{"id":{"repo_id":"freiburg-diss","oai_identifier":"oai:freidok.uni-freiburg.de:1887"},"canonical_url":"https://search.dev.ndltd.org/etd/freiburg-diss/oai:freidok.uni-freiburg.de:1887","repository":{"repo_id":"freiburg-diss","name":"University of Freiburg","base_url":"https://freidok.uni-freiburg.de/oai/oai2.php"},"display":{"title":"Untersuchungen zur Bindung und Aufnahme von Hepatitis B-Virus Kapsidprotein-Varianten mit anfusionierten Protein-Transduktions-Domänen durch eukaryonte Zellen","abstract":"Hintergrund der vorliegenden Arbeit sind bereits publizierte Daten, die zeigen, dass es möglich ist, durch Fusion einer Nuklease (aus Staphylococcus aureus) an das Hepatitis-B-Virus (HBV) Coreprotein (coreSN) neuartige antiviral wirkende, auf Proteinen basierende Inhibitoren der HBV-Replikation zu generieren. Das Fusionsprotein coreSN wird zusammen mit dem Wildtyp-Coreprotein in Nukleokapside eingebaut; die anhängende Nuklease wird dadurch hochspezifisch auf das im Kapsid verpackte Virusgenom gelenkt. Als Inhibitor kann ein solches Protein jedoch nur innerhalb der produzierenden Zellen wirken. <br>Sogenannten Protein-Transduktions-Domänen (PTD), zumeist basischen Peptidsequenzen, wird die Fähigkeit zugesprochen, eukaryonte Zellen zu transduzieren. Es sollte getestet werden, inwieweit PTDs durch Verknüpfung mit coreSN diesem Zellgängigkeit vermitteln können, um den antiviralen Effekt auf benachbarte Zellen zu übertragen. Um eine potentielle Aufnahme in die Zelle leichter detektieren zu können, wurde die Nuklease im coreSN-Konstrukt durch GFP ersetzt. An dieses Modell-Protein wurden dann an unterschiedlichen Positionen der Coreprotein-Sequenz (N-Terminus oder c/e1-Epitop) vier unterschiedliche PTDs genetisch eingefügt. Bei den verwendeten PTDs handelt es sich um das aus HBV PräS2 abgeleitete Translokations-Motiv (TLM) sowie um drei aus dem HIV-1 Tat Protein abgeleitete PTDs: Tat4, NP und NS. Eukaryonte Zellen (HeLa und Vero-Zellen) wurden mit den in E. coli exprimierten fluoreszierenden Fusionsproteinen inkubiert und eine potentielle Bindung und Internalisierung mittels FACS-Analyse und Fluoreszenzmikroskopie untersucht. In Einklang mit neuen Literaturdaten konnte eine spezifische Bindung nachgewiesen werden; der eindeutige Nachweis einer intrazellulären Lokalisation der Fusionsproteine war aber nicht möglich. Zur Erhöhung der Sensitivität wurde daher zusätzlich ein basisches Kernlokalisation-Signal (Triplikat des NLS des SV40 Virus T-Antigens; NLS3) an die PTD-GFP-Fusionsproteine verknüpft, in Erwartung, dass in die Zelle aufgenommenes Fusionsprotein dadurch im Kern akkumuliert. Die mit den so modifizierten Fusionsproteinen behandelten Zellen wiesen eine Zunahme der Fluoreszenzintensität auf; fluoreszenzmikroskopisch war jedoch keine Kernlokalisation der Fusionsproteine zu beobachten. Die Ergebnisse dieser Arbeit, die im Gegensatz zu bereits publizierten Ergebnissen unter Verwendung von lebenden, nicht fixierten Zellen generiert wurden, lassen nicht auf eine Protein-transduzierende Aktivität der verwendeten PTDs schliessen. <br>Bei weiteren Untersuchungen stellte sich heraus, dass NLS3 per se schon zu einer Bindung der Fusionsproteine an Zellen führte. Auch die basische Nukleinsäurebindungsdomäne des HBV-Coreproteins zeigte diese Fähigkeit. Sowohl die Bindung der Nukleinsäurebindungsdomäne des HBV-Coreproteins als auch die von NLS3 und der basischen PTDs an Zellen war durch Heparin inhibierbar. Die in der FACS-Analyse beobachteten Fluoreszenzzunahmen nach Inkubation mit den verschiedenen Fusionsproteinen basieren möglicherweise auf einer elektrostatischen Wechselwirkung der basischen Peptidsequenzen mit sauren Komponenten der extrazellulären Matrix. Dies konnte mit Hilfe der Oberflächen-Plasmon-Resonanz Technik bestätigt werden, da hier eine starke Bindungsaffinität zwischen der basischen C-terminalen Sequenz des HBV Coreproteins, dem NLS3 sowie der basischen PTDs und Heparansulfat nachgewiesen werden konnte. <br>Aufgrund des aus