{"id":{"repo_id":"freiburg-diss","oai_identifier":"oai:freidok.uni-freiburg.de:1323"},"canonical_url":"https://search.dev.ndltd.org/etd/freiburg-diss/oai:freidok.uni-freiburg.de:1323","repository":{"repo_id":"freiburg-diss","name":"University of Freiburg","base_url":"https://freidok.uni-freiburg.de/oai/oai2.php"},"display":{"title":"Infektionen und Komplikationen nach Anlage einer Perkutanen Endoskopischen Gastrostomie (PEG)-Sonde : eine prospektive interdisziplinäre Studie","abstract":"Die Perkutane Endoskopische Gastrostomie (PEG) hat sich seit ihrer Erstbeschreibung im Jahre 1980 zunehmend zur Methode der Wahl der enteralen Langzeiternährung entwickelt. Häufigste postoperative Komplikationen sind Wundinfekte an der Einstichstelle. Die Rolle einer präoperativen Antibiotikaprophylaxe zur Vermeidung der Wundinfekte wird kontrovers diskutiert. Das Keimspektrum und mögliche Quellen der Infekte wurden bisher nur unzureichend untersucht. <br>Wir untersuchten erstmalig an einer Gruppe von 151 Patienten den Einfluss des Magensaftes und der Gesamtkeimbesiedelung des Patienten auf die Entstehung von Wundinfekten. <br>Die Wundinfektrate in unserer Untersuchung entsprach mit 15,2% den in der Literatur vorbeschriebenen Werten. Auffällig war eine signifikant höhere Rate an Wundinfekten (33,3%) in der Gruppe der Patienten, die eine PEG mit jejunalem Schenkel (JET-PEG) bekamen. Eine antibiotische Therapie zum Zeitpunkt der PEG-Anlage hatte einen nur geringen Einfluss auf das Auftreten eines Wundinfekts (12,8% vs. 18,5% ohne Antibiotika; p>0,05). Eine säuresuppressive Therapie erhöhte signifikant den pH-Wert des Magensafts, was ebenfalls mit erhöhten Keimzahlen im Magensaft korrelierte. Dennoch zeigte sich nur ein geringer Einfluss von säuresuppressiver Therapie, Magen-pH und Magenbesiedelung auf die Inzidenz von Wundinfekten. Erreger der Wundinfekte waren vor allem Enterokokken, Hefen und Enterobacteriaceae. Typische Eitererreger wie Staphylokokken wurden nur in einem Fall gefunden. Bei 10 von 23 Patienten mit Wundinfekten konnten die Erreger in bei PEG-Anlage gewonnenen Abstrichen oder im Magensaft nachgewiesen werden. Nach Typisierung durch RAPD-PCR konnte gezeigt werden, dass es sich in allen Fällen bei den Isolaten eines Patienten um genetisch identische Keime handelt. <br>Unsere Ergebnisse liefern erstmals genauere Erkenntnisse über Art und Herkunft der Erreger von Wundinfekten nach PEG-Anlage. Die Rolle einer bereits bestehenden Antibiotikatherapie bleibt weiterhin unklar. In weiteren Untersuchungen könnte insbesondere die Rolle des Magensaftes bei der Wundinfektentstehung eingehender untersucht werden, um daraus neue Ansätze zur Infektprophylaxe abzuleiten.","abstract_html":"Die Perkutane Endoskopische Gastrostomie (PEG) hat sich seit ihrer Erstbeschreibung im Jahre 1980 zunehmend zur Methode der Wahl der enteralen Langzeiternährung entwickelt. Häufigste postoperative Komplikationen sind Wundinfekte an der Einstichstelle. Die Rolle einer präoperativen Antibiotikaprophylaxe zur Vermeidung der Wundinfekte wird kontrovers diskutiert. Das Keimspektrum und mögliche Quellen der Infekte wurden bisher nur unzureichend untersucht. &lt;br&gt;Wir untersuchten erstmalig an einer Gruppe von 151 Patienten den Einfluss des Magensaftes und der Gesamtkeimbesiedelung des Patienten auf die Entstehung von Wundinfekten. &lt;br&gt;Die Wundinfektrate in unserer Untersuchung entsprach mit 15,2% den in der Literatur vorbeschriebenen Werten. 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In weiteren Untersuchungen könnte insbesondere die Rolle des Magensaftes bei der Wundinfektentstehung eingehender untersucht werden, um daraus neue Ansätze zur Infektprophylaxe abzuleiten.","Since its first description by Gauderer and Ponsky in 1980, Percutanous Endoscopic Gastrostomy (PEG) has become a convenient mean for long-term enteral nutrition. The most common postoperative complication is peristomal wound infection. The role of perioperative antibiotic prophylaxis is unclear. The association of wound infections with microbiological findings in gastric juice is not yet examined. <br>Our aim was to assess the incidence of wound infections and the association of wound infections with microbiological findings in patients in a group of 151 patients receiving PEG-implantation during one year. <br>The incidence of wound infections in our study was 15,2%. A significant higher rate of infections (33,3%) could be observed in patients receiving JET-PEG (a PEG