University of Freiburg
Initiale Auswirkungen der Marknagelung auf die kortikale Perfusion und Fetteinschwemmung in der Schafstibia - Vergleich eines experimentellen Bohrsystems mit dem konventionellen AO-Bohrsystem und der ungebohrten Marknagelung -
Abstract
dc:description.abstractDie Marknagelung ist ein bewährtes Verfahren zur Behandlung von Frakturen langer Röhrenknochen. Jedoch führen sowohl die gebohrte als auch die ungebohrte Nagelung zur Reduzierung der kortikalen Perfusion und zu lokaler Fetteinschwemmung. In dieser Studie wurde ein experimentelles Bohrsystem mit vertieften Spannuten und reduziertem Bohrwellendurchmesser mit dem konventionellen AO-Bohrer und der ungebohrten Nagelung hinsichtlich dieser iatrogenen Schädigung verglichen. <br> <br>In den drei Gruppen zu je acht adulten Schafen erfolgte auf die standardisierte Osteotomie die Marknagelung, in der ersten Gruppe mit dem experimentellen Bohrer, in der zweiten mit dem konventionellen AO-Bohrsystem. Die unaufgebohrte Nagelung wurde in der dritten Gruppe angewandt. Nach postoperativer Gabe von Procionrot wurden Tibiasegmente verschiedener Lokalisationen (proximal und distal der Fraktur, distales Schaftdrittel) histologisch aufgearbeitet. In der Sudan-III-Färbung und den Procionrotpräparaten ließ sich die kortikale Fetteinschwemmung und Restvaskularität quantifizieren. Pro Knochenschnitt wurden vier Querschnittslokalisationen (anterior, posterior, medial, lateral) ausgewertet. Die statistische Analyse erfolgte mit dem „General Linear Models Procedure“. <br> <br>Das experimentelle Bohrsystem zeigt eine höhere kortikale Restvaskularität und eine geringere lokale Fetteinschwemmung als die anderen beiden Methoden, welche sich in der kortikalen Durchblutung nur unwesentlich voneinander unterscheiden. Die Fetteinpressung ist nach der ungebohrten Nagelung am höchsten. Das Ausmaß der Fetteinschwemmung nimmt von endostal nach periostal ab, wohingegen besonders in der Gruppe des experimentellen Bohrsystems die Vaskularität von endostal zur Mitte hin abfällt und nach periostal wieder ansteigt. Der Vergleich der Höhenlokalisationen zeigt, dass es für die lokale Fetteinschwemmung entscheidend ist, ob Fett aus dem Frakturspalt entweichen kann. Die Durchblutung ist proximal und am distalen Schaftdrittel höher als distal der Fraktur. Zwischen den verschiedenen Querschnittslokalisationen zeigt sich nur in der kortikalen Perfusion ein Unterschied. <br> <br>Durch Optimierung des Bohrsystems gelingt es an der Tibia, die initiale iatrogene Schädigung zu reduzieren. Eine höhere Restvaskularität wird nicht allein durch eine geringere Fetteinpressung erzielt. Weitere Faktoren müssen maßgeblich beteiligt sein.
Author and committee
dc:creator, dc:contributor.*- Author dc:creator
-
- Schlegel, Verena
Subjects
dc:subject × 9Identifiers
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- https://freidok.uni-freiburg.de/data/1458
- OAI identifier oai:identifier
- oai:freidok.uni-freiburg.de:1458