University of Freiburg
Einfluss von Zahnpasten / Fluoridgelen mit verschiedenen Inhaltsstoffen auf die Abrasion bei erodiertem und nicht erodiertem Dentin
Abstract
dc:description.abstractZiel dieser Studie war es, den Einfluss von Zahnpasten und Fluoridgelen mit unterschiedlicher Zusammensetzung (Gehalt an Putzkörpern, pH-Wert, Pufferkapazität, Fluoridgehalt) auf die Bürstabrasion von Dentin in Kombination mit Erosion zu bestimmen. Für den Versuch wurden 90 retinierte menschliche Weisheitszähne verwendet. Aus jedem Zahn wurden zwei Dentinproben gewonnen. Diese wurden in Kunststoff eingebettet, planparallel geschliffen und poliert. Auf das freiliegende Dentin wurde ein Klebestreifen mit einem 1,2 mm breiten Fenster aufgebracht. Die einzelnen Proben wurden zufällig auf eine der neun Gruppen (A-I) verteilt. Die Gruppeneinteilung ergab sich aus der Verwendung der Zahnpasten bzw. Fluoridgele. Innerhalb jeder Gruppe wurden nun zehn Proben zur Demineralisation für fünf Minuten in 1%ige Zitronensäure eingelegt und anschließend für eine Minute in künstlichem Speichel remineralisiert, bevor sie der Bürstabrasion unterzogen wurden. Zehn weitere Proben der gleichen Gruppe wurden nicht erodiert, sondern lediglich gebürstet. Die Dentinproben wurden in jedem Zyklus 2000 Bürststrichen unterzogen. Insgesamt durchliefen sie sechs Zyklen. Nach zwei Zyklen wurden die Proben für acht Stunden in menschlichen Speichel zur Remineralisation eingelegt. Der Anpressdruck der Zahnbürste betrug ca. 2,75 N. Als Abrasionsmedium wurde eine Mischung aus 5 ml künstlichem Speichel mit 1 g der jeweiligen gruppenspezifischen Zahnpaste / Fluoridgel verwendet. Nach Abschluss der Versuchsreihe wurde der Klebestreifen entfernt und die Tiefe des entstandenen Bürstgrabens laserprofilometrisch bestimmt. Folgende Werte (Mittelwert + Standardabweichung in µm) wurden ermittelt: 1. Erodierte Proben: A (37,12 + 4,95), B (45,25 + 6,24), C (21,04 + 3,29), D (6,17 + 1,17), E (3,65 + 1,35), F(48,67 + 4,77), G (39,88 + 3,76), H (32,92 + 2,67), I (6,47 + 1,31). 2. Nicht erodierte Proben: A (30,78 + 6,47), B (38,68 + 6,89), C (17,88 + 1,94), D (0,90 + 0,47), E (1,76 + 0,94), F (37,84 + 7,75), G (30,07 + 3,05), H (26,93 + 2,30), I (0,51 + 0,18). <br>Die Ergebnisse zeigten, dass ein signifikanter Unterschied zwischen den erodierten und nicht erodierten Proben pro Gruppe vorlag. Desweiteren zeigte sich, dass Zahnpasten mit hohem Gehalt an Putzkörpern, d.h. hohem RDA-Wert eine signifikant höhere Dentinabrasion bewirkten als die Fluoridgele ohne Putzkörper. Der Dentinabtrag ist bei Verwendung der untersuchten Zahnpasten höher bei einem hohen RDA-Wert, hoher Säurezahl, niedrigem pH-Wert und niedrigem Fluoridgehalt. Bei Verwendung von Fluoridgelen besteht ein direkter Zusammenhang zwischen Fluoridgehalt, pH-Wert und der Höhe des Dentinabtrags. Ein hoher Fluoridgehalt kombiniert mit einem niedrigen pH-Wert bewirkt eine geringe Abrasion bei Dentin, das zuvor einem Säureangriff ausgesetzt war. <br>Für Patienten mit freiliegendem Dentin scheint eine Zahnpaste mit niedrigem RDA-Wert (z.B. Elmex Sensitive ©, Gruppe C) gut geeignet zu sein. Ein niedriger pH-Wert und eine hohe Säurezahl der Paste verstärken die Dentinabrasion und sollten vermieden werden. Die Fluoridgele bewirkten einen geringen Abrieb und können von Patienten mit Zahnhalsdefekten angewendet werden.
Author and committee
dc:creator, dc:contributor.*- Author dc:creator
-
- Wolmershäuser, Sigrun
- Contributors dc:contributor
-
- Hahn, Petra
Subjects
dc:subject × 7Identifiers
dc:identifier.*- Repository record source_url
- https://freidok.uni-freiburg.de/data/1164
- OAI identifier oai:identifier
- oai:freidok.uni-freiburg.de:1164