{"id":{"repo_id":"freiburg-diss","oai_identifier":"oai:freidok.uni-freiburg.de:1169"},"canonical_url":"https://search.dev.ndltd.org/etd/freiburg-diss/oai:freidok.uni-freiburg.de:1169","repository":{"repo_id":"freiburg-diss","name":"University of Freiburg","base_url":"https://freidok.uni-freiburg.de/oai/oai2.php"},"display":{"title":"Die Transzendentalien des Seins als onto-theologische Grundsätze des Seienden : ein Beitrag zu Metaphysik und Anthropologie Bonaventuras","abstract":"Die geschaffenen Seiende sind ein Spiegel, in dem die göttlichen Vollkommenheiten ihren Reflex finden, zwar nicht in jeweils gleicher Weise, jedoch ihrer Hierarchie gemäß. Denn die göttlichen Attribute Einheit, Wahrheit, Güte und Schönheit spiegeln sich in den Kreaturen nach deren eigenem Sein; die auf dem Exemplarismus beruhende Analogie des Seins erstreckt sich auf alle seine Vollkommenheiten und folgt derselben Hierarchie der Entitäten: Schatten, Spur, Bild, Licht, den vier Stufen, die in den aufeinander folgenden Schritten des Itinerarium mentis in Deum entwickelt erscheinen. Nach Maßgabe der exemplaristischen Grundlage der Schöpfung können die Seienden nunmehr Reflex des göttlichen Wesens sein, und die diese Seienden innerlich bestimmenden Gesetze sind lediglich eine Nachbildung des inneren Gesetzes ihres göttlichen Kausalprinzips. <br>Nach Bonaventuras Auffassung ist ein wahrhafter Metaphysiker derjenige, der mittels spiritueller Erleuchtung die geschaffene Wirklichkeit dadurch herleitet, daß er sie aufgrund von Emanation, Exemplarität und finaler Vollkommenheit in der Rückkehr aller Dinge zu ihrem ersten ontologischen Prinzip denkt, d.h. zu dem höchsten: Gott. Diese Rückwendung zum Ursprung wird aus einer engen Verknüpfung von Glaube, Metaphysik und mystischer Theologie heraus durchgeführt. Das metaphysische Denken betrachtet zunächst also die Prinzipien der individuellen Substanzen, um sich dann zu den transzendenten Prinzipien zu erheben, die Ursprung, Weg und Ziel eines jeden individuellen Wesens bilden. <br>Einheit, Wahrheit, Güte und Schönheit sind die allgemeinen Bedingungen des Seins, die sich, eigentlich gesprochen, jedoch nur im Sein schlechthin, im vollkommenen Sein befinden können. Wenn Bonaventura sie nun „innerhalb“ des geschaffenen Seins darstellt, dann geschieht dies allein auf der Grundlage, daß er sie dort als vom Einfluß des ersten Seins durchdrungen ansieht. Je größer dieser Einfluss ist, desto näher stehen die Geschöpfe ihrem schöpferischen Prinzip. Deshalb haben wir uns methodisch dazu entschlossen, von der Betrachtung der innertrinitarischen Struktur her in einer Art absteigender Analogie vorzugehen, von den als göttliche Attribute geltenden Transzendentalien hin zu den in jedem Naturwesen betrachteten Transzendentalien, die erst als Gottes Spuren in den Dingen und darauf als sein Bild im menschlichen Wesen angesehen werden.","abstract_html":"Die geschaffenen Seiende sind ein Spiegel, in dem die göttlichen Vollkommenheiten ihren Reflex finden, zwar nicht in jeweils gleicher Weise, jedoch ihrer Hierarchie gemäß. Denn die göttlichen Attribute Einheit, Wahrheit, Güte und Schönheit spiegeln sich in den Kreaturen nach deren eigenem Sein; die auf dem Exemplarismus beruhende Analogie des Seins erstreckt sich auf alle seine Vollkommenheiten und folgt derselben Hierarchie der Entitäten: Schatten, Spur, Bild, Licht, den vier Stufen, die in den aufeinander folgenden Schritten des Itinerarium mentis in Deum entwickelt erscheinen. 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Das metaphysische Denken betrachtet zunächst also die Prinzipien der individuellen Substanzen, um sich dann zu den transzendenten Prinzipien zu erheben, die Ursprung, Weg und Ziel eines jeden individuellen Wesens bilden. <br>Einheit, Wahrheit, Güte und Schönheit sind die allgemeinen Bedingungen des Seins, die sich, eigentlich gesprochen, jedoch nur im Sein schlechthin, im vollkommenen Sein befinden können. Wenn Bonaventura sie nun „innerhalb“ des geschaffenen Seins darstellt, dann geschieht dies allein auf der Grundlage, daß er sie dort als vom Einfluß des ersten Seins durchdrungen ansieht. Je größer dieser Einfluss ist, desto näher stehen die Geschöpfe ihrem schöpferischen Prinzip. Deshalb haben wir uns methodisch dazu entschlossen, von der Betrachtung der innertrinitarischen Struktur her in einer Art absteigender Analogie vorzugehen, von den als göttliche Attribute geltenden Transzendentalien hin zu den in jedem Naturwesen betrachteten Transzendentalien, die erst als Gottes Spuren in den Dingen und darauf als sein Bild im menschlichen Wesen angesehen werden.","After an introduction in where is commented briefly the treatment of the subject in the main works of Bonaventure, this contribution describes the general influence of the Aristotelian metaphysics in its, as well as the way in which this metaphysics is linked with the idea of a Christian wisdom that requires the cooperation of the faith, so that the