University of Freiburg
Validierung der deutschen Version des Inventory of Depressive Symptoms (IDS) in einem Selbstbeurteilungsverfahren
Abstract
dc:description.abstractDas Inventar Depressiver Symptome (IDS) wurde 1986 von Rush et al. im amerikanischen Sprachraum als Verfahren zur Beurteilung depressiver Störungen entwickelt. Die Skala existiert in zwei Parallelformen zum Gebrauch als Selbst- und Fremdbeurteilungsinstrument. Die jeweils 30 Items wurden unter Berücksichtigung der geltenden DSM-Kriterien und unter Einbeziehung von <br>typischen und atypischen Symptomen in einem interaktiven Prozess zwischen Patienten und klinischen Experten ausgewählt und formuliert. <br> <br>Im deutschen Sprachraum existierte bisher nur eine Übersetzung der Fremdbeurteilungsskala (Dittmann et al., 1998; Hautzinger, 1999). Um das IDS, für das im amerikanischen Sprachraum bereits für beide Versionen eine gute Anwendbarkeit und gute psychometrische Eigenschaften beschrieben wurde, auch für den deutschen Sprachraum verfügbar zu machen, wurde die noch ausstehende Übersetzung der Selbstbeurteilungversion vorgenommen. In einer Stichprobe von <br>75 Ratings wurden die Selbstbeurteilungsversion des IDS (IDS-SR) und das Beck Depressions-Inventar (BDI) von unipolaren und bipolaren Patienten im ambulanten und stationären Setting beantwortet. Zusätzlich wurden die Fremdbeurteilungsversion des IDS (IDS-C) und die Hamilton Depressions-Skala (Ham-D) von einem klinisch geschulten Rater durchgeführt. <br> <br>Die Überprüfung der psychometrischen Eigenschaften des deutschen IDS-SR und IDS-C konnten größtenteils die für die englische Versionen beschriebenen Eigenschaften bestätigen. Für alle verwendeten Beurteilungsverfahren fand sich eine gute Interne Konsistenz. Die Validierung der beiden deutschen Versionen des IDS mit dem BDI und der Ham-D als Außenkriterium ergab gute Korrelationen. Bei der Faktorenanalyse ergab sich für beide Versionen des IDS ein Hauptfaktor, der vor allem durch Stimmungsvariablen, negative Einstellungen gegenüber dem <br>Selbst und der Zukunft, sowie die Verminderung von Aktivität und Aufmerksamkeit <br>repräsentiert wurde. Im IDS-SR, nicht jedoch im IDS-C, wurde ein zweiter Faktor durch somatische und vegetative Items repräsentiert. Die Untersuchung der beiden Parallelformen des IDS ergab hohe Korrelationen der IDS-Gesamtwerte, gute Übereinstimmungen der Einzelitems sowie ähnliche Diskriminanzstrukturen der beiden Parallelformen. <br> <br>Die deutsche Version des IDS ließ sich bei unipolaren und bipolaren Patienten sowohl im ambulanten als auch im stationären Bereich zuverlässig und valide anwenden. Das IDS-SR stellt eine gute Alternative zum IDS-C dar, insbesondere dann, wenn im Rahmen von Langzeitbeobachtungen häufige Beurteilungen benötigt werden.
Author and committee
dc:creator, dc:contributor.*- Author dc:creator
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- Grässlin, Yvonne
- Contributors dc:contributor
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- Walden, Jörg
Subjects
dc:subject × 3Identifiers
dc:identifier.*- Repository record source_url
- https://freidok.uni-freiburg.de/data/1322
- OAI identifier oai:identifier
- oai:freidok.uni-freiburg.de:1322