{"id":{"repo_id":"freiburg-diss","oai_identifier":"oai:freidok.uni-freiburg.de:1269"},"canonical_url":"https://search.dev.ndltd.org/etd/freiburg-diss/oai:freidok.uni-freiburg.de:1269","repository":{"repo_id":"freiburg-diss","name":"University of Freiburg","base_url":"https://freidok.uni-freiburg.de/oai/oai2.php"},"display":{"title":"Epidemiologie psychischer Störungen im Allgemeinkrankenhaus : unter besonderer Berücksichtigung dysthymer, neurotischer, belastungsreaktiver, funktioneller, psychosomatischer und persönlichkeitsbedingter psychischer Störungen","abstract":"Die Komorbidität psychischer Störungen bei Allgemeinkrankenhauspatienten ist häufig und verursacht einen höheren Ressourcenverbrauch in Punkto Sachkosten, Personal und Liegezeit. Bei einer frühzeitigen fachmännischen Mitbehandlung kann durch eine adäquate Therapie eine Kosteneinsparung im Gesundheitswesen erreicht werden. Da sich psychiatrisch/psychosomatische Konsiliar- und Liaisondienste bei der Versorgung von Allgemeinkrankenhauspatienten mit psychischer Komorbidität bewährt haben, wurde vom Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Sozialordnung Baden-Württemberg ein Gutachten zur Krankenhausplanung in Auftrag gegeben, durch das unter anderem der Bedarf dieser Dienste ermittelt werden soll. Dazu sind insbesondere epidemiologische Daten von großer Bedeutung. Bei der vorliegenden Arbeit handelt es sich um eine strukturierte, systematische Literaturübersicht zur Prävalenz psychischer Störungen bei Allgemeinkrankenhauspatienten mit dem Schwerpunkt auf dysthyme, neurotische, belastungsreaktive, funktionelle, Persönlichkeits- und psychosomatische Störungen gemäß ICD-10, Kapitel F34.1 und F4 bis F6. <br> <br>Die Literatursuche erfolgte sowohl manuell als auch datenbankgestützt. Von 122 identifizierten Studien aus den Jahren 1980 bis 1998 konnten nach einer methodenkritischen Beurteilung nur 19 einer Auswertung unterzogen werden. Die Evaluation erfolgte mittels einer elektronischen Datenmaske, die neben Prävalenzraten auch methodische und demographische Daten erfasste. <br> <br>Die durchschnittliche Prävalenz dysthymer, neurotischer, belastungsreaktiver, funktioneller, Persönlichkeits- und psychosomatischer Störungen bei Allgemeinkrankenhauspatienten beträgt abteilungsübergreifend 15,5%. Eine gewisse Häufung scheint auf neurologischen Abteilungen vorzuliegen. Die höchsten Prävalenzraten weisen abteilungsübergreifend neurotische, belastungsreaktive und somatoforme Störungen auf (13,8%). Dysthyme Störungen liegen bei 3,3%, Persönlichkeits- und Verhaltensstörungen bei 1,8 bis 2,5% und Verhaltensauffälligkeiten mit körperlichen Störungen oder Faktoren wie z.B. Ess- oder Schlafstörungen bei 1% der Allgemeinkrankenhauspatienten vor. Während Anpassungsstörungen abteilungsübergreifend im Vordergrund stehen, scheinen auf neurologischen Abteilungen vor allem Angststörungen zu überwiegen. Leider gibt es insgesamt nur wenige Untersuchungen aus dem deutschsprachigen Raum, deren Daten unmittelbar zur Bedarfsplanung herangezogen werden können. Darüber hinaus fehlen auch in der internationalen Literatur Daten zur Geschlechts- und Abteilungsverteilung sowie zu Art, Schwergrad und Akuität der somatischen Haupt- oder Begleiterkrankung, die insbesondere für die Früherkennung psychischer Komorbidität hilfreich wären.","abstract_html":"Die Komorbidität psychischer Störungen bei Allgemeinkrankenhauspatienten ist häufig und verursacht einen höheren Ressourcenverbrauch in Punkto Sachkosten, Personal und Liegezeit. Bei einer frühzeitigen fachmännischen Mitbehandlung kann durch eine adäquate Therapie eine Kosteneinsparung im Gesundheitswesen erreicht werden. Da sich psychiatrisch/psychosomatische Konsiliar- und Liaisondienste bei der Versorgung von Allgemeinkrankenhauspatienten mit psychischer Komorbidität bewährt haben, wurde vom Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Sozialordnung Baden-Württemberg ein Gutachten zur Krankenhausplanung in Auftrag gegeben, durch das unter anderem der Bedarf dieser Dienste ermittelt werden soll. Dazu sind insbesondere epidemiologische Daten von großer Bedeutung. Bei der vorliegenden Arbeit handelt es sich um eine strukturierte, systematische Literaturübersicht zur Prävalenz psychischer Störungen bei Allgemeinkrankenhauspatienten mit dem Schwerpunkt auf dysthyme, neurotische, belastungsreaktive, funktionelle, Persönlichkeits- und psychosomatische Störungen gemäß ICD-10, Kapitel F34.1 und F4 bis F6. &lt;br&gt; &lt;br&gt;Die Literatursuche erfolgte sowohl manuell als auch datenbankgestützt. 