{"id":{"repo_id":"freiburg-diss","oai_identifier":"oai:freidok.uni-freiburg.de:1819"},"canonical_url":"https://search.dev.ndltd.org/etd/freiburg-diss/oai:freidok.uni-freiburg.de:1819","repository":{"repo_id":"freiburg-diss","name":"University of Freiburg","base_url":"https://freidok.uni-freiburg.de/oai/oai2.php"},"display":{"title":"Die Auswirkung von Clomethiazol auf das Schlaf-EEG alkoholabhängiger Patienten im akuten Entzug und im Verlauf der Abstinenz","abstract":"In der vorliegenden Studie wurden zwanzig Patienten mit primärer Alkoholabhängigkeit während des akuten und subakuten Entzugs im Schlaflabor untersucht. Elf der Patienten erhielten während der ersten fünf Tage nach Absetzen des Alkoholkonsums Clomethiazol (Distraneurin®) und neun Patienten ein Placebo. Die Zuordnung der Medikamente erfolgte doppelt verblindet. Im Vordergrund dieser Studie stand die Frage, ob durch einen Absetzeffekt des Clomethiazols nach etwa einer Woche der Schlaf der Patienten stärkere und nachhaltigere Störungen aufweist als der Schlaf der mit einem Placebo behandelten Patienten. In den ersten beiden Entzugsnächten fand sich in der Placebo-Gruppe ein signifikant erhöhter REM-Druck im Vergleich zur Verum-Gruppe. Dieses Ergebnis deutet darauf hin, dass Clomethiazol im akuten Entzug den REM-Schlaf-Rebound abmildert. Nach einer Woche und Absetzen der Medikation fielen jedoch in der Clomethiazol-Gruppe deutliche Charakteristika für einen Rebound auf: Bei insgesamt verminderter Gesamtschlafzeit und Schlafeffizienz war der Wachanteil erhöht. Eine signifikante Reduktion des Schlafstadiums zwei beobachtete man auch noch nach zweiwöchiger Abstinenz. Vor dem Hintergrund, dass Schlafstörungen bei Alkoholabhängigen mit einem erhöhten Rückfallrisiko assoziiert sind, kommt der verzögert auftretenden Rebound-Symptomatik im Schlaf-EEG nach Absetzen von Clomethiazol eine besondere Bedeutung zu: Denn in somatisch orientierten Kliniken werden Alkoholpatienten häufig rasch nach Abklingen der körperlichen Entzugssymptomatik nach etwa einer Woche entlassen. Die Gefahr für die Patienten, zu diesem Zeitpunkt rückfällig zu werden, ist groß. Die durch den Absetzeffekt des Clomethiazols mitverursachten Schlafstörungen können die Patienten dazu veranlassen, erneut Alkohol als Einschlafhilfe zu konsumieren. Die Schlafstörungen nach der Behandlung mit Clomethiazol treten zwar verzögert auf, sind aber ausgeprägter als bei den Patienten, die im akuten Entzug Placebo erhielten. Deshalb sollte Clomethiazol nicht prophylakisch bei jedem alkoholabhängigen Patienten eingesetzt werden, sondern am klinischen Befund orientiert, in Abhängigkeit von der Schwere der Entzugserscheinungen, zur Anwendung kommen.","abstract_html":"In der vorliegenden Studie wurden zwanzig Patienten mit primärer Alkoholabhängigkeit während des akuten und subakuten Entzugs im Schlaflabor untersucht. Elf der Patienten erhielten während der ersten fünf Tage nach Absetzen des Alkoholkonsums Clomethiazol (Distraneurin®) und neun Patienten ein Placebo. Die Zuordnung der Medikamente erfolgte doppelt verblindet. Im Vordergrund dieser Studie stand die Frage, ob durch einen Absetzeffekt des Clomethiazols nach etwa einer Woche der Schlaf der Patienten stärkere und nachhaltigere Störungen aufweist als der Schlaf der mit einem Placebo behandelten Patienten. In den ersten beiden Entzugsnächten fand sich in der Placebo-Gruppe ein signifikant erhöhter REM-Druck im Vergleich zur Verum-Gruppe. 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Deshalb sollte Clomethiazol nicht prophylakisch bei jedem alkoholabhängigen Patienten eingesetzt werden, sondern am klinischen Befund orientiert, in Abhängigkeit von der Schwere der Entzugserscheinungen, zur Anwendung kommen.","The present study was designed to assess if the routine application of chlormethiazole to ameliorate withdrawal symptoms in alcohol dependent patients perpetuates sleep disturbances. Twenty inpatients with alcohol dependence received chlormethiazole or placebo in a double-blind, randomized design. Nine patients were randomized to the placebo group, and eleven to the chlormethiazole group. The patients received either chlormethiazole or placebo capsules during the first five days. The patients spent two consecutive nights in the sleep laboratory at each of three assessment times: at the beginning of abstinence, after five days of treatment, and after two weeks. During the first two nights, the patients of the chlormethiazole group showed significantly decreased REM sleep pressure in comparison to the placebo group. This result indicates that chlormethiazole suppresses REM sleep. After five days and immediately after the discontinuation of medication, the chlormethiazole group showed significantly reduced total sleep time and sleep efficiency, significantly increased wakefulness, significantly reduced stage 2 and shortened REM latency in comparison to the placebo group. After two weeks the chlormethiazole group still showed a significant decrease of stage 2 compared to the placebo group. 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