{"id":{"repo_id":"freiburg-diss","oai_identifier":"oai:freidok.uni-freiburg.de:1766"},"canonical_url":"https://search.dev.ndltd.org/etd/freiburg-diss/oai:freidok.uni-freiburg.de:1766","repository":{"repo_id":"freiburg-diss","name":"University of Freiburg","base_url":"https://freidok.uni-freiburg.de/oai/oai2.php"},"display":{"title":"Adhäsionshemmung von bakteriellen Erregern oberer Atemwegsinfekte an buccalen Epithelzellen durch das Phytotherapeutikum Umckaloabo®","abstract":"Infektionen des Respirationstraktes stellen aufgrund Ihrer hohen Morbidität und Mortalität eine große Herausforderung für die Medizin dar. Ein häufiger bakterieller Erreger dieser Infektionen ist dabei Streptococcus pyogenes. Erkrankungen mit diesen Erregern werden in der Regel mit Penicillin oder mit Makroliden therapiert, doch werden zunehmend Resistenzen beobachtet. Außerdem hat man mit diesen Antibiotika immer wieder Probleme mit Nebenwirkungen. Daher sucht man immer wieder nach gut verträglichen, z. B. pflanzlichen Substanzen, die sich zur Therapie dieser Erkrankungen eignen könnten. Eine dieser Substanzen ist Umckaloabo®, das in der afrikanischen Volksmedizin schon lange eingesetzt wird. In der vorliegenden Arbeit wurde Umckaloabo® auf zwei Wirkungen überprüft: die direkte antibakterielle Wirkung von Umckaloabo® und inwiefern Umckaloabo® die Adhäsion von Streptococcus pyogenes an humane buccale Epithelzellen beeinflusst. Diese Untersuchung wurde mittels durchflusszytometrischer Bestimmung des Anteils an buccalen Zellen mit adhärierten Streptokokken nach Inkubation mit Umckaloabo® vorgenommen, ergänzt durch eine mikroskopische Auszählung der Zellen mit Bakterien. Bei den Versuchen zeigte sich, dass Umckaloabo® die Adhäsion der Bakterien in signifikantem Maße fördert. Bei verschiedenen Versuchsansätzen mit unterschiedlichen Vorbehandlungen der Zellen oder der Bakterien zeigte sich stets eine verbesserte Anheftung durch Umckaloabo®. Es ist bekannt, dass die Adhäsion der Bakterien an ihre Zielzellen ein wichtiger pathogenetischer Schritt auf dem Weg zu einer Infektion darstellt, doch sind sich die Wissenschaftler nicht über die Bedeutung der nach der Adhäsion folgenden Schritte einig. Für manche ist eine prolongierte Adhäsion eine notwendige Bedingung für die Kolonisation mit anschließender oberflächlichen Infektion oder aber danach folgender Invasion tieferer Strukturen. Für andere Autoren hingegen erfolgt nach einer hochaviden verlängerten Adhäsion eine Inaktivierung der Bakterien oder eine Inaktivierung nach Internalisation durch die gebundenen Keratinozyten. Ist die zweite Hypothese zutreffend, so wäre dies ein möglicher Mechanismus, um die immunologische Wirksamkeit von Umckaloabo® zu erklären.","abstract_html":"Infektionen des Respirationstraktes stellen aufgrund Ihrer hohen Morbidität und Mortalität eine große Herausforderung für die Medizin dar. Ein häufiger bakterieller Erreger dieser Infektionen ist dabei Streptococcus pyogenes. Erkrankungen mit diesen Erregern werden in der Regel mit Penicillin oder mit Makroliden therapiert, doch werden zunehmend Resistenzen beobachtet. Außerdem hat man mit diesen Antibiotika immer wieder Probleme mit Nebenwirkungen. Daher sucht man immer wieder nach gut verträglichen, z. B. pflanzlichen Substanzen, die sich zur Therapie dieser Erkrankungen eignen könnten. Eine dieser Substanzen ist Umckaloabo®, das in der afrikanischen Volksmedizin schon lange eingesetzt wird. In der vorliegenden Arbeit wurde Umckaloabo® auf zwei Wirkungen überprüft: die direkte antibakterielle Wirkung von Umckaloabo® und inwiefern Umckaloabo® die Adhäsion von Streptococcus pyogenes an humane buccale Epithelzellen beeinflusst. Diese Untersuchung wurde mittels durchflusszytometrischer Bestimmung des Anteils an buccalen Zellen mit adhärierten Streptokokken nach Inkubation mit Umckaloabo® vorgenommen, ergänzt durch eine mikroskopische Auszählung der Zellen mit Bakterien. Bei den Versuchen zeigte sich, dass Umckaloabo® die Adhäsion der Bakterien in signifikantem Maße fördert. Bei verschiedenen Versuchsansätzen mit unterschiedlichen Vorbehandlungen der Zellen oder der Bakterien zeigte sich stets eine verbesserte Anheftung durch Umckaloabo®. Es ist bekannt, dass die Adhäsion der Bakterien an ihre Zielzellen ein wichtiger pathogenetischer Schritt auf dem Weg zu einer Infektion darstellt, doch sind sich die Wissenschaftler nicht über die Bedeutung der nach der Adhäsion folgenden Schritte einig. Für manche ist eine prolongierte Adhäsion eine notwendige Bedingung für die Kolonisation mit anschließender oberflächlichen Infektion oder aber danach folgender Invasion tieferer Strukturen. 