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Bei der vorliegenden Arbeit handelt es sich um eine strukturierte, systematische Literaturübersicht zur Prävalenz psychischer Störungen bei Allgemeinkrankenhauspatienten mit dem Schwerpunkt auf dysthyme, neurotische, belastungsreaktive, funktionelle, Persönlichkeits- und psychosomatische Störungen gemäß ICD-10, Kapitel F34.1 und F4 bis F6. <br> <br>Die Literatursuche erfolgte sowohl manuell als auch datenbankgestützt. Von 122 identifizierten Studien aus den Jahren 1980 bis 1998 konnten nach einer methodenkritischen Beurteilung nur 19 einer Auswertung unterzogen werden. Die Evaluation erfolgte mittels einer elektronischen Datenmaske, die neben Prävalenzraten auch methodische und demographische Daten erfasste. <br> <br>Die durchschnittliche Prävalenz dysthymer, neurotischer, belastungsreaktiver, funktioneller, Persönlichkeits- und psychosomatischer Störungen bei Allgemeinkrankenhauspatienten beträgt abteilungsübergreifend 15,5%. Eine gewisse Häufung scheint auf neurologischen Abteilungen vorzuliegen. Die höchsten Prävalenzraten weisen abteilungsübergreifend neurotische, belastungsreaktive und somatoforme Störungen auf (13,8%). Dysthyme Störungen liegen bei 3,3%, Persönlichkeits- und Verhaltensstörungen bei 1,8 bis 2,5% und Verhaltensauffälligkeiten mit körperlichen Störungen oder Faktoren wie z.B. Ess- oder Schlafstörungen bei 1% der Allgemeinkrankenhauspatienten vor. Während Anpassungsstörungen abteilungsübergreifend im Vordergrund stehen, scheinen auf neurologischen Abteilungen vor allem Angststörungen zu überwiegen. Leider gibt es insgesamt nur wenige Untersuchungen aus dem deutschsprachigen Raum, deren Daten unmittelbar zur Bedarfsplanung herangezogen werden können. Darüber hinaus fehlen auch in der internationalen Literatur Daten zur Geschlechts- und Abteilungsverteilung sowie zu Art, Schwergrad und Akuität der somatischen Haupt- oder Begleiterkrankung, die insbesondere für die Früherkennung psychischer Komorbidität hilfreich wären.","Psychiatric comorbidity in general hospital inpatients is frequent and is known to cause higher costs in health service. It has formerly been shown that costs can be reduced by an early and adequate treatment by specialized staff, especially psychiatric/psychosomatic consultation and liaison services. For the planning of professional demands for the worldwide installation of such services epidemiological data is required. The issue of this paper was to achieve reliable data of the prevalence of mental disorders among medical inpatients by the means of a systematic literature review focussing dysthymic, neurotic, reactive, functional, personality and psychosomatic disorders according to the diagnoses described in the chapters F34.1, F4, F5 and F6 of the ICD-10. <br>We performed both a manual and a database supported literature search and identified 122 studies from the years 1980 to 1998. Only 19 of these studies could be compared with each other because of their study design and quality. Their evaluation was achieved by the means of an electronic data mask that allowed a systematic extraction of demographical and methodical data beside the epidemiological information. <br>The prevalence of dysthymic, neurotic, reactive, functional, personality and psychosomatic disorders in general hospital inpatients amounts to 15.5%. It seems that they are more common in neurological departments. Neurotic, reactive and somatoform disorders (Chapter F4 of the ICD-10) are the most common with 13.8%. Dysthymia was found in 3.3% of general hospital inpatients. Personality and behaviour disorders showed a prevalence between 1.8 and 2.5% and other disorders such as eating and sleeping disorders were seen amongst 1% of the examined patients. <br>Unfortunately there are only few investigations from German-speaking countries, their results being most important for the planning of local requirements. Also less data could be obtained in the international literature about the sort and degree of medical comorbidity and about the sexual and age distribution of the mental disorders, this being of great prognostic value and important for early detection of psychological comorbidity."]