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University of Freiburg

Entwicklung eines lösungsmittelfreien Befilmungsverfahren für feste Arzneiformen

Abstract

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Ziel dieser Arbeit war es, ein völlig lösungsmittelfreies Befilmungsverfahren für feste Arzneiformen zu entwickeln. Als einfachste Formulierung dafür wurden Kombinationen aus Polymerpulver und flüssigen Weichmacher angesehen. Es wurden als Polymerkomponenten auf Polyacrylatbasis zwei Retard- (Eudragit RS PO, RL PO) und ein magensaftresistenter Filmbildner (Eudragit L100-55) ausgewählt. Als Weichmacher dienten Triethylcitrat (TEC), Diethylphathalat (DEP) und Dibutylsebacat (DBS). <br> <br>Für diese Kombinationen wurde ein Verfahren zur Herstellung von Testfilmen entwickelt. Dabei rotiert eine spezielle Alufolie auf einem Zylinder an einer Pulver- (vibrierende Schwingrinne, Corona-Powder-Delivery-System oder Schneckendosierer) und einer Weichmacherzuführungseinheit (handelsübliche Sprühdüse) vorbei. So wird auf dieser Folie eine homogene Mischung dieser beiden Komponenten erzeugt. <br> <br>Die optimalen Bedingungen zur Bildung eines klaren, ri&#61538;freien Films wurde durch Fixierung obiger Proben auf einer Heizplatte mit einem Temperaturgradienten von 25-85°C, ermittelt. Der auf wässrige Dispersionen beschränkte Begriff der &#8222;Minimalen Filmbildetemperatur (MFT)&#8220; wurde beim lösungsmittelfreien Verfilmen durch den Begriff &#8222;Minimale Verfilmungstemperatur (MVT)&#8220; ersetzt. Um solvent-free Systeme ausreichende beschreiben zu können, ist zusätzlich ein Zeitparameter, die &#8222;Minimale Verfilmungstemperatur Einpendelzeit (MVTE)&#8220; nötig. <br> <br>Ein Zusammenhang zwischen MVTE und der Dauer der Penetration des Weichmachers in das Polymers konnte durch FT-IR/NIR-Imaging-Untersuchungen hergestellt werden. <br> <br>Der Einfluss der Hildebrand`schen Löslichkeit, des Kontaktwinkels, der Glasübergangstemperatur des Polymers und der Viskosität der Weichmacher auf MVT und MVTE wurden untersucht. Ein Zusammenhang zwischen MVTE und der Dauer der Penetration des Weichmachers in das Polymers konnte durch FT-IR/NIR-Imaging-Untersuchungen hergestellt werden. <br> <br>In der Franz-Diffussionszelle wurde die Funktionalität der Testfilme geprüft. Für drei Kombinationen (Eudragit RS PO bzw. RL PO + 40% TEC bzw. DEP) wurde Retardwirkung erzielt. Durch Vergleich des Verhaltens in der Franzzelle eines solchen lösungsmittelfreien Films mit einem analogen wasserbasierten, wurde festgestellt, dass eine Vergleichbarkeit nur bei doppelten Polymerauftrag gegeben war. <br> <br>Alle Filme zeigten jedoch nach Lagerung unter beschleunigten Testbedingungen starke Nachhärtungserscheinungen mit sinkender Durchlässigkeit für den Wirkstoff. <br> <br>Mit einer dieser Formulierung (Eudragit RS PO + 40% TEC) wurden nun Pellets in einer Labor-Wirbelschicht befilmt. Dafür wurde das Polymerpulver über einen Schneckendosierer in eine speziell entwickelte Zuführungseinrichtung dosiert und entweder direkt oder über eine Ringspaltdüse in das Pelletbett eingeblasen. Der Weichmacher wurde parallel entweder über eine handelübliche Flüssigkeitsdüse oder über den Flüssigkeitsquerschnitt der Ringspaltdüse versprüht. Es wurden Pellets erhalten, die bei doppeltem Polymerauftrag eine mit dem wässrigen Verfahren ähnliche Freisetzung zeigten. <br> <br>Das Verfahren ist robust gegenüber kritischen Parametern wie Temperatur oder Einwirkzeit und gut reproduzierbar. Jedoch zeigen die Pellets ebenso wie die freien Filme Nachhärteffekt nach Lagerung bei Stressbedingungen. Dies muss gegebenenfalls durch entsprechende Verpackung gemildert werden. <br> <br>Ein grosser Vorteil des neuentwickelten Verfahrens gegenüber dem wässrigen Verfahren liegt in einer drastisch verkürzten Prozesszeit.

Author and committee

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Author dc:creator
  • Engelmann, Stephan
Contributors dc:contributor
  • Schubert, Rolf

Subjects

dc:subject × 5

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https://freidok.uni-freiburg.de/data/1569
OAI identifier oai:identifier
oai:freidok.uni-freiburg.de:1569

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University of Freiburg
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Last updated
2026-07-24
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Engelmann, Stephan. Entwicklung eines lösungsmittelfreien Befilmungsverfahren für feste Arzneiformen. https://freidok.uni-freiburg.de/data/1569