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Diese Untersuchung wurde mittels durchflusszytometrischer Bestimmung des Anteils an buccalen Zellen mit adhärierten Streptokokken nach Inkubation mit Umckaloabo® vorgenommen, ergänzt durch eine mikroskopische Auszählung der Zellen mit Bakterien. Bei den Versuchen zeigte sich, dass Umckaloabo® die Adhäsion der Bakterien in signifikantem Maße fördert. Bei verschiedenen Versuchsansätzen mit unterschiedlichen Vorbehandlungen der Zellen oder der Bakterien zeigte sich stets eine verbesserte Anheftung durch Umckaloabo®. Es ist bekannt, dass die Adhäsion der Bakterien an ihre Zielzellen ein wichtiger pathogenetischer Schritt auf dem Weg zu einer Infektion darstellt, doch sind sich die Wissenschaftler nicht über die Bedeutung der nach der Adhäsion folgenden Schritte einig. Für manche ist eine prolongierte Adhäsion eine notwendige Bedingung für die Kolonisation mit anschließender oberflächlichen Infektion oder aber danach folgender Invasion tieferer Strukturen. Für andere Autoren hingegen erfolgt nach einer hochaviden verlängerten Adhäsion eine Inaktivierung der Bakterien oder eine Inaktivierung nach Internalisation durch die gebundenen Keratinozyten. Ist die zweite Hypothese zutreffend, so wäre dies ein möglicher Mechanismus, um die immunologische Wirksamkeit von Umckaloabo® zu erklären.","Infections of the respiratory tract are a great challenge for medicine because of their great morbidity and mortality. A common bacterial pathogen is Streptococcus pyogenes. Diseases caused by this agent are usually treated with penicillin or a macrolide, but increasing resistances have been observed. In addition, side effects are often a problem. Thus, there is a constant search for drugs with little side effects like phytotherapeutic agents, which could be suitable for the treatment of these diseases. One of these agents is Umckaloabo®, which has been used in native African medicine for a long time. The purpose of the following experiments was to examine two possible effects of Umckaloabo®: the direct antibacterial effect and the influence on the adhesion of Streptococcus pyogenes to human buccal epithelial cells. The latter experiment was done by means of flowcytometry determination of the part of the buccal cells with adhered Streptococci after a previous incubation with Umckaloabo®. Additionally, a microscopic count of the cells with bacteria was carried out. The experiment showed that Umckaloabo® increased the adherence of the bacteria in a significant way. Different attempts showed always an increase of adhesion with Umckaloabo®. <br>Although it is known that the adhesion is an important pathogenetic step on the way to infection, there are different opinions concerning the following steps after adhesion. On the one hand, a prolonged adhesion is seen as a necessary condition for colonization and following superficial or invasive infection. However, on the other hand a prolonged adherence of the bacteria is considered to lead to their inactivation or to an inactivation after internalisation. 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Bei den Versuchen zeigte sich, dass Umckaloabo® die Adhäsion der Bakterien in signifikantem Maße fördert. Bei verschiedenen Versuchsansätzen mit unterschiedlichen Vorbehandlungen der Zellen oder der Bakterien zeigte sich stets eine verbesserte Anheftung durch Umckaloabo®. Es ist bekannt, dass die Adhäsion der Bakterien an ihre Zielzellen ein wichtiger pathogenetischer Schritt auf dem Weg zu einer Infektion darstellt, doch sind sich die Wissenschaftler nicht über die Bedeutung der nach der Adhäsion folgenden Schritte einig. Für manche ist eine prolongierte Adhäsion eine notwendige Bedingung für die Kolonisation mit anschließender oberflächlichen Infektion oder aber danach folgender Invasion tieferer Strukturen. Für andere Autoren hingegen erfolgt nach einer hochaviden verlängerten Adhäsion eine Inaktivierung der Bakterien oder eine Inaktivierung nach Internalisation durch die gebundenen Keratinozyten. Ist die zweite Hypothese zutreffend, so wäre dies ein möglicher Mechanismus, um die immunologische Wirksamkeit von Umckaloabo® zu erklären.","Infections of the respiratory tract are a great challenge for medicine because of their great morbidity and mortality. A common bacterial pathogen is Streptococcus pyogenes. Diseases caused by this agent are usually treated with penicillin or a macrolide, but increasing resistances have been observed. In addition, side effects are often a problem. Thus, there is a constant search for drugs with little side effects like phytotherapeutic agents, which could be suitable for the treatment of these diseases. One of these agents is Umckaloabo®, which has been used in native African medicine for a long time. The purpose of the following experiments was to examine two possible effects of Umckaloabo®: the direct antibacterial effect and the influence on the adhesion of Streptococcus pyogenes to human buccal epithelial cells. The latter experiment was done by means of flowcytometry determination of the part of the buccal cells with adhered Streptococci after a previous incubation with Umckaloabo®. Additionally, a microscopic count of the cells with bacteria was carried out. The experiment showed that Umckaloabo® increased the adherence of the bacteria in a significant way. Different attempts showed always an increase of adhesion with Umckaloabo®. <br>Although it is known that the adhesion is an important pathogenetic step on the way to infection, there are different opinions concerning the following steps after adhesion. On the one hand, a prolonged adhesion is seen as a necessary condition for colonization and following superficial or invasive infection. However, on the other hand a prolonged adherence of the bacteria is considered to lead to their inactivation or to an inactivation after internalisation. 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