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University of Freiburg

Zwergbinsenrasen im Südwesten der Iberischen Halbinsel : eine Analyse räumlicher und zeitlicher Vegetationsmuster

Abstract

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Raumzeitliche Vegetationsmuster in mediterranen Zwergbinsenrasen wurden in zwei Gebieten im Südwesten der Iberischen Halbinsel, der Serra de Monchique (Algarve, Portugal) und dem Campo de Gibraltar (Andalusien, Spanien), untersucht. Im westlichen Mittelmeerraum treten Zwergbinsenrasen (Isoeto-Nanojuncetea) häufig auf gering-mächtigen Böden gemeinsam mit Helianthemetea-Gesellschaften auf. Die Vegetations-periode beginnt mit den ersten Regenfällen im Herbst und endet spätestens vier Wochen nach den letzten Winterregen. Gegen Ende der Regenperiode zeichnet sich ein rascher Arten-umsatz ab. Arten der Zwergbinsenrasen werden durch Arten der Sandtrockenrasen (Helianthemetea) ersetzt. Zeitliche Muster werden durch räumliche Muster ergänzt, die vom Wasserhaushalt und Materialverfrachtung abhängen. Zwergbinsenrasen sind in Lücken der Heiden oder aus-dauernder Rasen einerseits und therophytenreiche Trockenrasen oder Felsgesellschaften andererseits eingebettet. <br> <br>Aufbauend auf den Kenntnisstand zu mediterranen Zwergbinsenrasen wird ein konzeptio-nelles Modell zu ihrer Ökologie aufgestellt, das die Grundlage für den Untersuchungsansatz bietet. Zur Erfassung der raumzeitlichen Muster wurde ein dreiskaliger Ansatz gewählt, der auf jeder Maßstabsebene sowohl die Erfassung der Vegetation als auch der Standortfaktoren beinhaltet. Der Einführung in den westmediterranen, ozeanisch getönten Untersuchungs-raum folgt eine Darstellung der angewendeten standörtlichen Erfassungsmethoden, der vegetationskundlichen Methoden und schließlich Ausführungen zur Probenahme. <br>Im Landschaftsmaßstab zeichnen sich potentielle Zwergbinsenrasen-Standorte durch ein relativ kleines Einzugsgebiet und flachere Hangneigung aus als im Mittel des Gebirgs-raums. Es kommen Kuppenlagen und Feinmaterialansammlungen an Verflachun-gen, ob als Sand-steinschuttdecken am Unterhang oder Grusdecken am Mittel- oder Unterhang, in Betracht. Ein gemeinsames Charakteristikum ist die Anordnung einer wasserleitenden Locker-materialschicht über einem Wasserstauer, der aus Festgestein oder tonigem Material aufgebaut sein kann. <br> <br>Die Klassifikation von 260 Vegetationsaufnahmen wird nach Untersuchungsgebiet gegliedert, da in der Serra de Monchique die mit einbezogenen Trockenrasengesellschaften der Klasse Helianthemetea stärker differenziert sind – es werden vier neue Subasso-ziationen des Helianthemo-Plantaginetums beschrieben – und im Campo de Gibraltar mehr Über-gänge zu ausdauernden Rasen der Molinio-Arrhenateretea oder Anagallido-Juncion-Sümpfen gegeben sind. Zudem gibt es einige Unterschiede in der Flora. Die Verteilung der beschriebenen Gesellschaften in Abhängigkeit von Exposition und Höhenlage zeigt, dass Zwergbinsenrasen in allen Höhenstufen vertreten sind und neben dem Junco-Isoetetum, das eine weite Amplitude zeigt, eine Reihung der Gesellschaften mit der Höhe abgeleitet werden kann. <br>In den Analysen der Vegetationskarten, die Hangausschnitte im 10er Meter-Bereich abbilden, und der begleitenden Terrainanalysen zeigt sich eine klare Reihung in Abhängigkeit von einem topografischen Feuchteindex, der die Neigung zur Wassersättigung bzw. den Stau-nässeeinfluss repräsentiert. Durch die Simulationsrechnung des Wasserhaushalts werden die Standortverhältnisse der verschiedenen Abschnitte einer Grusdecke und die jeweilige Eig-nung für Zwergbinsenrasen verständlich gemacht. Die Rolle der Porenverteilung in den Böden und deren Mächtigkeit wird dargelegt. Insbesondere für das Loto-Chaetopogonetum in Randbereichen der Grusdecken wird der entscheidende Einfluss einer über das Ende der Regen-fälle hinaus anhaltenden Versorgung mit Zuschusswasser gezeigt. <br>Die zeitliche Variabilität der Zwergbinsenrasen wird auf der Grundlage von Dauer-flächen-beobachtungen analysiert. Die saisonale Entwicklung vom Frühjahr zum Sommer lässt sich unabhängig von einer phänologischen Differenzierung der Arten nicht in klare Phasen auf-trennen. Der herbstliche Aspekt der Zwergbinsenrasen kann als eigenständige Chrono-zönose aufgefasst werden. Für den frühsommerlichen Übergang ist eher ein Überlagerungs-komplex von Gesellschaften der Isoeto-Nanojuncetea und der Helianthemetea zu erkennen, bei dem der Anteil der Vertreter der einen Klasse allmählich abnimmt und entsprechend der der anderen Klasse wächst. Die Vegetationsentwicklung wird im Wesentlichen vom Bodenwasserhaushalt und dem Energie-haushalt gesteuert. Die Fluktuation der Arten von Jahr zu Jahr bewegt sich in einem ähnlichen Rahmen wie die saisonale Variation, was den starken Einfluss der Variabilität der Witterungsverhältnisse auf die Artenkombination der Zwergbinsenrasen herausstellt. <br>Die Punktmusteranalyse zur inneren Struktur der Zwergbinsenrasen zeigt artspezifische Muster, im Wesentlichen Klumpung auf verschiedenen Niveaus auf. In einem weiteren Schritt kann die räumliche Heterogenität des Bestandes über die Abhängigkeit von der Bodenmächtigkeit auf Artniveau erklärt werden.

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Author dc:creator
  • Rudner, Michael
Contributors dc:contributor
  • Deil, Ulrich

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https://freidok.uni-freiburg.de/data/1413
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2026-07-24
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Rudner, Michael. Zwergbinsenrasen im Südwesten der Iberischen Halbinsel : eine Analyse räumlicher und zeitlicher Vegetationsmuster. https://freidok.uni-freiburg.de/data/1413