from postnatal (P9-P11) rats were <br>cultured in three-dimensional fibrin clots in serum-free medium <br>for 3 days. Explants were treated with 1 µM NAP or 1 µM <br>ADNF-9. Neurite outgrowth was visualized by staining with <br>Sudan black and quantified by measuring axonal length. <br>RESULTS. Both peptides enhanced survival of RGCs in a dosedependent <br>manner. ADNF-9 showed a maximum effect at 0.1 <br>pM with an increase in survival to 177% (95% confidence <br>interval: 149-204) of the control level. The EC50 was 10.9 fM. <br>NAP showed a maximum effect at 5 pM with an increase in <br>survival to 167% (146-189) and an EC50 of 6.1 fM. In the <br>explants, 1µM ADNF-9 enhanced axonal outgrowth to 126% <br>(118-133) and 1µM NAP to 117% (98-137) compared with <br>the control. <br>CONCLUSIONS. Both peptides, ADNF-9 and NAP, not only increase <br>RGC survival in vitro but also support neurite outgrowth <br>in retinal explants. These peptides deserve further attention as <br>potential neuroprotective compounds in retinal and optic <br>nerve diseases. <br>Background: Recently, gabapentin-lactam (GBP-L) was shown to be neuroprotective in vivo. It has been suggested that it may act by opening mitochondrial ATP-sensitive potassium (KATP) channels. We tested this hypothesis by quantifying the effect of GBP-L on the survival of purified retinal ganglion cells (RGCs). <br>Methods: RGCs were purified from early postnatal rat retinae by immunopanning with antibodies against Thy1.1 and cultured in serum-free medium for two days. Cell survival was quantified by counting vital cells under phase-contrast optics. Results were normalized to controls. RGCs were treated with various concentrations (3.2 - 320 µM) of GBP-L with and without 1 µM glibenclamide, blocking both plasmalemmal and mitochondrial KATP channels, or 100 µM 5-hydroxydecanoate (5-HD), antagonizing selectively mitochondrial KATP channels. For comparison, additional cultures were treated with 32 µM gabapentin, the parent drug of GBP-L. A combination of neurotrophic factors BDNF plus CNTF (50 ng/ml each) served as a positive control. <br>Results: GBP-L increased RGC survival to a maximum of 145 ± 5% (mean ± SEM) in a concentration-dependent manner. The pEC50 was 5.0, CI95 [4.7, 5.3]. Preincubation with glibenclamide changed the dose-response of GBP-L, indicating that it acted as a competitive antagonist with a pA2 value of 6.8, CI95 [5.9, 7.5]. 5-HD completely blocked the survival-promoting effect of GBP-L. Gabapentin had no effect whereas the combination of CNTF plus BDNF enhanced survival to 177 ± 9%. <br>Conclusions: GBP-L, but not gabapentin, can promote the survival of cultured central nervous system neurons, eventually by opening mitochondrial KATP channels. 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