},{"key":"dc:format.medium","label":"Dc Format Medium","values":["application/pdf"]},{"key":"dc:title","label":"Title","values":["Epidemiologie psychischer Störungen im Allgemeinkrankenhaus : unter besonderer Berücksichtigung dysthymer, neurotischer, belastungsreaktiver, funktioneller, psychosomatischer und persönlichkeitsbedingter psychischer Störungen","Epidemiology of mental disorders in general hospital inpatients under special consideration of dysthymic, neurotic, reactive, functional, personality and psychosomatic disorders"]}]}],"canonical_facts":{"dc:contributor":["Herzog, Thomas"],"dc:creator":["Granderath, Daniela"],"dc:description.abstract":["Die Komorbidität psychischer Störungen bei Allgemeinkrankenhauspatienten ist häufig und verursacht einen höheren Ressourcenverbrauch in Punkto Sachkosten, Personal und Liegezeit. 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Bei der vorliegenden Arbeit handelt es sich um eine strukturierte, systematische Literaturübersicht zur Prävalenz psychischer Störungen bei Allgemeinkrankenhauspatienten mit dem Schwerpunkt auf dysthyme, neurotische, belastungsreaktive, funktionelle, Persönlichkeits- und psychosomatische Störungen gemäß ICD-10, Kapitel F34.1 und F4 bis F6. <br> <br>Die Literatursuche erfolgte sowohl manuell als auch datenbankgestützt. Von 122 identifizierten Studien aus den Jahren 1980 bis 1998 konnten nach einer methodenkritischen Beurteilung nur 19 einer Auswertung unterzogen werden. Die Evaluation erfolgte mittels einer elektronischen Datenmaske, die neben Prävalenzraten auch methodische und demographische Daten erfasste. <br> <br>Die durchschnittliche Prävalenz dysthymer, neurotischer, belastungsreaktiver, funktioneller, Persönlichkeits- und psychosomatischer Störungen bei Allgemeinkrankenhauspatienten beträgt abteilungsübergreifend 15,5%. Eine gewisse Häufung scheint auf neurologischen Abteilungen vorzuliegen. Die höchsten Prävalenzraten weisen abteilungsübergreifend neurotische, belastungsreaktive und somatoforme Störungen auf (13,8%). Dysthyme Störungen liegen bei 3,3%, Persönlichkeits- und Verhaltensstörungen bei 1,8 bis 2,5% und Verhaltensauffälligkeiten mit körperlichen Störungen oder Faktoren wie z.B. Ess- oder Schlafstörungen bei 1% der Allgemeinkrankenhauspatienten vor. Während Anpassungsstörungen abteilungsübergreifend im Vordergrund stehen, scheinen auf neurologischen Abteilungen vor allem Angststörungen zu überwiegen. Leider gibt es insgesamt nur wenige Untersuchungen aus dem deutschsprachigen Raum, deren Daten unmittelbar zur Bedarfsplanung herangezogen werden können. Darüber hinaus fehlen auch in der internationalen Literatur Daten zur Geschlechts- und Abteilungsverteilung sowie zu Art, Schwergrad und Akuität der somatischen Haupt- oder Begleiterkrankung, die insbesondere für die Früherkennung psychischer Komorbidität hilfreich wären.","Psychiatric comorbidity in general hospital inpatients is frequent and is known to cause higher costs in health service. It has formerly been shown that costs can be reduced by an early and adequate treatment by specialized staff, especially psychiatric/psychosomatic consultation and liaison services. For the planning of professional demands for the worldwide installation of such services epidemiological data is required. The issue of this paper was to achieve reliable data of the prevalence of mental disorders among medical inpatients by the means of a systematic literature review focussing dysthymic, neurotic, reactive, functional, personality and psychosomatic disorders according to the diagnoses described in the chapters F34.1, F4, F5 and F6 of the ICD-10. <br>We performed both a manual and a database supported literature search and identified 122 studies from the years 1980 to 1998. Only 19 of these studies could be compared with each other because of their study design and quality. Their evaluation was achieved by the means of an electronic data mask that allowed a systematic extraction of demographical and methodical data beside the epidemiological information. <br>The prevalence of dysthymic, neurotic, reactive, functional, personality and psychosomatic disorders in general hospital inpatients amounts to 15.5%. It seems that they are more common in neurological departments. Neurotic, reactive and somatoform disorders (Chapter F4 of the ICD-10) are the most common with 13.8%. Dysthymia was found in 3.3% of general hospital inpatients. Personality and behaviour disorders showed a prevalence between 1.8 and 2.5% and other disorders such as eating and sleeping disorders were seen amongst 1% of the examined patients. <br>Unfortunately there are only few investigations from German-speaking countries, their results being most important for the planning of local requirements. 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