philosophical knowledge is tools for a unitary perspective of created world, so many from the point of view of the object as of the subject. This analysis takes in account the idea of a second beginning of the metaphysics in the XIII century, where it is considered as ontology, and how the question about the constitutive principles of the whole reality appears in Bonaventure under the form of a conception of beings considered in close consonance with God as the supreme Being. The created beings are a mirror in which are reflected the divine perfections, not simply in the same way, but hierarchically. The divine attributes of unity, truth, goodness and beauty are reflected in creatures according to their own being; the analogy of Being, founded on the theory of exemplars, is extended to all his perfections and continues the same entity hierarchy: shadow, trace, image, light; the four degrees that appear developed in the successive advances of the Itinerarium mentis in Deum. According to this theory of exemplars, created beings can not be other than a reflection of the divine essence, and the laws that rule them are but an imitation of the internal law of their divine causal principle. <br>In the Bonaventurian thought, the true metaphysician is that one who, through a spiritual illumination, re-leads cresated reality thinking it according to its emanation, the exemplariness and its final perfection in the return of all the things to their first ontological Principle, this is, towards the highest Being: God. This return towards the origin is carried out through a close concatenation of faith, metaphysics and mystical theology. Metaphysical thought begins by considering the principles of individual substances as raised afterwards to the transcendent principles that form the origin, the way and the goal of each of the individual beings. <br>Unity, truth, goodness, beauty are the general conditions of being, but they are found, properly speaking, only in being as excellence, in the perfect Being. If Bonaventure exposes them \"in\" the created being, it is only on the basis of considering them as present there, starting from the influence of the first Being. When this influence is greater, creatures are nearer to their creative beginning. It is for this reason that, methodologically, we have decided to begin from the consideration of the intratrinitarian structure, following in a kind of descending analogy from the transcendental ones considered as divine attributes towards the transcendental ones considered in each of the natural entities, first as traces of God in things, and as imaged in the human nature."]},{"key":"dc:format.medium","label":"Dc Format Medium","values":["application/pdf"]},{"key":"dc:title","label":"Title","values":["Die Transzendentalien des Seins als onto-theologische Grundsätze des Seienden : ein Beitrag zu Metaphysik und Anthropologie Bonaventuras","The tranzcendentals of being as onto-theological principles of beings : a contribution to the understanding of Bonaventure´s metaphysics and anthropology"]}]}],"canonical_facts":{"dc:contributor":["Enders, Markus"],"dc:creator":["Cresta, Gerald"],"dc:description.abstract":["Die geschaffenen Seiende sind ein Spiegel, in dem die göttlichen Vollkommenheiten ihren Reflex finden, zwar nicht in jeweils gleicher Weise, jedoch ihrer Hierarchie gemäß. 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This analysis takes in account the idea of a second beginning of the metaphysics in the XIII century, where it is considered as ontology, and how the question about the constitutive principles of the whole reality appears in Bonaventure under the form of a conception of beings considered in close consonance with God as the supreme Being. The created beings are a mirror in which are reflected the divine perfections, not simply in the same way, but hierarchically. The divine attributes of unity, truth, goodness and beauty are reflected in creatures according to their own being; the analogy of Being, founded on the theory of exemplars, is extended to all his perfections and continues the same entity hierarchy: shadow, trace, image, light; the four degrees that appear developed in the successive advances of the Itinerarium mentis in Deum. According to this theory of exemplars, created beings can not be other than a reflection of the divine essence, and the laws that rule them are but an imitation of the internal law of their divine causal principle. <br>In the Bonaventurian thought, the true metaphysician is that one who, through a spiritual illumination, re-leads cresated reality thinking it according to its emanation, the exemplariness and its final perfection in the return of all the things to their first ontological Principle, this is, towards the highest Being: God. This return towards the origin is carried out through a close concatenation of faith, metaphysics and mystical theology. 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