den dargestellten Experimenten begründeten Zweifels an der proteintransduzierenden Aktivität von PTDs, scheint die Nutzung eines PTD-coreSN Fusionsproteins als antivirales Agens zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht möglich.","abstract_html":"Hintergrund der vorliegenden Arbeit sind bereits publizierte Daten, die zeigen, dass es möglich ist, durch Fusion einer Nuklease (aus Staphylococcus aureus) an das Hepatitis-B-Virus (HBV) Coreprotein (coreSN) neuartige antiviral wirkende, auf Proteinen basierende Inhibitoren der HBV-Replikation zu generieren. Das Fusionsprotein coreSN wird zusammen mit dem Wildtyp-Coreprotein in Nukleokapside eingebaut; die anhängende Nuklease wird dadurch hochspezifisch auf das im Kapsid verpackte Virusgenom gelenkt. Als Inhibitor kann ein solches Protein jedoch nur innerhalb der produzierenden Zellen wirken. &lt;br&gt;Sogenannten Protein-Transduktions-Domänen (PTD), zumeist basischen Peptidsequenzen, wird die Fähigkeit zugesprochen, eukaryonte Zellen zu transduzieren. Es sollte getestet werden, inwieweit PTDs durch Verknüpfung mit coreSN diesem Zellgängigkeit vermitteln können, um den antiviralen Effekt auf benachbarte Zellen zu übertragen. Um eine potentielle Aufnahme in die Zelle leichter detektieren zu können, wurde die Nuklease im coreSN-Konstrukt durch GFP ersetzt. An dieses Modell-Protein wurden dann an unterschiedlichen Positionen der Coreprotein-Sequenz (N-Terminus oder c/e1-Epitop) vier unterschiedliche PTDs genetisch eingefügt. Bei den verwendeten PTDs handelt es sich um das aus HBV PräS2 abgeleitete Translokations-Motiv (TLM) sowie um drei aus dem HIV-1 Tat Protein abgeleitete PTDs: Tat4, NP und NS. Eukaryonte Zellen (HeLa und Vero-Zellen) wurden mit den in E. coli exprimierten fluoreszierenden Fusionsproteinen inkubiert und eine potentielle Bindung und Internalisierung mittels FACS-Analyse und Fluoreszenzmikroskopie untersucht. In Einklang mit neuen Literaturdaten konnte eine spezifische Bindung nachgewiesen werden; der eindeutige Nachweis einer intrazellulären Lokalisation der Fusionsproteine war aber nicht möglich. Zur Erhöhung der Sensitivität wurde daher zusätzlich ein basisches Kernlokalisation-Signal (Triplikat des NLS des SV40 Virus T-Antigens; NLS3) an die PTD-GFP-Fusionsproteine verknüpft, in Erwartung, dass in die Zelle aufgenommenes Fusionsprotein dadurch im Kern akkumuliert. Die mit den so modifizierten Fusionsproteinen behandelten Zellen wiesen eine Zunahme der Fluoreszenzintensität auf; fluoreszenzmikroskopisch war jedoch keine Kernlokalisation der Fusionsproteine zu beobachten. Die Ergebnisse dieser Arbeit, die im Gegensatz zu bereits publizierten Ergebnissen unter Verwendung von lebenden, nicht fixierten Zellen generiert wurden, lassen nicht auf eine Protein-transduzierende Aktivität der verwendeten PTDs schliessen. &lt;br&gt;Bei weiteren Untersuchungen stellte sich heraus, dass NLS3 per se schon zu einer Bindung der Fusionsproteine an Zellen führte. Auch die basische Nukleinsäurebindungsdomäne des HBV-Coreproteins zeigte diese Fähigkeit. Sowohl die Bindung der Nukleinsäurebindungsdomäne des HBV-Coreproteins als auch die von NLS3 und der basischen PTDs an Zellen war durch Heparin inhibierbar. Die in der FACS-Analyse beobachteten Fluoreszenzzunahmen nach Inkubation mit den verschiedenen Fusionsproteinen basieren möglicherweise auf einer elektrostatischen Wechselwirkung der basischen Peptidsequenzen mit sauren Komponenten der extrazellulären Matrix. Dies konnte mit Hilfe der Oberflächen-Plasmon-Resonanz Technik bestätigt werden, da hier eine starke Bindungsaffinität zwischen der basischen C-terminalen Sequenz des HBV Coreproteins, dem NLS3 sowie der basischen PTDs und Heparansulfat nachgewiesen werden konnte. &lt;br&gt;Aufgrund des aus den dargestellten Experimenten begründeten Zweifels an der proteintransduzierenden Aktivität von PTDs, scheint die Nutzung eines PTD-coreSN Fusionsproteins als antivirales Agens zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht