University of Freiburg
Expressionsmuster der Adhäsionsmoleküle P-Selektin, von Willebrand-Faktor und PECAM-1 in der Lunge von Todesfällen durch Verbrennungsschock versus Verblutungsschock
Abstract
dc:description.abstractFür eine Differenzierung der Todesursache "Verbrennungsschock" und "Verblutungsschock" wurden die Lungenpräparate von jeweils 30 Fällen aus dem Sektionsgut des Rechtsmedizinischen Instituts der Universität Freiburg anhand immunhistochemischer Färbungen mit P-Selektin, von-Willebrand-Faktor (vWF) und PECAM-1 untersucht. Die Untersuchungsergebnisse zeigten statistisch signifikante Unterschiede zwischen Verbrennungsschock und Verblutungsschock. <br>Es konnte eine starke Anfärbung für P-Selektin (insbesondere im Gefäßlumen) und vWF (insbesondere am Endothel mittlerer Gefäße) bei den Verbrennungsschocktoten beobachtet werden. Bei raschem Todeseintritt nach Brandexposition spricht diese starke Ausprägung der Adhäsionsmoleküle, die an der initialen Entzündungsreaktion der Leukozyten und Thrombozyten im Verbrennungsschock mitverantwortlich sind, für einen schnellen Einstrom von Entzündungszellen in das Lungengewebe. Interessant ist hierbei der zeitliche Ablauf: Bereits in der Frühphase des Verbrennungsschocks kann in der Lunge als Organ mit einer hohen Exposition gegenüber endogenen als auch aerogenen Einflüssen eine Immunreaktion anhand der starken Expression von P-Selektin und vWF beobachtet werden. Bei Verblutungsschocktoten war diese Immunreaktion in der Frühphase deutlich geringer ausgeprägt. Auch die im Vergleich zu den Verblutungsschocktoten festgestellte geringere Ausprägung von PECAM-1 bei den Verbrennungsschocktoten stellt ein interessantes Merkmal für die unterschiedlichen zeitlichen Abläufe bei den einzelnen Schockformen dar. Die schwache PECAM-1 Expression bei den Verbrennungsschocktoten gibt einen Anhaltspunkt für eine stattgefundene Migration / Diapedese der Leukozyten in das Schädigungsgebiet der Brandlunge. Nach der Migration wird die Expression von PECAM-1 aufgrund unterschiedlicher Mechanismen herabreguliert und fällt bei immunhistochemischer Anfärbung geringer aus. Beim Verblutungsschock wiederum ist aufgrund der initialen sympatho-adrenergen Reaktion in den ersten Minuten des Schockes noch nicht mit einer akuten Entzündungsreaktion zu rechnen. <br>Anhand dieser Ergebnisse wird deutlich, daß Unterschiede bei der Todesursache Verbrennungsschock im Vergleich zu Verblutungsschock aufgrund immunhistochemischer Untersuchungen der Adhäsionsmoleküle vWF, P-Selektin und PECAM-1 bezüglich der Leukozyten-Thrombozyten-Endothel-Interaktion zu beobachten waren. Diese Unterschiede lassen sich in einer sehr frühen Phase des Schockgeschehens feststellen. Die Ergebnisse deuten darauf hin, daß die beiden Schockformen durch unterschiedliche pathophysiologische Prozesse gekennzeichnet sind.
Author and committee
dc:creator, dc:contributor.*- Author dc:creator
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- Weis, Andreas
- Contributors dc:contributor
-
- Bohnert, Michael
Subjects
dc:subject × 9Identifiers
dc:identifier.*- Repository record source_url
- https://freidok.uni-freiburg.de/data/1942
- OAI identifier oai:identifier
- oai:freidok.uni-freiburg.de:1942