with added enteral feeding tube placed in the jejunum). Prior antibiotic therapy showed no significant effect on the incidence of wound infections (12,8% vs. 18,5% without antibiotics, p>0,05). Acid suppression therapy was associatied with higher pH and colony counts in gastric juice. Wound infection rate was not significantly associated with acid suppressive therapy, gastric juice pH and gastric colony counts. Wound infections were mostly caused by Enterococci, Candida spp. and Enterobacteriacae. Staphylococci could only be found in one patient. In 10 of 23 patients bacterial isolates were found both in wound and gastric culture and were indistinguishable as assessed by RAPD-PCR. <br>Our data show the association of wound culture isolates with intragastric colonisation. The role of prior antibiotic therapy remains unclear. Further studies could concentrate more intensly on the association of gastric juice and wound infections and develop new strategies in perioperative wound infection prophylaxis."]},{"key":"dc:format.medium","label":"Dc Format Medium","values":["application/pdf"]},{"key":"dc:title","label":"Title","values":["Infektionen und Komplikationen nach Anlage einer Perkutanen Endoskopischen Gastrostomie (PEG)-Sonde : eine prospektive interdisziplinäre Studie","Infections and complications after insertion of percutaneous endoscopic gastrostomy (PEG)"]}]}],"canonical_facts":{"dc:contributor":["Blum, Hubert Erich Christoph"],"dc:creator":["Weber, Kathrin Miriam"],"dc:description.abstract":["Die Perkutane Endoskopische Gastrostomie (PEG) hat sich seit ihrer Erstbeschreibung im Jahre 1980 zunehmend zur Methode der Wahl der enteralen Langzeiternährung entwickelt. Häufigste postoperative Komplikationen sind Wundinfekte an der Einstichstelle. 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Dennoch zeigte sich nur ein geringer Einfluss von säuresuppressiver Therapie, Magen-pH und Magenbesiedelung auf die Inzidenz von Wundinfekten. Erreger der Wundinfekte waren vor allem Enterokokken, Hefen und Enterobacteriaceae. Typische Eitererreger wie Staphylokokken wurden nur in einem Fall gefunden. Bei 10 von 23 Patienten mit Wundinfekten konnten die Erreger in bei PEG-Anlage gewonnenen Abstrichen oder im Magensaft nachgewiesen werden. Nach Typisierung durch RAPD-PCR konnte gezeigt werden, dass es sich in allen Fällen bei den Isolaten eines Patienten um genetisch identische Keime handelt. <br>Unsere Ergebnisse liefern erstmals genauere Erkenntnisse über Art und Herkunft der Erreger von Wundinfekten nach PEG-Anlage. Die Rolle einer bereits bestehenden Antibiotikatherapie bleibt weiterhin unklar. In weiteren Untersuchungen könnte insbesondere die Rolle des Magensaftes bei der Wundinfektentstehung eingehender untersucht werden, um daraus neue Ansätze zur Infektprophylaxe abzuleiten.","Since its first description by Gauderer and Ponsky in 1980, Percutanous Endoscopic Gastrostomy (PEG) has become a convenient mean for long-term enteral nutrition. The most common postoperative complication is peristomal wound infection. The role of perioperative antibiotic prophylaxis is unclear. The association of wound infections with microbiological findings in gastric juice is not yet examined. <br>Our aim was to assess the incidence of wound infections and the association of wound infections with microbiological findings in patients in a group of 151 patients receiving PEG-implantation during one year. <br>The incidence of wound infections in our study was 15,2%. A significant higher rate of infections (33,3%) could be observed in patients receiving JET-PEG (a PEG with added enteral feeding tube placed in the jejunum). Prior antibiotic therapy showed no significant effect on the incidence of wound infections (12,8% vs. 18,5% without antibiotics, p>0,05). Acid suppression therapy was associatied with higher pH and colony counts in gastric juice. Wound infection rate was not significantly associated with acid suppressive therapy, gastric juice pH and gastric colony counts. Wound infections were mostly caused by Enterococci, Candida spp. and Enterobacteriacae. Staphylococci could only be found in one patient. In 10 of 23 patients bacterial isolates were found both in wound and gastric culture and were indistinguishable as assessed by RAPD-PCR. <br>Our data show the association of wound culture isolates with intragastric colonisation. The role of prior antibiotic therapy remains unclear. 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