möglich.","abstract_has_math":false,"creators":["Bendahmane, Sanaa"],"institution":null,"degree_name":null,"degree_level":null,"degree_discipline":null,"degree_department":null,"school":null,"contributors":["Nassal, Michael"],"advisors":[],"committee_chairs":[],"committee_members":[],"year":null,"date_issued":"","date_published":null,"updated_at":"2026-07-24T02:22:33Z","subjects":[],"languages":[],"rights":[],"rights_urls":[],"identifier_entries":[]},"links":{"outbound_url":"https://freidok.uni-freiburg.de/data/1887","outbound_label":"Repository record","outbound_source":"source_url"},"metadata_groups":[{"id":"people","label":"People","entries":[{"key":"dc:contributor","label":"Contributor","values":["Nassal, Michael"]},{"key":"dc:creator","label":"Author","values":["Bendahmane, Sanaa"]}]},{"id":"academic_context","label":"Academic Context","entries":[{"key":"dc:type","label":"Dc Type","values":["DoctoralThesis"]}]},{"id":"additional","label":"Additional Metadata","entries":[{"key":"dc:description.abstract","label":"Abstract","values":["Hintergrund der vorliegenden Arbeit sind bereits publizierte Daten, die zeigen, dass es möglich ist, durch Fusion einer Nuklease (aus Staphylococcus aureus) an das Hepatitis-B-Virus (HBV) Coreprotein (coreSN) neuartige antiviral wirkende, auf Proteinen basierende Inhibitoren der HBV-Replikation zu generieren. Das Fusionsprotein coreSN wird zusammen mit dem Wildtyp-Coreprotein in Nukleokapside eingebaut; die anhängende Nuklease wird dadurch hochspezifisch auf das im Kapsid verpackte Virusgenom gelenkt. Als Inhibitor kann ein solches Protein jedoch nur innerhalb der produzierenden Zellen wirken. <br>Sogenannten Protein-Transduktions-Domänen (PTD), zumeist basischen Peptidsequenzen, wird die Fähigkeit zugesprochen, eukaryonte Zellen zu transduzieren. Es sollte getestet werden, inwieweit PTDs durch Verknüpfung mit coreSN diesem Zellgängigkeit vermitteln können, um den antiviralen Effekt auf benachbarte Zellen zu übertragen. Um eine potentielle Aufnahme in die Zelle leichter detektieren zu können, wurde die Nuklease im coreSN-Konstrukt durch GFP ersetzt. An dieses Modell-Protein wurden dann an unterschiedlichen Positionen der Coreprotein-Sequenz (N-Terminus oder c/e1-Epitop) vier unterschiedliche PTDs genetisch eingefügt. Bei den verwendeten PTDs handelt es sich um das aus HBV PräS2 abgeleitete Translokations-Motiv (TLM) sowie um drei aus dem HIV-1 Tat Protein abgeleitete PTDs: Tat4, NP und NS. Eukaryonte Zellen (HeLa und Vero-Zellen) wurden mit den in E. coli exprimierten fluoreszierenden Fusionsproteinen inkubiert und eine potentielle Bindung und Internalisierung mittels FACS-Analyse und Fluoreszenzmikroskopie untersucht. In Einklang mit neuen Literaturdaten konnte eine spezifische Bindung nachgewiesen werden; der eindeutige Nachweis einer intrazellulären Lokalisation der Fusionsproteine war aber nicht möglich. Zur Erhöhung der Sensitivität wurde daher zusätzlich ein basisches Kernlokalisation-Signal (Triplikat des NLS des SV40 Virus T-Antigens; NLS3) an die PTD-GFP-Fusionsproteine verknüpft, in Erwartung, dass in die Zelle aufgenommenes Fusionsprotein dadurch im Kern akkumuliert. Die mit den so modifizierten Fusionsproteinen behandelten Zellen wiesen eine Zunahme der Fluoreszenzintensität auf; fluoreszenzmikroskopisch war jedoch keine Kernlokalisation der Fusionsproteine zu beobachten. Die Ergebnisse dieser Arbeit, die im Gegensatz zu bereits publizierten Ergebnissen unter Verwendung von lebenden, nicht fixierten Zellen generiert wurden, lassen nicht auf eine Protein-transduzierende Aktivität der verwendeten PTDs schliessen. <br>Bei weiteren Untersuchungen stellte sich heraus, dass NLS3 per se schon zu einer Bindung der Fusionsproteine an Zellen führte. Auch die basische Nukleinsäurebindungsdomäne des HBV-Coreproteins zeigte diese Fähigkeit. Sowohl die Bindung der Nukleinsäurebindungsdomäne des HBV-Coreproteins als auch die von NLS3 und der basischen PTDs an Zellen war durch Heparin