University of Freiburg
Die Wertigkeit von Gastrografinschluck und Kolonkontrasteinlauf bei der Ileusdiagnostik
Abstract
dc:description.abstractDer Ileus stellt in seiner Diagnostik und Therapie ein diffiziles Krankheitsgeschehen dar. Verschiedene Vorgehensweisen werden abhängig von Art und Schweregrad der Symptome sowie der Krankengeschichte des jeweiligen Patienten ständig kontrovers diskutiert. <br> <br>Die vorliegende retrospektive Arbeit untersucht die Wertigkeit des Gastrografinschlucks und des Kolonkontrasteinlaufs bei der Ileusdiagnostik mittels Daten aus Krankenakten. <br> <br>Geschlechtsspezifisch lässt sich mit 47,1 % männliche zu 52,9 % weibliche Patienten kein gehäuftes Auftreten des Krankheitsbildes bei einem Geschlecht erkennen. Das mittlere Alter der Patienten liegt bei 61,57 Jahren. <br>Bezüglich der Anamnese geben 96,4 % Schmerzen an, des weiteren Übelkeit und Erbrechen (71 %) sowie Stuhlverhalt (29,7 %). 55,1 % der Patienten hatten vorher schon mal eine oder mehrere Abdominalerkrankung(en) und 65,2 % hatten im Vorfeld bereits eine oder mehrere Tumorerkrankung(en). <br>Die Beschwerdedauer bis zur Einlieferung in die Klinik beträgt bei den meisten Patienten (41,3 %) zwischen 2 und 7 Tagen. <br>Bezüglich des Befunds lässt sich bei 39,9 % der Patienten eine Leukozytose feststellen, ausserdem treten Fieber und CRP-Erhöhung häufig auf. <br>Zusätzlich zur klinischen und Laboruntersuchung wird bei 87,7 % der Patienten eine Abdomen-Übersichtsaufnahnme angefertigt, bei 60,1 % ein Abdomen-Ultraschall und bei 26,1 % eine Gastroskopie bzw. Colonoskopie. <br> <br>Bezüglich der Wertigkeit des Gastrografinschlucks kann festgestellt werden, dass die Zeit von Einlieferung bis OP (37,5 % nach weniger als 24 Stunden, 16,7 % nach 24-48 Stunden und 45,8 % mehr als 48 Stunden) nicht signifikant verkürzt ist gegenüber Vergleichszahlen in der Literatur, bei denen kein Gastrografinschluck erfolgt. <br>55,7 % der Röntgenbefunde korrelierten mit dem intraoperativen Bild. <br>Durch den Vierfeldertest kann dem Gastrografin in Bezug auf die Therapieentscheidung mit positivem und negativem Vorhersagewert um die 60 % und einer Effizienz von 59,8 % keine hohe Aussagekraft zugesprochen werden. Die Aussagekraft des Kolonkontrasteinlaufs ist mit 63,3 % positivem Vorhersagewert, 77,8 % negativem Vorhersagewert und einer Effizienz von 72,0 % demgegenüber scheinbar erhöht, man muss hier aber die abweichende Indikation bedenken (Lokalisation eines bekannten Passagehindernisses). Die Ergebnisse bei der Diagnostik der Tumorpatienten fallen für Gastrografinpatienten deutlich schlechter aus. <br>Aus den Werten geht hervor, dass die Diagnostik mittels Kontrastmittelgabe für diejenigen Patienten, bei denen ein operativer Eingriff aus verschiedenen Gründen möglichst zu vermeiden ist, keinen entscheidenden Vorteil bietet. <br> <br>Intraoperativ dominieren Adhäsion (31 mal), Neoplasma (21 mal) und Peritonealkarzinose (17 mal). Das intraoperative Vorgehen ist demzufolge die Adhäsiolyse sowie die Dünndarmresektion und Umgehungsanastomose. <br> <br>Postoperativ kommt es bei 21,4 % der Patienten zu medizinischen Komplikationen, wobei überwiegend ältere Patienten und solche mit schwerwiegenden Grunderkrankungen betroffen sind. Es besteht keine Korrelation zwischen dem Auftreten von Komplikationen und Zeitverzögerungen bis zur Operation.
Author and committee
dc:creator, dc:contributor.*- Author dc:creator
-
- Kroonder, Birgit
Subjects
dc:subject × 7Identifiers
dc:identifier.*- Repository record source_url
- https://freidok.uni-freiburg.de/data/1223
- OAI identifier oai:identifier
- oai:freidok.uni-freiburg.de:1223