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University of Freiburg

Optimierung von Geschäftsprozessen in der Forstwirtschaft durch den Einsatz von Informationstechnologie : am Beispiel der Holzbereitstellung auf Revierebene

Abstract

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Seit einigen Jahren gewinnt die Frage an Bedeutung, inwieweit Informationstechnologie zur Verbesserung der organisatorischen und logistischen Abläufe auch im operativen Bereich der Holzbereitstellung in der Forstwirtschaft erfolgreich eingesetzt werden könne. Auf dem Markt werden dazu eine Reihe von Einzellösungen angeboten und zum Teil auch praktisch angewandt. Sie sind jedoch nur teilweise praktikabel. Unter anderem deshalb, weil nicht alle Aspekte der Holzbereitstellung einbezogen wurden. Auch wurden bislang keine empirischen Untersuchungen zur Ermittlung der qualitativen und quantitativen Auswirkungen des Einsatzes von Informationstechnologie in diesem Bereich durchgeführt. Dies dürfte sicherlich mit ein Grund sein, warum Investitionen in Informationstechnologie und die Neustrukturierung der Geschäftsprozesse in den letzten Jahre nur bedingt weiter fortgeschritten sind. <br>Das Ziel dieser Arbeit war es daher, im Rahmen einer Fallstudie zu prüfen, inwieweit die mit der Holzernte und der Holzbereitstellung zusammenhängenden betrieblichen Prozesse im Forstbetrieb auf der Revierebene durch den Einsatz moderner Informationstechnologie verbessert und effizienter gestaltet werden können. Der thematische Schwerpunkt der Holzbereitstellung auf Revierebene wurde gewählt, da die Informationstechnologie hier bislang noch kaum Einzug gehalten hat und ein großes Rationalisierungspotential zu erwarten war. <br>Zunächst wurden die derzeitigen Arbeitsprozesse (über 300 Einzeltätigkeiten im Ist-Zustand), die den Informationsfluss der Holzbereitstellung auf Forstrevierebene betreffen, von der Planung über die Durchführung bis hin zum Controlling identifiziert, als Ereignisgesteuerte Prozessketten (spezielle Flussdiagramme) dokumentiert und analysiert. Aufgrund der analysierten Schwachstellen und Rationalisierungsmöglichkeiten wurden die Prozesse im Rahmen eines Soll-Konzepts optimiert und dadurch realisierbare Rationalisierungspotentiale aufgezeigt. <br>Die detailliert aufgezeigten und bewerteten Schwachstellen des Ist-Zustands zeigen sich vor allem in der analogen Datenerhebung, Datenübertragung und Datenverwaltung. Bei der Datenerhebung ist weiter von Nachteil, dass häufig nur Schätzwerte vorliegen und vielfach lediglich nur lückenhafte Information bereitgestellt werden. Die handschriftliche Datenübertragung, Medienbrüche und damit verbundene Eingabefehler sowie nicht standardisierte Datenhaltung auf Revierebene verursachen zeitaufwendige Arbeitsabläufe und Redundanzen. Weiter liegen Schwachstellen in der Diskrepanz zwischen Planung und Durchführung, wodurch der Revierleiter zu häufigen zeitaufwendigen Revierfahrten gezwungen wird. <br>In Verbindung mit der Datenerhebung und -verwaltung zeigte sich weiterhin, dass die meisten erhobenen Daten einen Raumbezug aufweisen, jedoch nicht oder nur ungenügend mit Punktbezug/ Raumbezug verwaltet werden (zum Beispiel Positionsangaben von Poltern). Um die Einsetzbarkeit und Vorteilhaftigkeit der IT-gestützten Lösungen zu prüfen, wurde eigens ein Versuchsaufbau erarbeitet und durchgeführt, bei dem die aktuelle Genauigkeit von GPS-Messungen unter forstwirtschaftlichen Bedingungen untersucht wurde. Zusätzlich wurde die Praxistauglichkeit im Vergleich zu anderen gebräuchlichen Verfahren der Positionsbestimmung und Positionsauffindung untersucht. <br>Im entwickelten Soll-Konzept wird der Informationsfluss von der Datenerhebung über die Datenübertragung bis hin zur Datenverwaltung vollständig digital abgebildet und die Holzbereitstellung von der Planung über die Durchführung bis zum Controlling durch IT unterstützt. Die Prozesse werden dabei in textlich, tabellarisch und in Form von Ereignisgesteuerten Prozessketten mit einem hohen Detaillierungsgrad dokumentiert. Weiter werden die Ereignisgesteuerten Prozessketten mit Attributen hinterlegt – Zeitbedarf, Ressourcenbedarf, Qualität, Häufigkeit der Vorgänge. Die Attribute werden mittels einer eigens programmierten Auswertung automatisch ausgewertet und tabellarisch dargestellt. Durch das entwickelte Soll-Konzept gelingt es, die in der Schwachstellenanalyse ermittelten und dargestellten Schwachstellen weitestgehend auszuräumen und identifizierte Rationalisierungspotentiale zu realisieren. <br>Im Rahmen eines Ist-Soll-Vergleichs wird gezeigt, dass sich auf Revierebene bei der Holzbereitstellung erhebliche Rationalisierungspotentiale durch den Einsatz von Informationstechnologie erzielen lassen. Der Zeitbedarf kann, bezogen auf die gleiche Hiebsmenge und Hiebsanzahl im Ist-Soll-Vergleich, um bis zu 40 % reduziert werden. Durch die umfassendere Nutzung von vorhandenen und zusätzlichen Informationen sowie die volldigitale Datenverwaltung wird gleichzeitig eine qualitative Verbesserung des Informationsflusses erreicht, der sich auch auf andere interne (Forstamt, Forstdirektion) und externe (Holzkäufer, Spediteure) Akteure in der Prozesskette positiv auswirkt. In den Schlussfolgerungen werden die Ergebnisse bewertet und erste Umsetzungsvorschläge beschrieben.

Author and committee

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Author dc:creator
  • Hug, Joachim
Contributors dc:contributor
  • Becker, Gero

Subjects

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https://freidok.uni-freiburg.de/data/1348
OAI identifier oai:identifier
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2026-07-24
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Hug, Joachim. Optimierung von Geschäftsprozessen in der Forstwirtschaft durch den Einsatz von Informationstechnologie : am Beispiel der Holzbereitstellung auf Revierebene. https://freidok.uni-freiburg.de/data/1348