inhibierbar. Die in der FACS-Analyse beobachteten Fluoreszenzzunahmen nach Inkubation mit den verschiedenen Fusionsproteinen basieren möglicherweise auf einer elektrostatischen Wechselwirkung der basischen Peptidsequenzen mit sauren Komponenten der extrazellulären Matrix. Dies konnte mit Hilfe der Oberflächen-Plasmon-Resonanz Technik bestätigt werden, da hier eine starke Bindungsaffinität zwischen der basischen C-terminalen Sequenz des HBV Coreproteins, dem NLS3 sowie der basischen PTDs und Heparansulfat nachgewiesen werden konnte. <br>Aufgrund des aus den dargestellten Experimenten begründeten Zweifels an der proteintransduzierenden Aktivität von PTDs, scheint die Nutzung eines PTD-coreSN Fusionsproteins als antivirales Agens zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht möglich.","This work is based on previously published results that introduce a novel class of antiviral proteins by fusion of a nuclease from Staphylococcus aureus to the Hepatitis B virus (HBV) core protein (coreSN). The fusion protein coreSN is incorporated into HBV nucleocapsids along with wild-type core proteins, thereby targeting the nuclease in a highly specific process to the encapsidated viral genome. However, such a protein can only act as inhibitor of HBV replication in the cell that produces the protein. <br>The ability to transduce eucaryotic cells is attributed to so called protein transduction domains (PTD), which consist mostly of basic peptide sequences. It was investigated whether these sequences can transmit cell-penetrating properties to the fusion protein coreSN thus allowing the transmission of the antiviral effect of the fusion protein to neighbouring cells. The nuclease in coreSN was replaced by green fluorescent protein (GFP) in order to detect uptake of the protein more easily. Four different PTDs were then inserted into two different positions of the core protein sequence (N-terminus and c/e1 epitope). The PTDs used were the translocation motif (TLM) derived from HBV preS2 and three PTDs derived from HIV-1 Tat, called Tat4, NP and NS. The fusion proteins were expressed in E. coli and eucaryotic cells (HeLa and Vero-cells) were incubated with the fluorescent fusion proteins. Binding and uptake of these proteins was examined by FACS analysis and fluorescence microscopy. Specific binding could be shown by FACS analysis however, proof that the fusion peptides have been internalized was not possible. Therefore, to enhance the sensitivity of the assay, a triplicate of the basic nuclear localization signal of Simian Virus 40 T-antigen (NLS3) was inserted into each PTD-GFP fusion protein. Internalised fusion protein should then accumulate in the nucleus thus giving a stronger signal. Several fusion proteins showed an increase in fluorescence intensity but no clear nuclear staining could be detected by fluorescence microscopy. The results of this work, which, in contrast to previously published results, were produced by the use of living, non-fixed cells, suggest that the PTDs used do not have any protein transducing activity. <br>In further experiments, NLS3 alone as well as the basic nucleic acid binding domain of the HBV core protein turned out to cause binding of the fusion proteins to cells. The binding of the nucleic acid binding domain of the HBV core protein as well as the NLS3 and the basic PTDs to cells could be inhibited by heparin. The increase in fluorescence intensity seen in the FACS analysis after incubation with the various fusion proteins are possibly caused by electrostatic interactions between the peptide sequences, which are rich in basic amino acids and acidic components of the extracellular matrix. A strong affinity of the C-terminal sequence of the HBV core protein, the NLS3 and the basic PTDs for heparane sulfate could be shown by surface plasmon resonance spectroscopy. <br>The application of a PTD-coreSN fusion protein as antiviral inhibitor is currently not possible as the experiments undertaken in this work raise doubts on the protein transducing activity of PTDs."]},{"key":"dc:format.medium","label":"Dc Format Medium","values":["application/pdf"]},{"key":"dc:title","label":"Title","values":["Untersuchungen zur Bindung und Aufnahme von Hepatitis B-Virus Kapsidprotein-Varianten mit anfusionierten Protein-Transduktions-Domänen durch eukaryonte Zellen","Studies on cellular binding and uptake of Hepatitis B virus capsid protein variants fused to protein transduction domains"]}]}],"canonical_facts":{"dc:contributor":["Nassal, Michael"],"dc:creator":["Bendahmane, Sanaa"],"dc:description.abstract":["Hintergrund der vorliegenden Arbeit sind bereits publizierte Daten, die zeigen, dass es möglich ist, durch Fusion einer Nuklease (aus Staphylococcus aureus) an das Hepatitis-B-Virus (HBV) Coreprotein (coreSN) neuartige antiviral wirkende, auf Proteinen basierende Inhibitoren der HBV-Replikation zu generieren. Das Fusionsprotein coreSN wird zusammen mit dem Wildtyp-Coreprotein in Nukleokapside eingebaut; die anhängende Nuklease wird dadurch hochspezifisch auf das im Kapsid verpackte Virusgenom gelenkt. Als Inhibitor kann ein solches Protein jedoch nur innerhalb der produzierenden Zellen wirken. <br>Sogenannten Protein-Transduktions-Domänen (PTD), zumeist basischen Peptidsequenzen, wird die Fähigkeit zugesprochen, eukaryonte Zellen zu transduzieren. Es sollte getestet werden, inwieweit PTDs durch Verknüpfung mit coreSN diesem Zellgängigkeit vermitteln können, um den antiviralen Effekt auf benachbarte Zellen zu übertragen. Um eine potentielle Aufnahme in die Zelle leichter detektieren zu können, wurde die Nuklease im coreSN-Konstrukt durch GFP ersetzt. An dieses Modell-Protein wurden dann an unterschiedlichen Positionen der Coreprotein-Sequenz (N-Terminus oder c/e1-Epitop) vier unterschiedliche PTDs genetisch eingefügt. Bei den verwendeten PTDs handelt es sich um das aus HBV PräS2 abgeleitete Translokations-Motiv (TLM) sowie um drei aus dem HIV-1 Tat Protein abgeleitete PTDs: Tat4, NP und NS. Eukaryonte Zellen (HeLa und Vero-Zellen) wurden mit den in E. coli exprimierten fluoreszierenden Fusionsproteinen inkubiert und eine potentielle Bindung und Internalisierung mittels FACS-Analyse und Fluoreszenzmikroskopie untersucht. In Einklang mit neuen Literaturdaten konnte eine spezifische Bindung nachgewiesen werden; der eindeutige Nachweis einer intrazellulären Lokalisation der Fusionsproteine war aber nicht möglich. Zur Erhöhung der Sensitivität wurde daher zusätzlich ein basisches Kernlokalisation-Signal (Triplikat des NLS des SV40 Virus T-Antigens; NLS3) an die PTD-GFP-Fusionsproteine verknüpft, in Erwartung, dass in die Zelle aufgenommenes Fusionsprotein dadurch im Kern akkumuliert. Die mit den so modifizierten Fusionsproteinen behandelten Zellen wiesen eine Zunahme der Fluoreszenzintensität auf; fluoreszenzmikroskopisch war jedoch keine Kernlokalisation der Fusionsproteine zu beobachten. Die Ergebnisse dieser Arbeit, die im Gegensatz zu bereits publizierten Ergebnissen unter Verwendung von lebenden, nicht fixierten Zellen generiert wurden, lassen nicht auf eine Protein-transduzierende Aktivität der verwendeten PTDs schliessen. <br>Bei weiteren Untersuchungen stellte sich heraus, dass NLS3 per se schon zu einer Bindung der Fusionsproteine an Zellen führte. Auch die basische Nukleinsäurebindungsdomäne des HBV-Coreproteins zeigte diese Fähigkeit. Sowohl die Bindung der Nukleinsäurebindungsdomäne des HBV-Coreproteins als auch die von NLS3 und der basischen PTDs an Zellen war durch Heparin inhibierbar. Die in der FACS-Analyse beobachteten Fluoreszenzzunahmen nach Inkubation mit den verschiedenen Fusionsproteinen basieren möglicherweise auf einer elektrostatischen Wechselwirkung der basischen Peptidsequenzen mit sauren Komponenten der extrazellulären Matrix. Dies konnte mit Hilfe der Oberflächen-Plasmon-Resonanz Technik bestätigt werden, da hier eine starke Bindungsaffinität zwischen der basischen C-terminalen Sequenz des HBV Coreproteins, dem NLS3 sowie der basischen PTDs und Heparansulfat nachgewiesen werden konnte. <br>Aufgrund des aus den dargestellten Experimenten begründeten Zweifels an der proteintransduzierenden Aktivität von PTDs, scheint die Nutzung eines PTD-coreSN Fusionsproteins als antivirales Agens zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht möglich.","This work is based on previously published results that introduce a novel class of antiviral proteins by fusion of a nuclease from Staphylococcus aureus to the Hepatitis B virus (HBV) core protein (coreSN). The fusion protein coreSN is incorporated into HBV nucleocapsids along with wild-type core proteins, thereby targeting the nuclease in a highly specific process to the encapsidated viral genome. However, such a protein can only act as inhibitor of HBV replication in the cell that produces the protein. <br>The ability to transduce eucaryotic cells is attributed to so called protein transduction domains (PTD), which consist mostly of basic peptide sequences. It was investigated whether these sequences can transmit cell-penetrating properties to the fusion protein coreSN thus allowing the transmission of the antiviral effect of the fusion protein to neighbouring cells. The nuclease in coreSN was replaced by green fluorescent protein (GFP) in order to detect uptake of the protein more easily. Four different PTDs were then inserted into two different positions of the core protein sequence (N-terminus and c/e1 epitope). The PTDs used were the translocation motif (TLM) derived from HBV preS2 and three PTDs derived from HIV-1 Tat, called Tat4, NP and NS. The fusion proteins were expressed in E. coli and eucaryotic cells (HeLa and Vero-cells) were incubated with the fluorescent fusion proteins. Binding and uptake of these proteins was examined by FACS analysis and fluorescence microscopy. Specific binding could be shown by FACS analysis however, proof that the fusion peptides have been internalized was not possible. Therefore, to enhance the sensitivity of the assay, a triplicate of the basic nuclear localization signal of Simian Virus 40 T-antigen (NLS3) was inserted into each PTD-GFP fusion protein. Internalised fusion protein should then accumulate in the nucleus thus giving a stronger signal. Several fusion proteins showed an increase in fluorescence intensity but no clear nuclear staining could be detected by fluorescence microscopy. The results of this work, which, in contrast to previously published results, were produced by the use of living, non-fixed cells, suggest that the PTDs used do not have any protein transducing activity. <br>In further experiments, NLS3 alone as well as the basic nucleic acid binding domain of the HBV core protein turned out to cause binding of the fusion proteins to cells. The binding of the nucleic acid binding domain of the HBV core protein as well as the NLS3 and the basic PTDs to cells could be inhibited by heparin. The increase in fluorescence intensity seen in the FACS analysis after incubation with the various fusion proteins are possibly caused by electrostatic interactions between the peptide sequences, which are rich in basic amino acids and acidic components of the extracellular matrix. A strong affinity of the C-terminal sequence of the HBV core protein, the NLS3 and the basic PTDs for heparane sulfate could be shown by surface plasmon resonance spectroscopy. <br>The application of a PTD-coreSN fusion protein as antiviral inhibitor is currently not possible as the experiments undertaken in this work raise doubts on the protein transducing activity of PTDs."],"dc:format.medium":["application/pdf"],"dc:title":["Untersuchungen zur Bindung und Aufnahme von Hepatitis B-Virus Kapsidprotein-Varianten mit anfusionierten Protein-Transduktions-Domänen durch eukaryonte Zellen","Studies on cellular binding and uptake of Hepatitis B virus capsid protein variants fused to protein transduction domains"],"dc:type":["DoctoralThesis"]},"updated_at":"2026-07-24T02:22:33Z"}